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MJ Marketing

Standort-Targeting in Google Ads: Präsenz oder Interesse?

„Präsenz“ oder „Präsenz oder Interesse“? Welche Standortoption passt, warum Klicks von außerhalb kommen und wie du Streuverlust im Bericht findest.

Mijo Jurisic

Google Ads Consultant

16 Min. Lesezeit
Tuschezeichnung: Stadtplan mit Zirkelkreis um einen Laden, Pfeile von außerhalb zielen auf den Kreis, eine Hand setzt eine Stecknadel in die Mitte

Kurz gesagt

Für lokale Dienstleister ist in Google Ads meist „Präsenz“ die richtige Standortoption, weil sie nur Menschen erreicht, die sich in deinem Gebiet aufhalten oder regelmäßig dort sind. Der Standard „Präsenz oder Interesse“ erreicht zusätzlich Menschen, die sich nur für dein Gebiet interessieren, und lohnt sich, wenn Kunden von außerhalb kommen: Tourismus, Umzug, Immobilien, überregionale Leistungen. Ob Klicks von außerhalb kommen, prüfst du im Bericht „Passende Orte“ und im Suchbegriffsbericht.

Für einen lokalen Dienstleister ist in Google Ads meist „Präsenz“ die richtige Standortoption. Dann sehen deine Anzeige nur Menschen, die sich in deinem Gebiet aufhalten oder regelmäßig dort sind. Voreingestellt ist aber „Präsenz oder Interesse“, und das erreicht zusätzlich Menschen, die sich nur für dein Gebiet interessieren, egal wo sie gerade sitzen. Das lohnt sich, wenn deine Kunden von außerhalb kommen: bei Ferienwohnungen und Ausflugszielen, bei Umzügen und Immobilien, bei Leistungen, die du überregional anbietest. Klicks aus Orten, die du nie gebucht hast, gehen meist auf diese Einstellung zurück, auf ein Nachbargebiet, das Google mitbedient, oder auf einen Bericht, der etwas anderes zeigt, als du denkst.

Wie du Google Ads für ein lokales Geschäft insgesamt aufstellst, also Keywords, Unternehmensprofil, Werbezeiten und Budget, steht im Leitfaden Google Ads für lokale Unternehmen. Hier geht es nur um die Standorteinstellung: welche Option, welches Zielgebiet, was je Kampagnentyp gilt und wie du Streuverlust findest.

Stand: Optionsnamen, Menüpfade und Grenzwerte nach der deutschen und englischen Google-Ads-Hilfe sowie der Google-Ads-API-Dokumentation, geprüft am 08.10.2026. Google hat die Standortoptionen in den letzten Jahren mehrfach umgebaut und benennt Berichte gelegentlich um. Die Quellen stehen am Ende des Artikels.

Die kurze Antwort: „Präsenz“ oder „Präsenz oder Interesse“?

In den Kampagneneinstellungen findest du bei den Standorten die Standortoptionen. Für die Ausrichtung gibt es zwei Möglichkeiten:

  • „Präsenz oder Interesse“: Menschen, die sich wahrscheinlich in deinen Zielregionen befinden oder regelmäßig dort sind, plus Menschen, die Interesse an diesen Regionen gezeigt haben. Das ist laut Google die Standardeinstellung und die empfohlene Option.
  • „Präsenz“: nur Menschen, die sich wahrscheinlich in deinen Zielregionen befinden oder regelmäßig dort sind.

Eine frühere dritte Option, die nur Menschen erreichte, die nach deinen Zielregionen suchen, lässt sich für Such-, Display- und Shopping-Kampagnen laut Google nicht mehr setzen, weder in Google Ads noch im Editor oder über die API.

SituationMeine WahlWarum
Handwerk, Praxis, Friseur, Werkstatt mit festem EinzugsgebietPräsenzWer nicht im Gebiet ist, wird aus meiner Praxis selten Kunde
Lieferdienst, Montage, mobiler Service mit festem RadiusPräsenzAufträge von außerhalb kannst du nicht bedienen
Ferienwohnung, Ausflugsziel, HochzeitslocationPräsenz oder InteresseGäste suchen von zu Hause aus
Umzugsunternehmen, Makler, BauträgerPräsenz oder InteresseWer zuzieht, sucht vorher aus seiner alten Stadt
Pflegedienst, Bestatter, Seniorenheimprüfen, oft Präsenz oder InteresseAngehörige suchen häufig aus einer anderen Stadt
Onlineshop, Videoberatung, überregionale Leistungganzes Liefergebiet, Option zweitrangigDer Aufenthaltsort spielt kaum eine Rolle

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Google begründet seine Empfehlung mit eigenen Zahlen: Werbetreibende aus den Bereichen Reisen, Immobilien und Bildung, die von „Präsenz“ auf „Präsenz oder Interesse“ umgestellt haben, erzielten in Suchkampagnen laut Google mindestens 5 % mehr Conversions (interne Daten, weltweit, 21. Mai bis 1. Juni 2022). Das ist eine Google-Angabe für drei Branchen, keine Messung aus deinem Markt. „Präsenz“ hält Google selbst in zwei Fällen für sinnvoll: in sensiblen Branchen mit strengen Ausrichtungsvorgaben und wenn du wirklich nur Menschen vor Ort erreichen willst. Rechne dann mit weniger Reichweite, denn laut Google sinken bei den meisten Kampagnen die Impressionen, wenn du von der Standardoption abweichst.

Bei Bestattern, Pflegediensten und ähnlichen Branchen lohnt ein zweiter Blick: Wenn die Tochter aus Hamburg nach „bestatter [Ort der Eltern]“ sucht, erreicht sie eine Kampagne mit „Präsenz“ nicht. Wie solche Kampagnen sonst aufgebaut sind, beschreibe ich auf der Branchenseite Bestattungen.

Wie Google den Standort bestimmt

Für den Aufenthaltsort nutzt Google laut Hilfe in der Regel die IP-Adresse, bei WLAN die des Netzwerks, bei Mobilgeräten unter Umständen die des Mobilfunkanbieters. Je nach Standorteinstellungen des Nutzers kommt der Gerätestandort hinzu: GPS, WLAN, Bluetooth oder Googles Datenbank der Mobilfunkzellen.

Interesse an einem Ort erkennt Google unter anderem an Suchbegriffen mit Ortsangabe („zahnarzt leipzig“), an früheren Suchen und früheren Aufenthaltsorten, an Suchen in Google Maps, an einem selbst eingestellten Standort für die Google-Suche und im Displaynetzwerk am Inhalt der Website, auf der die Anzeige erscheint. Dieses Interesse ist nicht an Land oder Google-Domain gebunden: Eine Suche in Wien nach „hotel berlin“ kann für eine Berliner Hotelkampagne mit „Präsenz oder Interesse“ zählen.

Zwei weitere Punkte aus der Hilfe erklären viele Klicks von außerhalb, auch bei „Präsenz“:

  • Eng verbundene Gebiete: Wer ein Gebiet ausrichtet, kann laut Google auch Menschen in nahe gelegenen Gebieten erreichen, die sich selbst nicht ausrichten lassen, etwa weil dort zu wenige Menschen leben oder Daten fehlen. Googles Beispiel sind die Vororte einer Stadt.
  • Keine 100 % Genauigkeit: Die Signale schwanken, deshalb garantiert Google keine vollständige Genauigkeit.

Worauf du ausrichten kannst

Laut Google-Hilfe stehen dir diese Ziele zur Verfügung:

  • Länder, einzeln oder mehrere.
  • Gebiete innerhalb eines Landes: je nach Land Regionen, Städte oder Postleitzahlen.
  • Umkreis um einen Standort (Radius): Adresse plus Entfernung, laut Google mindestens 1 km.
  • Gruppen von Orten: laut Hilfe auf Basis bestimmter Orte, deiner Unternehmensstandorte oder demografischer Stufen.

Ein paar Regeln aus der Hilfe, die in der Praxis oft übersehen werden:

  • Kleine Ziele liefern schlecht aus. Bei einem kleinen Radius oder sehr kleinen Gebiet werden Anzeigen laut Google möglicherweise nur zeitweise oder gar nicht ausgeliefert. Ziele unter den Datenschutz-Schwellen für Fläche und Nutzerzahl lassen sich gar nicht anlegen.
  • Stadtnamen eindeutig wählen. Google rät, bei Städten das Land mit anzugeben, damit niemand Paris in Frankreich statt Paris in Texas bucht. Bei uns heißt das: Frankfurt am Main oder Frankfurt (Oder), und welches der vielen Neustadt? Prüf die Auswahl auf der Karte.
  • Ausrichten, wo die Kunden sind. Ein Onlineshop richtet laut Google alle Orte aus, in die er liefert, nicht nur den Firmensitz.
  • Viele Orte auf einmal. Über die Bulk-Funktion trägst du laut Google bis zu 1.000 Orte pro Durchgang ein, jeweils aus einem Land. Praktisch, wenn dein Einsatzgebiet eine Liste von Postleitzahlen ist.

Orte ausschließen

Ausschlüsse kennen laut Google nur eine Option: „Präsenz“. Ausgeschlossen werden Menschen, die sich wahrscheinlich im ausgeschlossenen Gebiet befinden. Wer außerhalb ist, kann deine Anzeige weiterhin sehen, auch wenn er sich für das Gebiet interessiert. Menschen nach ihrem Interesse auszuschließen, ist für Such-, Display-, Performance-Max- und Shopping-Kampagnen nicht mehr möglich.

Zwei Regeln solltest du kennen:

  1. Der Ausschluss gewinnt. Ist ein Gebiet zugleich ausgerichtet und ausgeschlossen, hat laut Google der Ausschluss Vorrang. Richtest du Köln aus und schließt Nordrhein-Westfalen aus, bekommt Köln keine Anzeigen, weil es in NRW liegt.
  2. Nicht Ausgerichtetes musst du nicht ausschließen. Google zeigt Anzeigen nur dort, wo du ausrichtest. Bei „Präsenz oder Interesse“ wirkt ein Ausschluss trotzdem: Er nimmt Menschen heraus, die im ausgeschlossenen Gebiet sitzen und sich für dein Zielgebiet interessieren. Das kann gewollt sein oder deine beste Kundschaft treffen (Beispiel 5 unten).

Standortoptionen je Kampagnentyp

Nicht jeder Kampagnentyp hat dieselben Einstellungen. Was die Google-Hilfe und die API-Dokumentation dazu sagen:

KampagnentypStandortoptionen laut GoogleGebotsanpassung nach Standort
SucheErweiterte Standortoptionen gelten. Ausrichtung „Präsenz oder Interesse“ (Standard) oder „Präsenz“, Ausschluss nur „Präsenz“ja, bei manuellen CPC-Geboten und „Klicks maximieren“
DisplayErweiterte Standortoptionen gelten, gleiche Regeln wie Sucheja, gleiche Bedingungen
ShoppingStandard „Präsenz oder Interesse“, Ausschluss nur „Präsenz“ja, gleiche Bedingungen
Performance MaxAusschluss nur „Präsenz“. Zur Wahl der Ausrichtungsoption macht die Hilfeseite keine eigene Angabenein
Demand GenErweiterte Standortoptionen gelten, „Präsenz oder Interesse“ ist Standard und Empfehlung. Standorte werden laut API-Dokumentation auf Anzeigengruppenebene festgelegtnein
VideoDie Hilfeseite zu den erweiterten Standortoptionen nennt Video-Kampagnen nichtja, laut Übersicht bei manuellen Gebotsstrategien
HotelNur „Präsenz“, keine Ausrichtung per Umkreisja, laut Übersicht

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Wo die Hilfe nichts sagt, verlass dich nicht auf Annahmen, sondern sieh in den Einstellungen der jeweiligen Kampagne nach, welche Optionen angeboten werden.

Für Suchkampagnen mit AI Max gibt es zusätzlich eine optionale Einstellung für Orte von Interesse auf Anzeigengruppenebene. Damit kannst du etwa Nutzer in Deutschland erreichen, die sich für Mallorca interessieren. Laut Google müssen Nutzer dann beides erfüllen: die Ausrichtung der Kampagne und das Interesse am Ort der Anzeigengruppe. Für Orte, die auf Kampagnenebene ausgeschlossen sind, funktioniert das nicht.

Berichte: So findest du Klicks von außerhalb

Die Standortberichte erreichst du laut Google über Kampagnen > Statistiken und Berichte > Wann und wo Anzeigen ausgeliefert wurden. Dort gibt es zwei Ansichten:

  • „Zielregion“: Leistung nach den Orten, die du ausgerichtet hast, also auch je Umkreis.
  • „Passende Orte“: Leistung nach den Orten, die zu deinen Anzeigen gepasst haben. Das können laut Google Aufenthaltsorte der Nutzer sein, aber auch Orte, für die sie Interesse gezeigt haben.

Dazu kommen der Tab „Ausgeschlossen“ mit allen Ausschlüssen und, wenn du Standort-Assets nutzt, der Bericht „Entfernung“ im Berichtseditor unter Vordefinierte Berichte (früher unter „Dimensionen“) > Standorte > Entfernung. Er zeigt die Distanz zwischen dem Ort, der die Anzeige ausgelöst hat, und deinem nächstgelegenen Unternehmensstandort und ist laut Google für Suchnetzwerk- und Shopping-Kampagnen verfügbar.

Der wichtigste Punkt beim Lesen: „Passende Orte“ ist nicht der Wohnort. Ein Klick unter Köln kann von jemandem stammen, der in Hamburg saß und nach Köln gesucht hat. Auch der Entfernungsbericht kann laut Google größere Distanzen als deinen Radius zeigen, weil er teils vom Ort des Interesses aus misst.

So suche ich Streuverlust:

  1. Zeitraum groß genug wählen. Aus meiner Praxis mindestens 30 Tage, bei kleinen Budgets eher 90.
  2. „Passende Orte“ nach Kosten sortieren. Markiere Zeilen außerhalb deines Gebiets und solche mit „Keine Angabe“. Letztere entstehen laut Google, wenn weder IP-Adresse noch Suchanfrage einen Ort verraten oder eine Suche in Google Maps mehrere Städte umfasste.
  3. Conversions daneben legen. Ein Ort außerhalb ist kein Problem, wenn er Anfragen bringt, die du bedienen kannst.
  4. Suchbegriffsbericht nach fremden Ortsnamen filtern. Auch mit „Präsenz“ kann jemand in deinem Gebiet nach einer anderen Stadt suchen, etwa „elektriker düsseldorf“ aus Köln. Passt dein Keyword, kann deine Anzeige erscheinen. Das löst kein Standortausschluss, sondern ein auszuschließendes Keyword. Vorlagen findest du in der Liste negativer Keywords.
  5. Entscheiden. Option auf „Präsenz“ stellen, ein Gebiet ausschließen, Ortsnamen als auszuschließende Keywords anlegen oder starke Gebiete in eine eigene Kampagne verschieben.

Rechne damit, dass die Zahlen nicht exakt zu GA4 oder deinem Server-Log passen. Google nennt dafür selbst Gründe, darunter neu vergebene IP-Adressen, herausgefilterte ungültige Klicks und Orte von Interesse, die andere Tools nicht erkennen. Außerdem ergeben die Werte unterhalb der Länderebene laut Google nicht immer die Kampagnensumme, weil manche Impressionen nur einem Land zugeordnet werden.

Gebotsanpassungen nach Standort

Mit einer Gebotsanpassung erhöhst oder senkst du deine Gebote für bestimmte Orte. Laut Google gilt:

  • Spanne: minus 90 % bis plus 900 %, nur auf Kampagnenebene. Minus 100 % ist bei Standorten nicht möglich, dafür nimmst du einen Ausschluss.
  • Gebotsstrategien: Standortanpassungen wirken bei manuellen CPC-Geboten und bei „Klicks maximieren“. Bei „Ziel-CPA“, „Ziel-ROAS“, „Conversions maximieren“, „Conversion-Wert maximieren“ und „Angestrebter Anteil an möglichen Impressionen“ werden sie nicht verwendet. Ausrichtung und Ausschlüsse beachten diese Strategien aber weiterhin.
  • Mehrere Anpassungen für denselben Ort werden nicht addiert, es gilt die genaueste. Steht Bayern auf plus 20 % und München auf plus 50 %, bekommen Nutzer in München plus 50 %.

Mit Smart Bidding bleibt ein anderer Weg, den Google in seinen Tipps zur Standortausrichtung selbst vorschlägt: Gebiete, die deutlich besser laufen, bekommen eine eigene Kampagne mit eigenem Budget.

Typische Fehler mit Beispiel

Die Beispiele sind konstruiert, die Muster begegnen mir aber regelmäßig.

1. Die Voreinstellung bleibt stehen. Ein Pizza-Lieferdienst in Leipzig richtet Leipzig aus und lässt „Präsenz oder Interesse“ stehen. Jemand in Dresden, der vor Kurzem nach Leipzig gesucht hat, sieht die Anzeige bei „pizza lieferservice“ und klickt. Liefern kann der Betrieb nicht. Lösung: „Präsenz“ und ein Gebiet in Lieferreichweite.

2. Das Gebiet ist zu klein. Eine Physiotherapie richtet nur die eigene Postleitzahl aus und stellt auf „Präsenz“. Die Kampagne bekommt kaum Impressionen, weil dort zu wenige Menschen suchen. Lösung: Gebiet erweitern, bis die Nachfrage reicht. Läuft gar nichts, hilft der Diagnosepfad aus dem Beitrag Google Ads Anzeigen laufen nicht.

3. Der falsche Ort. Ein Malerbetrieb aus Neustadt an der Weinstraße tippt „Neustadt“ ein und übernimmt den ersten Vorschlag. Die Anzeigen laufen in einem anderen Neustadt. Lösung: Ort auf der Karte prüfen und in „Zielregion“ kontrollieren.

4. Gebotsanpassungen, die nichts tun. Ein Betrieb setzt plus 30 % auf seine Kernstadt, die Kampagne läuft aber mit „Conversions maximieren“. Die Anpassung wird nicht verwendet. Lösung: eigene Kampagne für die Kernstadt.

5. Der Ausschluss trifft die eigene Zielgruppe. Ein Umzugsunternehmen in Leipzig nutzt „Präsenz oder Interesse“ und schließt Berlin aus, um Streuverlust zu sparen. Damit sieht niemand die Anzeige, der in Berlin sitzt und nach Leipzig ziehen will, also genau die Kundschaft. Lösung: Ausschluss entfernen und Streuverlust über Suchbegriffe steuern.

Sonderfälle

Grenzregionen

Ein Umkreis von 30 km um Aachen reicht nach Belgien und in die Niederlande, einer um Konstanz in die Schweiz. Wer dort nicht arbeitet oder liefert, schließt die Nachbarländer aus. Weil der Ausschluss Vorrang hat, fallen die ausländischen Teile des Kreises weg, der deutsche Teil bleibt. Alternativ richtest du statt eines Umkreises Landkreise oder Postleitzahlen aus.

Liefer- oder Einsatzradius

Ein Umkreis ist ein Kreis, dein Einsatzgebiet selten. Folgt es Straßen, Flüssen oder Tälern, ist eine Liste von Postleitzahlen oft genauer. Die passende Option dazu ist „Präsenz“. Prüf die Abdeckung nach einigen Wochen in „Passende Orte“.

Mehrere Filialen

Mehrere Standorte kannst du in einer Kampagne mit mehreren Umkreisen abbilden und in „Zielregion“ einzeln auswerten. Unterscheiden sich Budgets oder Ziele deutlich, sind getrennte Kampagnen übersichtlicher. Hinterlegst du deine Filialen als Standort-Assets, zeigt die Anzeige Adresse und Telefonnummer, und der Bericht „Entfernung“ wird nutzbar. Die Grundlage dafür ist ein gepflegtes Google-Unternehmensprofil.

Deutschland, Österreich, Schweiz

Wer in mehreren Ländern wirbt, trennt aus meiner Praxis am besten nach Land: eigene Kampagnen mit eigenem Budget und Landingpages mit den richtigen Preisen, Versandbedingungen und Rechtstexten. Mit „Präsenz oder Interesse“ auf Deutschland kann deine Kampagne auch Menschen in Österreich oder der Schweiz erreichen, die sich für Deutschland interessieren. Lieferst du dorthin nicht, ist „Präsenz“ die saubere Wahl.

Sprache ist nicht Standort

Die Standortausrichtung sagt Google, wo jemand ist oder wofür er sich interessiert, nicht, welche Sprache er spricht. Google rät, beides stimmig zu halten und die Anzeigen in der Sprache der Zielgruppe zu schreiben. Googles Beispiel: Ein Hotel in Spanien, das englischsprachige Gäste aus England gewinnen will, richtet England aus und schreibt die Anzeigen auf Englisch. Übertragen heißt das: Ein Pflegedienst in Berlin mit polnischsprachigem Team richtet Berlin aus und schreibt polnische Anzeigen, er richtet nicht Polen aus.

Checkliste Standort-Targeting

  • Zielgebiet nach echtem Einzugs- oder Liefergebiet gewählt, nicht nach dem Firmensitz
  • Standortoption bewusst gesetzt: „Präsenz“ für lokale Dienstleister, „Präsenz oder Interesse“ bei Kunden von außerhalb
  • Stadtnamen und Umkreis auf der Karte geprüft
  • Gebiet groß genug für ausreichend Suchanfragen
  • Ausschlüsse nur dort, wo sie nicht die eigene Zielgruppe treffen
  • Bei Grenznähe Nachbarländer geprüft
  • Gebotsanpassungen nur bei manuellen CPC-Geboten oder „Klicks maximieren“
  • Einstellungen je Kampagnentyp in der Kampagne selbst kontrolliert
  • Monatlich „Passende Orte“ nach Kosten sortiert und mit Conversions verglichen
  • Suchbegriffsbericht nach fremden Ortsnamen gefiltert

Fazit: Die Option folgt dem Kunden, nicht dem Firmensitz

Die Standortoption ist eine Frage danach, wo deine Kunden suchen. Sitzen sie im Einzugsgebiet, nimmst du „Präsenz“ und ein Gebiet, das groß genug ist. Planen sie aus der Ferne, bleibst du bei „Präsenz oder Interesse“ und steuerst Streuverlust über Suchbegriffe statt über Ausschlüsse. Kontrolliere beides regelmäßig im Bericht und denk daran, dass „Passende Orte“ auch Orte von Interesse enthält. Wie du eine neue Kampagne von Anfang an sauber aufsetzt, zeigt die Anleitung Google Ads Kampagne erstellen. Welche Kampagnentypen es gibt, erklärt das Glossar.

Wenn du nicht sicher bist, ob dein Budget im richtigen Gebiet landet, prüfe ich das im Google Ads Audit (ab 500 €) zusammen mit Keywords, Geboten und Tracking und sage dir, was du selbst ändern kannst.

Quellen

Stand: Oktober 2026

Häufige Fragen

Mit „Präsenz oder Interesse“ erreicht deine Kampagne Menschen, die sich wahrscheinlich in deinen Zielregionen befinden oder regelmäßig dort sind, und zusätzlich Menschen, die Interesse an diesen Regionen gezeigt haben, etwa durch eine Ortsangabe in der Suche. Das ist laut Google die Standardeinstellung und die empfohlene Option. „Präsenz“ beschränkt die Ausrichtung auf die erste Gruppe.

Mijo Jurisic

Google Ads Consultant & Gründer von MJ Marketing. 5+ Jahre Praxis: vom autodidaktischen Start bis zur Beratung direkter Google-Ads-Kunden im Auftrag von Google. In der Laufbahn 500+ Google-Ads-Konten betreut und 22 Mio. € Mediabudget verantwortet.

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