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LinkedIn Ads vs. Google Ads im B2B-Vergleich (Google Ads vs. LinkedIn Ads): Welche Plattform performt wirklich?

LinkedIn Ads vs. Google Ads im B2B-Vergleich: Targeting-Präzision, CPL-Realismus, Sales-Cycle-Anpassung und wann welche Plattform wirklich Pipeline bringt.

Vergleichstabelle

Kriterium
Google Ads
LinkedIn Ads
Audience-DefinitionSuch-Intent + In-Market-SignalsJob-Title, Funktion, Branche, Firma
Durchschnittlicher CPC (B2B DACH)5 – 35 €7 – 15 € (Sponsored Content), 30 – 80 € (InMail/Lead Forms)
Typischer CPL80 – 350 € (Search), 200 – 700 € (Demand Gen)120 – 500 € (Lead Gen Forms), 250 – 900 € (Content Download)
Funnel-StufeMid- bis Bottom-Funnel (Bedarf existiert)Top- bis Mid-Funnel (Bedarf wird geweckt)
Targeting-Präzision für ICPMittel — Proxy via KeywordsHoch — direkte Profil-Daten
Minimum-Budget für LernphaseAb 1.000 €/Mo sinnvollAb 3.500 €/Mo realistisch
Sales-Cycle-FitKurz–mittel (30–90 Tage)Mittel–lang (60–180 Tage)

Unser Fazit

Beide empfohlen

Beide Plattformen sind unverzichtbar für B2B — aber für unterschiedliche Funnel-Stufen. Google Ads gewinnt Bottom-of-Funnel (aktive Suche). LinkedIn Ads gewinnt Top-of-Funnel (Bedarf wecken im ICP). Wer nur eine wählt, lässt strukturell Pipeline liegen.

Detaillierte Analyse

Google Ads vs. LinkedIn Ads für B2B: Zwei Plattformen, zwei Funnel-Stufen

Die häufigste Fehlannahme im B2B-Marketing: "Wir nehmen Google oder LinkedIn." In der Realität lösen die beiden Plattformen unterschiedliche Probleme. Google fängt Bedarf ab, der bereits existiert. LinkedIn weckt Bedarf in einem präzise definierbaren Käuferkreis. Wer nur eines macht, optimiert nur die Hälfte des B2B-Funnels.

LinkedIn Ads vs. Google Ads: Wann lohnt sich welche Plattform für B2B?

Die Frage stellt sich meist andersherum, als man denkt: Nicht "Welche Plattform ist besser?", sondern "Welche Plattform passt zu meiner aktuellen Funnel-Stufe und meinem ICP?" LinkedIn Ads lohnt sich, sobald du einen spitzen Zielgruppen-Filter (Job-Titel, Branche, Unternehmensgröße) brauchst und Bedarf erst wecken musst. Google Ads lohnt sich, sobald Menschen bereits aktiv nach deiner Lösung suchen. Im Folgenden siehst du beide Szenarien im Detail — inklusive Kosten, Sales-Cycle-Fit und einer praktischen Empfehlung nach Unternehmensphase.

Was die zwei Plattformen wirklich messen

Google Ads im B2B-Kontext erreicht Menschen, die aktiv ein Problem recherchieren. Suchanfragen wie "DSGVO-konformes CRM" oder "ERP für Maschinenbau Mittelstand" sind Bottom-Funnel — der Bedarf existiert, die Frage ist nur noch "von wem?".

LinkedIn Ads erreicht Menschen, die in einem bestimmten Job, einer bestimmten Branche, in einer Firma einer bestimmten Größe arbeiten — unabhängig davon, ob sie aktuell suchen oder nicht. Du "weckst" Aufmerksamkeit über Content, Thought Leadership oder Produkt-Demos in einem präzise abgrenzten ICP-Kreis.

Targeting-Präzision — wo LinkedIn unschlagbar ist

Im LinkedIn-Ads-Manager kombinierst du filterbare Dimensionen, die Google strukturell nicht hat:

  • Jobfunktion + Senioritätslevel: "Marketing-Director" oder "VP+ Engineering".
  • Branche & Unternehmensgröße: "Manufacturing, 500–2.000 Mitarbeiter" oder "SaaS, 50–250 Mitarbeiter".
  • Konkrete Account-Listen (ABM): Upload einer Liste mit 200 Zielunternehmen, LinkedIn matched diese gegen Profile.
  • Skill-Tags & Group Memberships: Spezifische Tools oder Methoden, die im Profil verzeichnet sind.

Google Ads kann das alles nur näherungsweise — über Keyword-Proxies ("buchhaltung enterprise"), In-Market-Audiences (eingeschränkt) oder Customer-Match-Listen. Im Vergleich zu LinkedIn-Daten ist das Schätzung statt Wissen.

Die ehrliche Kostenrechnung

Reine CPCs sind irreführend. Was zählt: Cost-per-MQL und Cost-per-Closed-Deal.

Beispiel B2B-Software DACH

  • Google Ads Search: CPC 14 €, Conversion-Rate 4,2 %, CPL ~333 €. MQL-to-SQL 38 % → CPSQL ~880 €. Close-Rate 22 % → CAC ~4.000 €.
  • LinkedIn Lead-Gen-Forms: CPC 11 €, Conversion-Rate 6,5 %, CPL ~170 €. MQL-to-SQL 21 % (Top-Funnel-Audience) → CPSQL ~810 €. Close-Rate 26 % → CAC ~3.115 €.

Auf den ersten Blick wirkt LinkedIn günstiger. Aber: Google liefert messbar schnellere Deals (Sales-Cycle 60 Tage vs. 140 Tage bei LinkedIn). LinkedIn liefert qualitativ bessere Accounts mit höherem Average Deal Size (Pipeline-Wert oft 30–50 % höher). Eine Lebenslang-Rechnung pro Kanal zeigt: keine Plattform "gewinnt" — sie spielen unterschiedliche Rollen.

Wann Google Ads den Vorrang hat

  • Definiertes Produkt mit Suchbegriff: Wenn Menschen aktiv nach deiner Lösung suchen ("dms anbindung sap", "wp-staging"), holt Google Bottom-Funnel ab.
  • Schneller Sales-Cycle (< 90 Tage): Marketing-Operationen brauchen messbares Feedback alle 4–6 Wochen. Google liefert das, LinkedIn nicht.
  • Kleines Marketing-Team ohne Content-Maschine: Google braucht keine wöchentliche Content-Produktion — LinkedIn schon.
  • Niedrigeres Mediabudget (1.500–5.000 €/Mo): LinkedIn rechnet sich darunter operativ kaum.

Wann LinkedIn Ads den Vorrang hat

  • Sehr spitzer ICP: Wenn deine Käufer "Head of Procurement in Pharma-Unternehmen ab 1.000 Mitarbeiter, DACH-Region" sind — Google kann das nicht präzise targeten, LinkedIn kann.
  • Account-Based Marketing (ABM): Du willst 50 spezifische Enterprise-Accounts gezielt bespielen. LinkedIn ist die einzige Option mit dieser Präzision.
  • Demand Generation bei niedrigem Suchvolumen: Wenn deine Lösung neu ist und niemand sie noch sucht, ist Google-Search-Volumen = 0. LinkedIn weckt den Bedarf.
  • Long-Sales-Cycle-B2B (Enterprise, > 6 Monate): Content-getriebenes Nurturing, das LinkedIn dank Targeting-Präzision exklusiv liefern kann.

Creative- und Content-Anforderungen

Google Ads (Search) braucht: 3–5 RSAs pro Ad Group, gut strukturierte Landingpages, ein klar definiertes Conversion-Event. Asset-Aufwand: 2–4 Stunden pro Ad-Group-Refresh.

LinkedIn Ads braucht: Hochwertige Visuals (1080×1080 oder Video), substanzielle Content-Hooks (LinkedIn-Algorithmus belohnt Engagement), oft Long-Form-Content (Whitepaper, Webinar) als Lead-Magnet. Wöchentlicher Refresh nötig, weil Audience-Erschöpfung in kleinen ICP-Segmenten schnell eintritt. Asset-Aufwand: 8–15 Stunden pro Kampagnen-Refresh.

Wer LinkedIn ohne dedizierten Content-Produzenten betreibt, verbrennt das Budget.

Die Synergie, die Sales-Teams oft übersehen

Das beste B2B-Setup ist nicht "Google oder LinkedIn", sondern eine Kombination:

  1. LinkedIn (Top-Funnel): Content-Awareness in der ICP-Audience. Video Views, Engagement, Whitepaper-Downloads — niedrige Conversion-Friction, hohe Audience-Qualität.
  2. LinkedIn-Retargeting: Menschen, die mit Top-Funnel-Content interagiert haben, sehen 2–4 Wochen später eine Demo-Anzeige.
  3. Google Ads Search (Bottom-Funnel): Wenn diese Menschen später nach Lösungen googlen, fängst du sie mit Brand-defended Search-Kampagnen + nicht-brandschen High-Intent-Keywords ab.
  4. Customer-Match auf Google: Aus LinkedIn-Lead-Forms angereicherte Liste in Google-Ads für Lookalike + Retargeting nutzen.

Diese Sequenz multipliziert Conversion-Rates auf beiden Plattformen — und liefert messbar besseres Pipeline-Volumen als jede einzelne Plattform alleine.

Häufige Fehler in B2B-Setups

  • LinkedIn-Budget zu niedrig: Unter 3.500 €/Monat ist die Audience-Größe in vielen B2B-Segmenten zu klein für nennenswerte Reichweite. Lieber LinkedIn-Test abbrechen und Google-Budget aufstocken.
  • Lead-Gen-Forms als einziger CTA: Bringt Volumen, aber die Lead-Qualität ist oft niedrig (Tablet-Auto-Fill). Mix mit Website-Form-Conversion ist besser.
  • Sales-Team-Ablehnung von LinkedIn-MQLs: Top-Funnel-Leads brauchen Nurturing — wenn Sales sie wie Bottom-Funnel-Demo-Anfragen behandelt, scheitert der Kanal.
  • Kein eigenes Attribution-Modell: Single-Touch-Attribution zeigt LinkedIn schlechter als es ist — Multi-Touch-Setup ist Pflicht.

Praktische Empfehlung nach Unternehmensreife

  • Frühe Phase (kein PMF / kleine Sales-Pipeline): 80 % Google Ads, 20 % LinkedIn-Test. Beweise, dass jemand kauft.
  • Mittlere Phase (PMF erreicht, Pipeline wächst): 60 % Google, 40 % LinkedIn. Beide Funnel-Stufen befüllen.
  • Reife Phase (Enterprise-Move, Multi-Stakeholder-Käufe): 40 % Google, 60 % LinkedIn — präzises ABM trägt dann mehr Pipeline als Bottom-Funnel-Search.

Weiterführende Ressourcen

Häufige Fragen

Pauschal "besser" gibt es nicht — es kommt auf Funnel-Stufe, Zielgruppe und CPL-Toleranz an. Google Ads ist meist die bessere Wahl, wenn bereits aktive Suchnachfrage existiert (Bottom-Funnel) und du schnelle, messbare Ergebnisse mit kleinerem Budget brauchst. LinkedIn Ads spielt seine Stärke aus, wenn du einen sehr spitzen B2B-ICP (Job-Titel, Branche, Unternehmensgröße) präzise erreichen und Bedarf erst wecken musst (Top-Funnel) — dafür mit höherem CPL und höherem Mindestbudget. In der Praxis ist die ehrliche Antwort meist "beide, aber für unterschiedliche Zwecke".
Cost-per-Lead variiert stark mit ICP-Definition und Lead-Magnet-Qualität. Realistische Spannen 2024 in DACH: 120–500 € bei Lead-Gen-Forms (Inbound-Tabular-Daten), 250–900 € bei Whitepaper-Downloads oder Webinar-Registrierungen. Wer unter 100 € pro Lead landet, hat in der Regel zu breit getargetet — die Lead-Qualität entspricht dann nicht dem ICP.
LinkedIn Ads lohnt sich, sobald (a) du einen spitzen ICP hast, der über Job-Titel / Funktion / Branche definiert ist, (b) dein Sales-Cycle mindestens 60 Tage Nurturing toleriert und (c) du ein Mediabudget von mindestens 3.500 €/Monat zusätzlich zu Google bereitstellen kannst. Unterhalb dieser Schwellen ist die Plattform operativ ineffizient.
Ja. Du kannst die E-Mail-Adressen aus LinkedIn-Lead-Gen-Forms exportieren und als Customer-Match-Audience in Google Ads hochladen — für Lookalike-Targeting und Brand-Retargeting. Das ist eine der stärksten Synergien zwischen beiden Plattformen.
Single-Touch-Attribution unterschätzt LinkedIn systematisch, weil viele LinkedIn-Touches in Google-Conversions münden. Du brauchst ein Multi-Touch-Modell (z. B. linear oder Position-based) oder mindestens View-Through-Conversion-Tracking. Ohne sauberes Attribution-Setup entsteht der falsche Eindruck, dass LinkedIn nicht funktioniert.

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