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MJ Marketing

Die Google-Ads-Auktion: Wer gewinnt und wer zahlt was

Ein Sekundenbruchteil, dann steht die Anzeige oben oder nicht. Wie Anzeigenrang und Anzeigenqualität die Auktion entscheiden und wer weniger zahlt.

Mijo Jurisic

Google Ads Consultant

7 Min. LesezeitAktualisiert
Tuschezeichnung: Bieterkelle und Siegertreppchen, oben ein Qualitätsstern mit kleiner Münze, unten ein hoher Münzstapel

Kurz gesagt

Bei jeder Google-Suche mit Anzeigen läuft in Sekundenbruchteilen eine Auktion. Sie sortiert nicht nach dem höchsten Gebot, sondern nach dem Anzeigenrang. In ihn fließen laut Google dein Gebot, die Qualität von Anzeige und Zielseite, Mindestschwellen, die Wettbewerbsintensität der Auktion, der Kontext der Suche und die erwartete Wirkung von Assets ein. Deshalb kann ein niedrigeres Gebot mit starker Anzeige über einem höheren mit liebloser stehen, und der Bessere zahlt oft weniger pro Klick. Die Qualität misst Google an der erwarteten Klickrate, der Relevanz der Anzeige und der Zielseite. Alle drei kannst du beeinflussen, und genau dort entsteht der Preisvorteil.

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Wie funktioniert Google Ads? Warum das höchste Gebot oft verliertAuf YouTube ansehen ↗Alle Videos →

Dienstagmorgen, sieben Uhr einundvierzig. Irgendwo platzt ein Rohr, jemand tippt "Klempner Berlin" und drückt Enter. In dem Augenblick, noch bevor die Ergebnisseite lädt, veranstaltet Google eine Auktion: Unternehmen bieten in Echtzeit darauf, genau dieser Person jetzt ihre Anzeige zu zeigen. Das Ganze dauert nur Sekundenbruchteile, grob geschätzt um die 200 Millisekunden, und es passiert bei jeder einzelnen Suche neu.

Das Verrückte daran: Der Höchstbietende gewinnt diese Auktion ziemlich oft überhaupt nicht. Warum das so ist, entscheidet darüber, ob du Klicks einkaufst wie ein Profi oder Monat für Monat den Aufpreis für alle bezahlst, die es besser wissen.

Wer das Thema lieber ansieht statt liest: Das Video oben erzählt denselben Mechanismus in knapp sieben Minuten, mit allen Rechenbeispielen aus diesem Artikel.

Was in diesen Millisekunden passiert

Deine Suchanfrage landet in einem Rechenzentrum. Google sammelt in Sekundenbruchteilen alle Anzeigen ein, die zu dieser Suche passen könnten, prüft sie und gewichtet sie. Aus diesem Kandidatenfeld entsteht die Reihenfolge auf der Ergebnisseite, und mit ihr der Preis, den jeder Werbetreibende für seinen Klick bezahlt.

Zwei Eigenschaften dieser Anzeigenauktion muss man kennen, um Google Ads zu verstehen.

Erstens: Du zahlst fast nie dein Maximalgebot. Das hinterlegte Gebot ist eine Obergrenze. Tatsächlich bezahlst du nur so viel, wie nötig ist, um deinen Platz gegen den nächsten Bieter zu verteidigen. Die Auktion ist insofern fair gebaut.

Zweitens: Sie belohnt nicht den, der am meisten Geld mitbringt. Und das ist der Punkt, an dem die meisten Konten Geld liegen lassen.

Der Anzeigenrang: Gebot, Qualität und Kontext

Google verrechnet dein Gebot mit einer zweiten Größe, der Qualität deiner Anzeige und deiner Zielseite. Beides geht in den Anzeigenrang ein, und erst er entscheidet, wer oben steht. Laut Google fließt noch mehr ein: Mindestschwellen, unter denen eine Anzeige gar nicht erscheint, der Kontext der Suche (etwa Suchbegriff, Standort, Gerät und Uhrzeit), die erwartete Wirkung deiner Assets wie Sitelinks und die Wettbewerbsintensität der Auktion. Eine genaue Formel nennt Google dafür nicht. Du kannst dich nicht nach oben kaufen, wenn deine Anzeige schlecht ist.

Die Qualität misst Google im Kern an drei Dingen:

  1. Erwartete Klickrate: Wie wahrscheinlich ist es, dass jemand deine Anzeige klickt?
  2. Anzeigenrelevanz: Wie gut passt deine Anzeige zur Suchanfrage?
  3. Zielseite: Wie gut ist die Seite, auf der der Klick landet?

Dieselben drei Säulen kennst du aus dem Qualitätsfaktor in deinem Konto. Den nennt Google selbst ein Diagnosewerkzeug, er ist kein direkter Input der Auktion. Keine der drei Säulen ist Schicksal. Anzeigen, die die Suchanfrage wörtlich aufgreifen. Suchbegriffe aussortieren, die nur ähnlich klingen, aber eine andere Absicht haben. Zielseiten, die schnell laden und sofort zeigen: Hier bist du richtig. Erfahrungsgemäß zahlt sich eine Woche konzentrierte Arbeit an diesen drei Punkten über Monate aus, bei jedem einzelnen Klick.

Der Bessere zahlt weniger

Ein Rechenbeispiel mit frei gewählten Zahlen, um den Mechanismus zu zeigen: Firma A bietet 4 Euro und hat eine starke, zur Suche passende Anzeige. Firma B bietet 6 Euro, aber Anzeige und Zielseite sind lieblos. Weil die Auktion neben dem Gebot die Qualität bewertet, kann Firma A über Firma B landen. Mit dem kleineren Gebot.

Das ist keine Ausnahme, das ist das System. Der bessere Werbetreibende zahlt oft weniger für den besseren Platz, weil seine Qualität einen Teil des Gebots ausgleicht. Umgekehrt heißt das: Wer die Auktion ignoriert und nur am Gebot dreht, subventioniert seine besser aufgestellte Konkurrenz. Wer dir in deinen Auktionen begegnet, zeigen die Auktionsdaten in deinem Konto; womit diese Konkurrenz wirbt, siehst du im Ads Transparency Center.

Die drei Fehler, die Klicks teuer machen

Wenn die Auktion den Besseren belohnt, warum verbrennen dann so viele Konten Geld? Aus meiner Praxis sind es fast immer dieselben drei Fehler, und alle drei zahlen auf dieselbe Rechnung ein: Sie machen jeden einzelnen Klick teurer.

Ein Topf für alles. Eine Kampagne, eine Anzeigengruppe, fünfzig Suchbegriffe quer durcheinander. Die Anzeige kann gar nicht zu allem passen, die Relevanz sinkt, und mit ihr die Qualität. Wer sauber nach Themen trennt, spielt der Auktion in die Karten.

Die gebrochene Kette. Die Anzeige verspricht etwas, das die Zielseite nicht hält. Jemand sucht Notdienst, klickt auf Notdienst und landet auf einer allgemeinen Startseite ohne Telefonnummer. Die Kette aus Suche, Anzeige und Seite reißt, und beides drückt die Qualität: Google merkt es, und die Nutzer merken es auch.

Blindflug ohne Messung. Der teuerste der drei: kein sauberes Conversion-Tracking. Wer nicht misst, welcher Klick zu einer Anfrage wird, lässt Googles System auf das Einzige optimieren, was es sieht: Klicks. Man bezahlt dann für Verkehr statt für Kunden.

Der letzte Punkt wiegt doppelt, weil heute in vielen Konten längst eine Maschine mitbietet. Smart Bidding passt das Gebot für jede einzelne Auktion an, nach Gerät, Uhrzeit, Standort und Verhalten. Das funktioniert, aber nur unter einer Bedingung: Automatische Gebotsstrategien sind exakt so klug wie die Daten, die sie bekommen. Mit sauberen Conversions finden sie Kunden, ohne Daten optimieren sie ins Leere. Automatik ersetzt keine Strategie, sie verstärkt sie.

Was ein Klick bei dir tragen darf

Bleibt die Frage, was ein guter Klickpreis überhaupt ist. Die ehrliche Antwort: Das steht in deinen Zahlen, nicht in einer Branchentabelle. Wieder ein Rechenbeispiel mit frei gewählten Zahlen: Ein Auftrag bringt 3.000 Euro, davon bleiben 30 Prozent. Von 100 Klicks werden vier zur Anfrage, jede vierte Anfrage wird zum Auftrag. Dann trägt ein Klick bis etwa 9 Euro, und erst über dieser Schwelle verlierst du Geld.

Diese Rechnung kannst du für dein eigenes Geschäft in zwei Minuten machen: mit dem kostenlosen Klickpreis-Rechner, ohne Anmeldung. Die ausführliche Herleitung mit allen Stolperfallen steht im Artikel Was ist ein guter CPC?, und wie viel Budget du brauchst, damit überhaupt genug Daten zum Lernen zusammenkommen, rechnet der Budget-Rechner durch.

Die Auktion in drei Sätzen

Erstens: Die Auktion belohnt Relevanz, nicht das dickste Budget. Zweitens: Deine Qualität entscheidet mit, ob du weniger zahlst als deine Konkurrenz oder mehr. Drittens: Ohne saubere Messung fliegt dein Konto blind, egal wie gut der Rest ist.

Wer diese drei Punkte im Griff hat, ist erfahrungsgemäß schon weiter als ein großer Teil des Marktes. Und wer das alles verstanden hat, aber nicht selbst machen will: Genau das ist mein Tagesgeschäft. Ich betreue Google-Ads-Konten persönlich, mit veröffentlichten Festpreisen ab 1.000 € im Monat, 3 Monate Startphase, danach monatlich kündbar. Der erste Schritt ist ein kostenloses Erstgespräch.

Häufige Fragen

Bei jeder Suchanfrage sammelt Google alle Anzeigen ein, die zu ihr passen könnten, und sortiert sie nach dem Anzeigenrang. In ihn fließen laut Google dein Gebot, die Qualität von Anzeige und Zielseite, Mindestschwellen, die Wettbewerbsintensität der Auktion, der Kontext der Suche und die erwartete Wirkung von Assets wie Sitelinks ein. Wer den höchsten Anzeigenrang hat, steht oben. Das Ganze passiert in Sekundenbruchteilen, bevor die Ergebnisseite lädt, und läuft für jede Suche neu.

Mijo Jurisic

Google Ads Consultant & Gründer von MJ Marketing. 5+ Jahre Praxis: vom autodidaktischen Start bis zur Beratung direkter Google-Ads-Kunden im Auftrag von Google. In der Laufbahn 500+ Google-Ads-Konten betreut und 22 Mio. € Mediabudget verantwortet.

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