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Anzeigen-Check Onlineshops: typische Muster in Google-Anzeigen von Online-Shops
Google Ads Branchenwissen
10 min read
Mijo Jurisic

Anzeigen-Check Onlineshops: die typischen Muster

Wie Onlineshops bei Google Ads werben: typische Muster, wiederkehrende Fehler und wie du Anzeigen auf den Kauf statt auf Klicks ausrichtest.

TL;DR

Dieser Teil der Reihe arbeitet ohne Fremdzitate: Alle Beispiel-Anzeigen sind konstruiert und stehen so bei keinem Shop. Sie zeigen Muster, die im Online-Handel erfahrungsgemäß wiederkehren: Textanzeige und Shopping-Anzeige liegen ohne Rollenverteilung auf derselben Suche, die Rabatt-Headline nennt kein Produkt, Marken- und Neukundenverkehr laufen in einem Topf, Versandversprechen stehen ohne Bedingung in der Anzeige, und der Klick landet auf der Startseite statt in der Kategorie. Wer beiden Anzeigenformaten eine klare Aufgabe gibt, Markensuchen getrennt bewertet und so tief verlinkt, wie gesucht wurde, arbeitet mit demselben Budget präziser.

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In dieser Reihe zitieren wir sonst echte Anzeigen aus dem Google Ads Transparency Center. Bei Onlineshops führt das in die Irre. Shop-Anzeigen hängen am Produktfeed und an der Aktion der Woche, und Shopping-Anzeigen bestehen ohnehin nicht aus geschriebenem Text, sondern aus Bild, Produkttitel und Preis aus deinen Produktdaten. Ein wörtliches Zitat hielte also einen Moment fest, kein Muster. Deshalb ist dieser Teil die Muster-Variante: dieselbe Analysestruktur, nur ohne Fremdzitate.

Alle Beispiel-Anzeigen in diesem Text sind konstruiert. Sie gehören zu einem erfundenen Shop, sie sind ausdrücklich keine echten Anzeigen, und sie zeigen ausschließlich Formulierungs- und Strukturmuster, die im Online-Handel erfahrungsgemäß immer wieder auftauchen. Preise und Kennzahlen stehen bewusst in keinem Beispiel.

Was dieser Check ist, und was nicht

Grundlage: wiederkehrende Muster aus der Arbeit mit Onlineshops und die Nachfragelogik im Online-Handel Beispiel-Anzeigen: konstruiert, keine echten Anzeigen, kein Shop wird genannt Nicht enthalten: keine Fremdzitate, keine Kontodaten, keine Aussagen über Ergebnisse

Muster sind keine Messung. Dieser Text zeigt dir, welche Formulierungen und Strukturen typisch sind und woran sie scheitern. Er sagt nichts darüber, wie eine bestimmte Anzeige läuft. Das entscheiden dein Sortiment, deine Marge und dein Konto. Wenn dir die Begriffe dazu fehlen, findest du sie im Überblick Google Ads einfach erklärt.

Muster 1: Textanzeige und Shopping-Anzeige ohne Rollenverteilung

Eine Produktsuche wie „gore-tex laufschuhe herren" bringt zwei Anzeigenformate desselben Shops auf denselben Bildschirm: die Shopping-Anzeige mit Produktbild, Titel und Preis aus dem Feed, dazu die klassische Textanzeige aus der Suchkampagne. Das ist erlaubt und oft sinnvoll. Zum Problem wird es, wenn niemand entschieden hat, welche Aufgabe welches Format übernimmt.

Die Textanzeige sieht dann regelmäßig so aus:

Laufschuhe für Herren kaufen Große Auswahl, schneller Versand, einfache Rückgabe. Jetzt im Shop entdecken. konstruiertes Beispiel, keine echte Anzeige

Diese Anzeige wiederholt in Worten, was die Shopping-Anzeige daneben als Bild zeigt, nur schlechter. Ein Produktfoto mit Preis beantwortet die Frage „habt ihr das, und was kostet es" in einer Sekunde. Ein Text, der „große Auswahl" verspricht, beantwortet sie gar nicht.

Die Textanzeige trägt dort, wo ein Produktbild nichts sagen kann: Beratung, Passform, Randgrößen, Sortimentstiefe.

Gore-Tex Laufschuhe, Größe 39 bis 50 Auch Weiten für breite Füße. Beratung im Chat, Rückgabe ohne Rücksendekosten. konstruiertes Beispiel, keine echte Anzeige

Dieselbe Suche, eine andere Aufgabe. Faustregel aus meiner Praxis: Je genauer die Suche auf ein Produkt zeigt, desto mehr übernimmt das Shopping-Format, und desto klarer muss die Textanzeige etwas anderes liefern als die Beschreibung des Offensichtlichen.

Muster 2: Die Rabatt-Headline ohne Produktbezug

Aktionszeiträume verführen dazu, die erste Headline komplett an die Aktion zu vergeben:

Sale im Onlineshop Jetzt zugreifen, nur für kurze Zeit. Rabatte auf viele Artikel im Sortiment. konstruiertes Beispiel, keine echte Anzeige

Wer nach „gore-tex laufschuhe herren" gesucht hat, erfährt aus dieser Anzeige nicht, ob der Shop überhaupt Laufschuhe führt. Ein Rabatt ist ein Argument, aber erst das zweite. Das erste lautet: Gibt es hier, was ich suche? „Viele Artikel" ist zudem die Formulierung, mit der sich Shops absichern, wenn die Aktion nur für einen Teil des Sortiments gilt. Genau diese Unschärfe merkt der Besucher spätestens auf der Zielseite.

Die Reihenfolge funktioniert andersherum besser: erst das Produkt, dann die Aktion.

Gore-Tex Laufschuhe reduziert Wasserdichte Modelle, Aktion läuft bis Sonntag. Bestand steht am Artikel. konstruiertes Beispiel, keine echte Anzeige

Zwei Dinge laufen mit Rabatt-Copy besonders häufig schief. Erstens: Dringlichkeit ohne Ende ist keine Dringlichkeit. „Nur für kurze Zeit" steht in vielen Konten seit Monaten unverändert. Zweitens: Was die Anzeige als Aktion ankündigt, muss auf der Zielseite ohne Suchen sichtbar sein. Taucht die Aktion erst nach drei Filterklicks auf, hat die Headline mehr versprochen, als die Seite hält.

Muster 3: Markenverkehr kannibalisiert die eigene Statistik

Das dritte Muster ist kein Textproblem, sondern ein Strukturproblem, und es löst die meisten falschen Entscheidungen aus.

Beispiel-Sportshop Onlineshop Offizieller Shop. Volles Sortiment, Versand und Rückgabe direkt vom Händler. konstruiertes Beispiel, keine echte Anzeige

Gegen diese Anzeige ist an sich nichts einzuwenden. Ob du auf deinen eigenen Namen bietest, hängt vor allem daran, ob es andere tun: Werben Wiederverkäufer, Preisportale oder Wettbewerber auf deinen Shopnamen, kaufst du den Platz zurück, den du sonst abgibst. Bietet dort niemand, kann dieselbe Anzeige teuer bezahlter Eigenverkehr sein.

Das eigentliche Muster ist ein anderes: Markensuchen und generische Suchen laufen in derselben Kampagne, oder Performance Max zieht Markensuchen ein, ohne dass sie ausgeschlossen sind. Menschen, die deinen Shopnamen tippen, kennen dich bereits und kaufen erfahrungsgemäß deutlich häufiger als jemand, der nach einer Produktkategorie sucht. Landen beide Gruppen in einem Topf, hebt der Marken-Anteil den Schnitt, und der generische Teil sieht besser aus, als er ist.

Der Ausweg ist unspektakulär: eigene Kampagne für Markenbegriffe, Markenbegriffe in den generischen Kampagnen und in Performance Max ausschließen, danach beide Teile getrennt beurteilen. Erst dann siehst du, was Neukundengewinnung tatsächlich kostet.

Muster 4: Das Versandversprechen ohne Bedingung

Versand in 24 Stunden Heute bestellt, morgen geliefert. Kostenloser Rückversand, sichere Zahlung. konstruiertes Beispiel, keine echte Anzeige

Das ist die Zusage, die in Shop-Anzeigen am häufigsten größer ist als die Realität dahinter. Auf der Produktseite steht dann „Lieferzeit 3 bis 5 Werktage", der Artikel ist nur in zwei Größen sofort lieferbar, oder der kostenlose Rückversand gilt erst ab einem Mindestbestellwert.

Das hat Folgen, und keine davon ist kosmetisch. Google verlangt, dass Angaben in der Anzeige zu dem passen, was auf der Zielseite steht: Abweichungen bei Versand, Verfügbarkeit oder Preis führen zu abgelehnten Anzeigen und Produkten. Dazu kommen Stornos und Retouren von Leuten, die wegen eines Lieferversprechens bestellt haben, das nicht gehalten wurde. Und genau dieser Kunde bestellt kein zweites Mal, obwohl die Rechnung im Online-Handel oft von der zweiten Bestellung lebt.

Versandaussagen tragen, wenn sie die Bedingung mitliefern:

Bestellung bis 15 Uhr, Versand heute Gilt für Artikel mit Lagerbestand. Liefertermin steht direkt am Produkt. konstruiertes Beispiel, keine echte Anzeige

Das klingt schwächer und wirkt stärker, weil es überprüfbar ist. Dasselbe gilt für Gratisversand ab Warenkorbwert und für verlängerte Rückgabefristen: Die Bedingung gehört in die Anzeige oder mindestens sichtbar auf die Zielseite, nicht in die AGB.

Muster 5: Der Klick landet auf der Startseite

Das teuerste Muster steht wieder nicht im Anzeigentext, sondern dahinter. Die Anzeige spricht von Gore-Tex-Laufschuhen in Herrengrößen, der Klick landet auf der Startseite, und der Besucher darf noch einmal von vorn suchen: Navigation öffnen, Kategorie finden, Filter setzen. Jeder dieser Schritte kostet Besucher, und bezahlt hast du sie alle.

Die Regel dahinter ist einfach: Die Zielseite muss so tief sein wie die Suche. Eine Kategoriesuche gehört auf die Kategorie, am besten mit den Filtern vorbelegt, die in der Anzeige stehen. Eine Produktsuche gehört auf das Produkt, eine Markensuche in die Markenwelt des Shops.

Drei Details hängen dabei regelmäßig an derselben Stelle. Gefilterte Kategorie-URLs müssen stabil und teilbar sein. Ausverkaufte Produktseiten brauchen einen Weg zur Alternative statt einer Sackgasse mit „nicht verfügbar". Und ein Popup, das den ersten bezahlten Besuch mit einer Newsletter-Anmeldung begrüßt, verschenkt genau die Sekunden, für die du gerade bezahlt hast. Welche Kampagnenstruktur dazu passt und wie der Produktfeed dabei mitspielt, steht ausführlicher im Leitfaden Google Ads für E-Commerce.

Was regelmäßig schiefgeht

Kaputte Platzhalter. Dynamische Bausteine sind praktisch, bis sie roh ausgeliefert werden. Steht {KeyWord:Laufschuhe} sichtbar in der Anzeige, war kein Ersatztext hinterlegt oder die Syntax stimmte nicht. Bei einem Shop liest sich das wie ein Schild mit der Aufschrift „hier hat niemand gegengelesen".

Feed und Shop laufen auseinander. Der Preis in der Shopping-Anzeige stammt aus dem Feed, der auf der Produktseite aus dem Shop. Startet oder endet eine Aktion und der Feed zieht nicht zeitnah nach, weichen beide voneinander ab. Das ist einer der häufigsten Gründe für abgelehnte Produkte.

Eine Anzeigengruppe für das ganze Sortiment. Laufschuhe, Wanderjacken und Trinkflaschen in einer Gruppe ergeben Anzeigen, die zu keiner Suche richtig passen. Ein Thema pro Anzeigengruppe, eine Zielseite pro Thema.

Der Shopname als Headline. Die Domain steht ohnehin in der Anzeige. Eine Headline, die den Shopnamen bloß wiederholt, verschenkt den Platz für Produkt, Sortimentsdetail oder Servicebedingung. Einzige sinnvolle Ausnahme ist die Markenkampagne, dort ist der Name das Thema.

Conversions ohne Wert. Zählt jeder Kauf gleich viel, optimiert das Konto auf Anzahl statt auf Umsatz. Kaufwerte gehören übergeben, und „In den Warenkorb" gehört nicht als Hauptconversion ins Konto.

Wie du es besser machst

  1. Rollen verteilen. Shopping und Performance Max bedienen die Produktsuche mit Bild und Preis. Textanzeigen liefern, was ein Produktbild nicht zeigen kann: Beratung, Größenlage, Service, Sortimentstiefe.
  2. Marke trennen. Eigene Kampagne für Markenbegriffe, Markenausschlüsse in den generischen Kampagnen und in Performance Max, danach getrennt bewerten.
  3. Produkt vor Rabatt. Die erste Headline nennt, was es gibt, die zweite die Aktion. Aktionen bekommen ein Enddatum.
  4. Versprechen mit Bedingung. Cut-off-Zeit, Lagerbedingung, Mindestbestellwert: Was die Anzeige zusagt, muss auf der Zielseite ohne Suchen zu finden sein.
  5. So tief verlinken wie gesucht wurde. Kategorie auf Kategorie, Produkt auf Produkt, vorbelegte Filter statt Startseite. Ausverkauft ist keine Sackgasse, sondern ein Verweis auf die Alternative.
  6. Feed vor jeder Aktion prüfen. Preise, Verfügbarkeit, Versandangaben und abgelehnte Produkte durchsehen, bevor die Kampagne hochfährt. Das verhindert genau die Ablehnungen aus dem Abschnitt oben.

Welche Suchintentionen im Online-Handel sonst noch eine Rolle spielen und wie eine passende Kampagnenstruktur aussieht, haben wir auf der Branchenseite E-Commerce zusammengestellt.

Fazit

Typische Shop-Anzeigen scheitern selten am Handwerk und fast immer an fehlenden Entscheidungen: Niemand hat festgelegt, welches Format welche Suche bedient, Marken- und Neukundenverkehr laufen in einem Topf, die Headline verkauft einen Rabatt statt eines Produkts, und der Klick landet auf der Startseite. Wer beiden Anzeigenformaten eine klare Aufgabe gibt, Markensuchen getrennt bewertet, Zusagen an Bedingungen knüpft und so tief verlinkt, wie gesucht wurde, arbeitet mit demselben Budget deutlich präziser.

Wenn du deine Shop-Kampagnen genau so aufsetzen willst, übernehmen wir das als Google Partner: Betreuung deiner Google Ads, mit drei Monaten Startphase und danach monatlich kündbar.


Häufige Fragen zum Anzeigen-Check Onlineshops

Lohnt sich Google Ads für Onlineshops?

Das entscheidet weniger die Plattform als deine Rechnung dahinter: Marge pro Bestellung, Retourenquote, Wiederkaufrate und wie austauschbar dein Sortiment ist. Wer dieselben Artikel führt wie zwanzig andere Shops und nur über den Preis argumentiert, kauft teure Klicks. Wer eine Nische oder einen Service hat, den Marktplätze nicht liefern, steht deutlich besser da. Eine Garantie gibt es nicht, wohl aber einen klaren Prüfweg.

Sind die Beispiel-Anzeigen in diesem Artikel echt?

Nein. Alle Headlines und Beschreibungen in diesem Text sind konstruiert, gehören zu einem erfundenen Shop und sind im Artikel ausdrücklich als konstruiertes Beispiel gekennzeichnet. Anders als in den übrigen Teilen der Reihe zitieren wir hier keine fremden Anzeigen und nennen keinen Shop. Die Muster stammen aus der Arbeit mit Onlineshops, nicht aus einer Stichprobe.

Brauche ich Textanzeigen, wenn Shopping schon läuft?

Nur wenn sie eine eigene Aufgabe haben. Auf einer klaren Produktsuche beantwortet die Shopping-Anzeige mit Bild, Titel und Preis die Frage schneller als jeder Text. Eine Textanzeige trägt dort, wo das Produktbild nichts sagen kann: Beratung, Größen- und Weitenlage, Servicebedingungen oder Suchanfragen, die noch kein einzelnes Produkt meinen. Eine Textanzeige, die nur „große Auswahl, schneller Versand" wiederholt, ist verzichtbar.

Soll ich auf meinen eigenen Markennamen bieten?

Das hängt daran, ob es andere tun. Wenn Wiederverkäufer, Preisportale oder Wettbewerber auf deinen Shopnamen werben, kaufst du den Platz zurück, den du sonst abgibst. Bietet dort niemand, kann dieselbe Anzeige teuer bezahlter Eigenverkehr sein. Wichtiger als die Entscheidung ist die Trennung: Markenbegriffe gehören in eine eigene Kampagne, sonst schönt der Marken-Anteil die Zahlen aller anderen.

Mijo Jurisic

Google Ads Consultant & Gründer von MJ Marketing. Über fünf Jahre Praxis: vom autodidaktischen Start bis zum Google Premier Partner Programm mit 500+ direkten Google-Ads-Kunden und €20+ Mio. verantwortetem Mediabudget.

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