Google Ads selbst verwalten oder Agentur beauftragen?
Google Ads selbst verwalten vs. Agentur: Kosten, Zeitaufwand, Expertise und wann eine Agentur den Unterschied macht.
Vergleichstabelle
| Kriterium | Selbst verwalten | Agentur beauftragen |
|---|---|---|
| Monatliche Kosten | Nur Werbebudget + deine Zeit | Werbebudget + Agenturgebühr (15-25% oder Flat) |
| Zeitaufwand pro Woche | 5-15 Stunden | 1-2 Stunden (Abstimmung) |
| Expertise-Level | Lernkurve, begrenzte Erfahrung | Tiefe Erfahrung über viele Branchen |
| Typischer ROAS | 1-3x (Anfänger), 3-5x (erfahren) | 4-8x (etablierte Agentur) |
Unser Fazit
Kommt darauf anUnter 1.000€ Monatsbudget: Selbst verwalten lohnt sich oft mehr. Über 2.000€: Eine gute Agentur spart mehr ein, als sie kostet. Dazwischen: Freelancer oder Teil-Betreuung.
Detaillierte Analyse
Google Ads in-house oder Agentur — die ehrliche Kostenrechnung
Die Entscheidung wird selten ehrlich gerechnet. Wer sagt "in-house spart 1.500 € Agenturkosten", vergisst meistens die versteckten Kosten der eigenen Zeit, der Lernkurve und der teuren Anfängerfehler. Wer sagt "Agentur ist immer besser", überspielt, dass es viele schlechte Agenturen gibt, die Geld verbrennen und Performance vortäuschen.
Was Google-Ads-Management wirklich kostet
Eine ordentliche Google-Ads-Betreuung umfasst nicht nur Klicken im Interface. Realistischer Wochenaufwand für einen Account mit 3.000–8.000 € Mediabudget:
- Performance-Review: 1–2 h pro Woche (Conversion-Daten, Such-Anfragen-Bericht, Lost Impression Share).
- Bid- & Budget-Anpassungen: 1 h pro Woche.
- Anzeigentexte & Asset-Refresh: 1–2 h pro Woche (RSAs rotieren ständig, Pmax braucht laufend neue Creatives).
- Negative Keywords & Suchanfragen-Cleanup: 1 h pro Woche.
- Landingpage- & Conversion-Optimierung: 2–4 h pro Woche (oft das, was Unternehmen unterschätzen).
- Reporting & Strategie-Update: 1 h pro Woche.
Summe: 7–11 Stunden / Woche für ordentliches Management. Wer das mit "nebenbei 2 h" abdeckt, betreibt nicht Google Ads, sondern eine kontrollierte Geldverbrennung.
Die realistische Kosten-Matrix
Selbst verwalten — die wirklichen Kosten
- Eigene Zeit: 7–11 h / Woche × 4,3 Wochen = 30–47 h / Monat. Zu einem Marketer-Stundensatz von 60–90 € entspricht das einer Eigenkapitalbindung von 1.800–4.200 € / Monat.
- Lernkurve: Die ersten 6 Monate sind statistisch gesehen 20–40 % schwächer in der Performance als ein erfahrener Marketer — bei 5.000 € Mediabudget sind das 1.000–2.000 € verschenkt pro Monat.
- Tools: SEMrush / Optmyzr / Whatagraph / Server-Side-Tag — schnell 150–350 € / Monat.
- Opportunitätskosten: Was du nicht tust, weil du im Google-Ads-Interface sitzt.
Agentur — die wirklichen Kosten
- Management Fee: Typisch 15–25 % vom Mediabudget oder Flat 600–2.500 € / Monat. Unter 500 €/Monat lohnt sich Performance-Marketing für die Agentur selbst nicht — und wer trotzdem zu dem Preis arbeitet, kompensiert über Volumen (= zu wenig Zeit pro Account).
- Setup-Fee: Einmalig 800–3.500 €.
- "Wirklichkeit"-Kosten: 2–4 Wochen Onboarding-Zeit, in der du deine Daten und Brand-Kontext erklärst.
- Wechsel-Risiko: Schlechte Agenturen kosten dich nicht nur Geld — sondern 3–6 Monate, in denen du es nicht merkst.
Wann in-house sinnvoll ist
- Mediabudget < 1.500 € / Monat: Agenturkosten würden Performance unmöglich machen.
- Du hast einen erfahrenen Inhouse-Marketer: Idealerweise mit 3+ Jahren Google-Ads-Erfahrung in deiner Vertical.
- Sehr nischiges Produkt mit komplexem Inhaltswissen: Ein Fachverlag oder Medizin-B2B mag länger brauchen, einer Agentur das Briefing zu liefern, als selbst zu optimieren.
- Du willst den Skill langfristig im Haus aufbauen: Investitionsentscheidung, nicht Performance-Entscheidung.
Wann eine Agentur die richtige Wahl ist
- Mediabudget > 3.000 € / Monat: Hier rechnet sich Profi-Management fast immer — Effizienz-Gewinn übersteigt Honorar.
- Komplexe Konto-Struktur: Mehrere Länder, mehrere Sprachen, mehrere Produktlinien, Performance Max + Shopping + Search parallel.
- Schnelles Scaling-Vorhaben: Du verdoppelst das Budget in 6 Monaten — Agentur-Erfahrung verhindert teure Skalierungs-Fehler.
- Du hast keine relevante Marketing-Person: Statt einen 60.000 €-Marketer zu hängen, der "auch Ads kann", ist eine spezialisierte Agentur strukturell günstiger.
Die Hybrid-Variante, die wenige diskutieren
Für viele Unternehmen ist Consulting + In-House-Execution die ehrlichste Option. Konkret: Du zahlst einem Senior-Spezialisten 800–1.500 € / Monat für Strategie, Audit, monatliche Sparring-Sessions und Konto-Setup. Die laufende Pflege machst du selbst (3–5 h / Woche statt 7–11 h). Du lernst, behältst Hoheit über die Daten, und hast jemanden, der dich vor groben Fehlern bewahrt.
Dieser Hybrid-Ansatz ist besonders sinnvoll bei Mediabudgets zwischen 1.500 € und 5.000 € / Monat.
Red Flags bei Agentur-Auswahl
- Lange Vertragslaufzeit verpflichtend: Wer von Anfang an 12 Monate Kündigungsfrist verlangt, weiß, dass sein Output nicht über 3 Monate überzeugt.
- Performance-Versprechen ohne Daten: "Wir garantieren ROAS 4" ohne vorher dein Konto, Margen oder Conversion-Tracking gesehen zu haben — unseriös.
- Kein direkter Konto-Zugriff: Deine Agentur sollte unter deinem Google-Ads-Konto arbeiten, das du besitzt — nicht unter einem Agentur-Master-Konto, das du beim Wechsel verlierst.
- Kein Senior-Ansprechpartner: Wenn du nach Vertragsschluss nur noch mit Junior-Account-Managern sprichst.
- Reporting nur in Agentur-Dashboards: Du solltest direkten Zugriff auf Google-Ads-Daten haben — Agentur-Dashboards sind regelmäßig kuratiert.
Faustregel für die Entscheidung
Multipliziere dein monatliches Mediabudget mit deinem Stundensatz × 30 h (typisches Monatsmanagement). Wenn die Summe niedriger ist als ein realistisches Agentur-Honorar — in-house. Wenn die Summe höher ist und du zusätzlich davon profitieren würdest, die Stunden in dein Kerngeschäft zu investieren — Agentur. Wenn du unsicher bist: starte hybrid, lerne 6 Monate, triff dann eine fundierte Entscheidung.