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Anzeigen-Check Handwerk: typische Muster in Google-Anzeigen von Handwerksbetrieben
Google Ads Branchenwissen
9 min read
Mijo Jurisic

Anzeigen-Check Handwerk: die typischen Muster

Wie Handwerksbetriebe bei Google Ads werben: typische Muster, wiederkehrende Fehler und wie du Anzeigen auf Anrufe statt auf Klicks ausrichtest.

TL;DR

Dieser Teil der Reihe arbeitet ohne Fremdzitate: Alle Beispiel-Anzeigen sind konstruiert und stehen so bei keinem Betrieb. Sie zeigen Muster, die im Handwerk erfahrungsgemäß wiederkehren: Notdienst-Headlines, hinter denen niemand ans Telefon geht, eine Sammel-Anzeige für alle Gewerke, eine Headline ohne Region, ein Klick, der ohne Anrufweg endet, und Lead-Portale als eigentliche Mitbewerber in den Suchergebnissen. Wer ein Gewerk pro Anzeigengruppe bewirbt, den Ort in Anzeige und Zielseite führt und Anrufe misst, arbeitet mit demselben Budget präziser.

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In dieser Reihe zitieren wir sonst echte Anzeigen aus dem Google Ads Transparency Center. Beim Handwerk machen wir es bewusst anders. Handwerksbetriebe sind meist klein, häufig mit dem Namen einer Familie oder eines einzelnen Meisters verbunden, und ein wörtliches Zitat trifft dort schnell nicht ein Muster, sondern einen Menschen. Deshalb ist dieser Teil die Muster-Variante: dieselbe Analysestruktur, nur ohne Fremdzitate.

Alle Beispiel-Anzeigen in diesem Text sind konstruiert. Die Betriebe und Domains darin sind erfunden, sie stehen so bei keinem Unternehmen, sie sind ausdrücklich keine echten Anzeigen, und sie zeigen ausschließlich Formulierungsmuster, die in lokalen Handwerks-Kampagnen erfahrungsgemäß immer wieder auftauchen.

Was dieser Check ist, und was nicht

Grundlage: wiederkehrende Muster aus der Arbeit mit lokalen Dienstleistern und die Nachfragelogik im Handwerk Beispiel-Anzeigen: konstruiert, keine echten Anzeigen, kein Betrieb wird genannt Nicht enthalten: keine Fremdzitate, keine Kontodaten, keine Aussagen über Ergebnisse

Muster sind keine Messung. Dieser Text zeigt dir, welche Formulierungen und Strukturen typisch sind und woran sie scheitern. Er sagt nichts darüber, wie eine bestimmte Anzeige läuft. Das entscheiden dein Gewerk, dein Einzugsgebiet und dein Konto.

Muster 1: Notdienst-Headline ohne Erreichbarkeit

Das Handwerk hat ein Versprechen, das keine andere lokale Branche so oft gibt: sofort da zu sein. Genau deshalb steht es in sehr vielen Anzeigen.

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Der Satz funktioniert, solange jemand abhebt. Läuft die Kampagne aber rund um die Uhr, während das Telefon von 8 bis 16 Uhr besetzt ist, passiert Folgendes: Der Klick um 22:40 Uhr kostet dich Geld, die Person landet in der Mailbox, und sie ruft in derselben Minute den nächsten Betrieb an. Der Notfall wartet nicht auf einen Rückruf am nächsten Vormittag.

Sauber wird es, wenn Anzeige und Realität denselben Kalender haben: Werbezeiten auf die Stunden legen, in denen wirklich jemand rangeht, die Anruferweiterung mit genau diesen Zeiten hinterlegen, und für die Randzeiten entweder einen echten Bereitschaftsdienst benennen oder das Wort Notdienst weglassen. Wer nachts erreichbar ist, darf das deutlich sagen, inklusive der Angabe, für welches Gebiet das gilt.

Muster 2: Die Sammel-Anzeige für alle Gewerke

Das zweite Muster entsteht aus einem verständlichen Gedanken: Der Betrieb kann viel, also soll die Anzeige auch viel zeigen.

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Das Problem ist nicht die Breite des Angebots, sondern die Suchanfrage dahinter. Wer „Dachrinne reparieren" eintippt, sucht keinen Allrounder, sondern jemanden für die Dachrinne. Eine Anzeige, die fünf Gewerke aufzählt, beantwortet die Frage zu einem Fünftel und wirkt daneben unspezifisch. Dazu kommt der Klassiker im Hintergrund: Alle Gewerke liegen in einer Anzeigengruppe, alle Klicks landen auf der Startseite, und der Besucher sucht sich seine Leistung selbst zusammen.

Die Gegenbewegung ist unspektakulär und wirkt trotzdem: ein Gewerk pro Anzeigengruppe, eng passende Suchbegriffe dazu, und eine Zielseite, die genau diese Leistung beschreibt. Wie eine solche Struktur im Handwerk konkret aussieht, mit Kernleistungen, Projektgeschäft und getrennten Budgets, steht ausführlich im Branchen-Guide für Dienstleister und Handwerker.

Muster 3: Die Region fehlt in der Headline

Handwerk ist Anfahrt. Trotzdem kommen viele Anzeigen ohne einen einzigen Ortsbezug aus.

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Wer „badsanierung köln ehrenfeld" sucht, prüft in den ersten zwei Sekunden nur eins: Kommt der überhaupt zu mir? Steht der Ort nicht in der Headline, muss der Suchende raten, und Raten kostet ihn weniger Mühe, als bei dir zu bleiben. Der Ortsname ist im Handwerk keine Deko, er ist das erste Auswahlkriterium.

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Die zweite Variante sagt dasselbe über den Betrieb, beantwortet aber zusätzlich die Standortfrage. Dazu gehört die passende Ausrichtung im Konto: Radius am tatsächlichen Anfahrtsweg statt an der Landesgrenze, Orte ohne wirtschaftliche Anfahrt aktiv ausschließen, und der Ortsname taucht auch auf der Zielseite wieder auf. Wenn dir die Begriffe dahinter noch fremd sind, hilft der Einstieg in Google Ads einfach erklärt.

Muster 4: Der Klick endet ohne Anrufweg

Das teuerste Muster steht nicht im Anzeigentext, sondern dahinter. Die Anzeige verspricht schnelle Hilfe, der Klick landet auf der Startseite, die Telefonnummer steht im Impressum, und das Kontaktformular antwortet mit „wir melden uns zeitnah".

Im Handwerk läuft der Abschluss fast immer über einen Anruf, bei planbaren Projekten zusätzlich über ein Formular mit Fotos und Terminwunsch. Beides gehört sichtbar nach oben, auf dem Handy als tippbare Nummer, und beides gehört gemessen. Ohne Anruf-Tracking und ohne Formular als Conversion optimierst du auf Klicks statt auf Aufträge, und dann sieht jede Kampagne gut aus, solange niemand nachrechnet.

Dazu kommt eine Kleinigkeit mit großer Wirkung: Ein erheblicher Teil der Handwerker-Suchen passiert mobil, oft im Keller, oft unter Zeitdruck. Eine Zielseite, die langsam lädt und die Kontaktdaten hinter zwei Klicks versteckt, verliert genau die Anfrage, für die du gerade bezahlt hast.

Muster 5: Portale sind der eigentliche Mitbewerber

Der Betrieb aus dem Nachbarort ist selten das Problem. Über den Suchergebnissen stehen häufig Lead-Portale und Vermittler, die dieselben Begriffe kaufen und ihr Budget über hunderte Regionen verteilen.

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Gegen so eine Anzeige mit einem generischen „Handwerker in Köln" zu bieten, ist ein Wettbieten um dieselbe breite Suchanfrage, und das gewinnt meistens das größere Budget. Der Hebel eines lokalen Betriebs liegt woanders: bei engen Suchanfragen, die Gewerk, Leistung und Ort verbinden, beim eigenen Namen, bei einem Unternehmensprofil mit gepflegten Bewertungen und bei der Tatsache, dass viele Suchende erfahrungsgemäß lieber direkt beim Betrieb anrufen, als ein Formular auszufüllen und danach drei Rückrufe zu bekommen.

Deshalb ist es kein Rückschritt, breite Begriffe bewusst nicht zu bespielen. Ein Konto, das fünf enge Suchanfragen sauber bedient, arbeitet in aller Regel ruhiger als eines, das gegen Portale um die teuerste Phrase kämpft.

Was regelmäßig schiefgeht

Kaputte Platzhalter. Dynamische Bausteine sind praktisch, bis sie roh ausgeliefert werden. Wenn {KeyWord:Handwerker} oder {LOCATION(City):deine Stadt} sichtbar in der Anzeige steht, war kein Ersatztext hinterlegt oder die Syntax stimmte nicht. Bei einem Betrieb, der mit Sorgfalt wirbt, liest sich das wie ein Schild mit der Aufschrift „hier hat niemand gegengelesen".

Job- und Heimwerker-Suchen im Konto. „Ausbildung", „Gehalt", „Stellenangebot", „selber machen", „Anleitung": Diese Begriffe ziehen Klicks von Menschen, die nie einen Auftrag vergeben werden. Sie gehören von Tag eins als negative Keywords hinterlegt und regelmäßig nachgepflegt.

Der Firmenname als Headline. Der Name steht ohnehin in der Anzeige. Eine Headline, die ihn wiederholt, verschenkt genau den Platz, an dem Gewerk, Ort oder Verfügbarkeit stehen könnten.

Werbung läuft weiter, obwohl das Buch voll ist. Die unterschätzte Stärke von Google Ads im Handwerk ist die Steuerbarkeit. Wenn die Monteure ausgelastet sind, kannst du pausieren oder das Budget auf das Gewerk schieben, das noch Luft hat. Mit einem Portal-Abo geht das nicht.

Wie du es besser machst

  1. Notdienst nur bewerben, wenn jemand rangeht. Werbezeiten und Anruferweiterung auf die tatsächliche Erreichbarkeit legen, Randzeiten ehrlich benennen.
  2. Ein Gewerk pro Anzeigengruppe. Eigene Suchbegriffe, eigene Anzeigen, eigene Zielseite mit Ablauf, Leistungsumfang und Referenzbildern.
  3. Ort in Headline und Zielseite führen. Radius am realistischen Anfahrtsweg ausrichten, Gebiete ohne wirtschaftliche Anfahrt ausschließen.
  4. Anrufe und Formulare messbar machen. Anruf-Tracking einrichten, das Anfrageformular als Conversion erfassen, und erst danach über Gebotsstrategien nachdenken.
  5. Negative Keywords gegen Job- und Heimwerker-Suchen pflegen. Einmal im Monat den Suchbegriffe-Bericht durchgehen und aufräumen.
  6. Vor dem Livegang die Vorschau lesen. Platzhalter, hinterlegte Ersatztexte und die Kombinationen aus Headline und Beschreibung einmal durchgehen. Das dauert fünf Minuten und verhindert genau die Fehler aus dem Abschnitt oben.

Welche Suchintentionen im Handwerk sonst noch eine Rolle spielen, wie sich Notdienst und Projektgeschäft unterscheiden und wie eine passende Kampagnenstruktur aussieht, haben wir auf der Branchenseite Handwerker zusammengestellt.

Fazit

Typische Handwerker-Anzeigen scheitern selten am Texthandwerk und fast immer an der Passung: Sie versprechen Erreichbarkeit, die es nicht gibt, zählen fünf Gewerke auf, wo eine Leistung gefragt war, lassen den Ort weg und schicken den Klick auf eine Startseite ohne Telefonnummer. Wer stattdessen ein Gewerk pro Anzeigengruppe bewirbt, die Region klar benennt und den Anrufweg misst, arbeitet mit demselben Budget deutlich präziser.

Wenn du deine Kampagne genau so aufsetzen willst, übernehmen wir das als Google Partner: Betreuung deiner Google Ads ab 1.000 € pro Monat, mit drei Monaten Startphase und danach monatlich kündbar.


Häufige Fragen zum Anzeigen-Check Handwerk

Lohnt sich Google Ads für Handwerksbetriebe?

Das hängt an deinem Auftragsbuch und am Gewerk. Bei vollen Büchern kaufst du vor allem Anfragen, die du wieder absagen musst. Interessant wird bezahlte Werbung erfahrungsgemäß dort, wo Kapazität frei ist: ein neues Gewerk, ein zweiter Standort, eine schwache Saison, ein Projektgeschäft wie Badsanierung oder Fassade, das du ausbauen willst. Eine Garantie für Aufträge gibt es nicht, wohl aber einen klaren Prüfweg über gemessene Anrufe und Anfragen.

Sind die Beispiel-Anzeigen in diesem Artikel echt?

Nein. Alle Headlines, Beschreibungen und Domains in diesem Text sind konstruiert und im Artikel ausdrücklich als konstruiertes Beispiel gekennzeichnet. Anders als in den übrigen Teilen der Reihe zitieren wir hier keine fremden Anzeigen und nennen keinen Betrieb. Die Muster stammen aus der Arbeit mit lokalen Dienstleistern und aus der Nachfragelogik im Handwerk, nicht aus einer Stichprobe.

Soll ich als Handwerker einen Notdienst bewerben?

Nur, wenn jemand tatsächlich rangeht. Eine Notdienst-Anzeige verspricht sofortige Hilfe, und wer um 22 Uhr klickt und in der Mailbox landet, ruft in derselben Minute den nächsten Betrieb an. Sinnvoll ist deshalb, Werbezeiten auf die Stunden mit echter Erreichbarkeit zu legen, die Anruferweiterung mit denselben Zeiten zu hinterlegen und das Wort Notdienst nur dort zu verwenden, wo es der Realität entspricht.

Wie gehe ich mit Lead-Portalen in den Suchergebnissen um?

Nicht über den Preis, sondern über Konkretheit. Portale bieten auf breite Begriffe wie Handwerker in der Nähe und gewinnen dort meist über Budget. Ein lokaler Betrieb steht besser bei engen Suchanfragen mit Gewerk und Ort, mit dem eigenen Namen, dem eigenen Einzugsgebiet und gepflegten Bewertungen im Unternehmensprofil. Viele Suchende bevorzugen erfahrungsgemäß den direkten Kontakt zum Betrieb gegenüber einem Formular mit drei Rückrufen.

Mijo Jurisic

Google Ads Consultant & Gründer von MJ Marketing. Über fünf Jahre Praxis: vom autodidaktischen Start bis zum Google Premier Partner Programm mit 500+ direkten Google-Ads-Kunden und €20+ Mio. verantwortetem Mediabudget.

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