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MJ Marketing

Google Ads im Sommer: Saisonale Kampagnen-Optimierung 2026

Wie du Google Ads Kampagnen an saisonale Schwankungen anpasst. Sommerstrategie, Budget-Anpassungen und branchenspezifische Tipps.

Mijo Jurisic

Google Ads Consultant

7 Min. LesezeitAktualisiert
Saisonale Google Ads Kampagnen: Sommerkampagnen optimieren

Jede Jahreszeit bringt anderes Suchverhalten, andere Kaufbereitschaft, andere Wettbewerbs-Situationen, und wer seine Google Ads nicht entsprechend anpasst, verschenkt entweder Budget oder verpasst profitable Peaks.

Dieser Guide fokussiert auf die Sommer-Saison (Mai–September), gibt aber das Framework für ganzjährige saisonale Optimierung.

Warum saisonale Anpassungen so wichtig sind

Aus meiner Praxis: Das Suchvolumen kann je nach Jahreszeit stark schwanken, in manchen Nischen bewegt es sich zwischen ruhigen Phasen und Peaks um ein Vielfaches. Wer ein fixes Budget und fixe Kampagneneinstellungen das ganze Jahr durchläuft, zahlt zu Peaks zu viel pro Klick und in schwachen Zeiten zu viel für zu wenig Traffic.

Was sich im Sommer verändert

Branchen die im Sommer boomen:

  • Tourismus, Reisen, Ferienwohnungen
  • Außengastronomie, Eisdielen, Events
  • Gartengeräte, Pool-Zubehör, Klimaanlagen
  • Sonnenschutz, Outdoor-Bekleidung
  • Catering für Sommerfeste
  • Hochzeiten und Events

Branchen die im Sommer schwächer werden:

  • B2B-Software (Entscheider im Urlaub)
  • Heizung/Sanitär (Notfall-Keywords bleiben, Installation sinkt)
  • Schulen, Weiterbildung (außer Sommerkurse)
  • Bürobedarf, Geschäftsausstattung

Saisonale Anpassungen in Google Ads einrichten

Methode 1: Budget und Kampagnen nach Zeitraum steuern

Gebotsanpassungen für feste Kalenderzeiträume gibt es in Google Ads nicht: Der Anzeigenplan kennt nur Wochentage und Uhrzeiten. Für eine Saison arbeitest du deshalb mit Budget, Kampagnenstruktur und Regeln:

Option A: Eigene Saisonkampagne mit Start- und Enddatum
- z. B. 1. Juli bis 31. August für Tourismus-Keywords
- eigenes Budget, eigene Anzeigentexte

Option B: Budget per automatisierter Regel ändern
- Tools → Regeln → Budget-Regel mit Häufigkeit "Einmal"
- z. B. am 1. Juli Budget +30%, am 1. September zurück
- bei manuellem CPC lassen sich so auch Gebote zu einem Datum ändern

Option C: Pausieren statt abwerten
- B2B-Kampagnen vom 24. bis 26. Dezember per Regel
  pausieren und danach wieder aktivieren

Wie du eine längere Saisonpause mit zwei einmaligen Regeln planst und warum du das Konto dafür nicht kündigen musst, steht im Beitrag Google Ads Konto pausieren, kündigen oder löschen.

Mit Smart Bidding brauchst du für eine ganze Saison meist keine Gebotseingriffe: Der Algorithmus lernt wiederkehrende Muster aus deinen Daten. Für kurze Ausnahmen gibt es Methode 2.

Methode 2: Saisonale Anpassungen (Seasonal Adjustments)

Diese Funktion teilt Smart Bidding mit, dass ein ungewöhnliches Ereignis bevorsteht:

Wann einsetzen:

  • Kurze, planbare Peaks mit deutlich anderer Conversion Rate (z. B. ein Black-Friday-Wochenende)
  • Große Promotions oder Rabattaktionen (z. B. ein Flash-Sale)
  • Events oder Messen

Wie einrichten:

  1. Tools → Budgets und Gebote → Anpassungen → Saisonal (verfügbar für Such-, Shopping- und Displaykampagnen mit Ziel-CPA oder Ziel-ROAS sowie für Performance Max und App-Kampagnen (Beta) mit allen Gebotsstrategien, mehr zu den Gebotsstrategien)
  2. Zeitraum und erwartete Conversion-Rate-Änderung angeben
  3. Z. B.: „Sommer-Aktionswochenende: 3 Tage, +20% Conversion Rate erwartet" (Beispielwert, leite deinen eigenen aus früheren Aktionen ab)

Wichtig: Laut Google-Hilfe funktionieren saisonale Anpassungen am besten für kurze Zeiträume von etwa 1 bis 7 Tagen, über mehr als 14 Tage werden sie ungenauer. Eine ganze Sommersaison ist deshalb kein Fall dafür: Wiederkehrende Saisons berücksichtigt Smart Bidding bereits über deine historischen Daten. Diese Daten sind aber nur so gut wie dein Conversion-Tracking. Bei dauerhaften Trends lieber Target CPA anpassen.

Wie ich saisonale Anpassungen, Budgets und Angebote konkret für den Black Friday plane, zeige ich im Google-Ads-Fahrplan für Black Friday 2026.

Methode 3: Ad Scheduling (Anzeigenplanung)

Analysiere, wann deine Zielgruppe sich im Sommer anders verhält:

  • Sind deine Kunden am Wochenende aktiver? (Gastronomie, Events, Freizeit)
  • Verschieben sich die aktiven Stunden? (Outdoor-Aktivitäten früher morgens)
  • Kaufen mobile Nutzer im Urlaub mehr? (Travel, Experiences)

Sommer-Strategie nach Branche

E-Commerce: Sommersaison vorbereiten

April–Mai: Vorbereitungsphase

  • Sommerkollektionen mit neuen Kampagnen aufbauen
  • Seasonal Keywords recherchieren (z.B. „Gartenliege", „Grillzubehör", „Sonnencreme")
  • Shopping-Kampagnen mit Sommer-Produktfeed aktualisieren

Juni–August: Peak-Phase

  • Budget erhöhen (aus meiner Praxis je nach Branche etwa +20% bis +80%)
  • Saisonale Anzeigentexte mit Sommer-Bezug
  • Countdown-Timer für limitierte Sommeraktionen

September: Übergangsphase

  • Budget graduell reduzieren
  • Herbst-Keywords beginnen
  • Restbestände der Sommer-Kollektion pushen

Gastronomie: Außensaison nutzen

Zusätzliche Kampagnen für Sommer:
- "Biergarten [Stadt]"
- "Terrasse Restaurant"
- "Open Air Event Restaurant"
- "Grillabend Restaurant"
- "Sommerfest Catering"

Tipp: Schalte eine spezifische Sommerterrassen-Kampagne, sobald deine Terrasse eröffnet. Die Nachfrage ist hoch, der Wettbewerb oft gering.

B2B / Unternehmensberatung: Gegen den Trend arbeiten

Aus meiner Praxis fahren im Sommer viele B2B-Werbetreibende Budgets zurück. Das kann weniger Wettbewerb und günstigere Klicks für diejenigen bedeuten, die aktiv bleiben. Welche Wettbewerber im letzten Sommer trotzdem geworben haben, zeigt dir das Ads Transparency Center mit einem benutzerdefinierten Zeitraum.

Strategie: Budget während der Ferienzeit nicht drastisch senken, sondern auf:

  • Entscheider im Homeoffice (flexiblere Arbeitszeiten)
  • Budgetplanung für Q3/Q4 (Entscheider nutzen ruhigere Zeiten für Planung)
  • Branchen die keine Sommer-Delle haben

Touristik & Reisen: Frühzeitig starten

Wann suchen Menschen nach Sommerurlaub?

Typische Muster aus meiner Praxis (prüf sie für deine Keywords in Google Trends nach):

  • Familienurlaub: Buchungspeak Januar–März (6 Monate im Voraus)
  • Kurztrips/Städtereisen: 4–8 Wochen im Voraus
  • Last-Minute: 1–2 Wochen vor Abreise

Kampagnen-Timing für Touristik:

  • Herbst: Frühbucher-Kampagnen für nächsten Sommer starten
  • Januar–März: Hauptbuchungsphase, höchstes Budget
  • April–Mai: Nachzügler und Spontanbuchungen
  • Juni–Juli: Last-Minute-Kampagnen mit Dringlichkeit

Saisonale Anzeigentexte: Beispiele

Gastronomie im Sommer

Headline 1: „Sonnige Terrasse in [Stadt]" Headline 2: „Jetzt Tisch draußen buchen" Headline 3: „Biergarten täglich ab 11 Uhr"

E-Commerce Sommer-Sale

Headline 1: „Sommer-Sale: Bis zu 40% Rabatt" Headline 2: „Kostenloser Versand ab 49 €" Headline 3: „Nur noch 3 Tage. Jetzt sichern"

Tourismus / Ferienhaus

Headline 1: „Letzte freie Wochen im August" Headline 2: „Ferienhaus direkt am Meer" Headline 3: „Sofort buchen. Kein Risiko"


Budget-Planung: Der saisonale Jahresverteiler

Eine grobe Orientierung für typische E-Commerce-Unternehmen. Wie du dein Budget sinnvoll verteilst, erkläre ich ausführlich in einem eigenen Guide:

MonatBudget-IndexBegründung
Januar70%Post-Weihnachten, Sale-Phase
Februar80%Valentinstag, Beginn Frühling
März85%Vorfrühling, steigende Aktivität
April90%Ostern, Frühlingssaison
Mai100%Muttertag, Vollsaison
Juni95%Sommer beginnt
Juli100%Hochsommer-Peak
August100%Hochsommer, letzte Urlaubswoche
September85%Rückkehr, Herbst beginnt
Oktober90%Herbstsaison
November120%Black Friday, Early Christmas
Dezember150%Weihnachts-Peak

Tabelle seitlich scrollbar

Basis 100% = dein reguläres Monatsbudget

Die konkreten Termine für 2027, von Ostern am 28. März bis Black Friday am 26. November, stehen im Saisonkalender meiner Google-Ads-Jahresplanung 2027.


Kostenloses und mächtiges Tool: Google Trends (trends.google.com)

So nutzt du es für saisonale Planung:

  1. Historischen Trend analysieren: Keyword eingeben, Zeitraum „Letzten 5 Jahre"

    • Sieh wann der Traffic in deiner Nische Peaks hat
    • Vergleiche mehrere Keywords gleichzeitig
  2. Vergleich Regionen: Wo suchen Menschen deine Keywords am meisten?

    • Geo-Targeting verfeinern
  3. Related Queries: Welche verwandten Suchanfragen steigen gerade?

    • Neue Keywords entdecken bevor Wettbewerb sie findet

Checkliste: Saisonale Kampagnen-Optimierung

2 Monate vor der Saison:

  • Google Trends für alle Haupt-Keywords analysiert
  • Budget-Plan für die Saison erstellt
  • Neue saisonale Keywords identifiziert
  • Landingpages mit saisonalem Content vorbereitet

1 Monat vor der Saison:

  • Neue saisonale Kampagnen / Anzeigengruppen angelegt
  • Saisonale Anzeigentexte erstellt und aktiviert
  • Budget-Regeln geplant, für kurze Peaks saisonale Anpassungen (Seasonal Adjustments) eingerichtet
  • Budget erhöht / neu verteilt

Während der Saison:

  • Tägliches Monitoring der KPIs
  • Schnelle Reaktion auf Budget-Überschreitungen oder -Unterschreitungen
  • A/B-Tests für saisonale Anzeigen aktiv

Nach der Saison:

  • Performance-Auswertung dokumentieren
  • Was hat funktioniert? Was nicht?
  • Erkenntnisse für nächste Saison notieren

Fazit

Saisonale Optimierung ist kein „Nice-to-have". Aus meiner Praxis ist es einer der größten Hebel für ROAS-Verbesserungen in Google Ads. Wer antizipiert statt reagiert, hat bessere Chancen, die lukrativsten Auktionen zu günstigeren Preisen zu gewinnen.

Der Schlüssel: Früh planen, historische Daten nutzen, Budget und Targeting flexibel anpassen.

Willst du deine saisonale Google Ads Strategie planen? Buche dein kostenloses 20-Minuten-Erstgespräch: Du schilderst mir deine Saison, ich sage dir ehrlich, wo ich zuerst ansetzen würde.

Mijo Jurisic

Google Ads Consultant & Gründer von MJ Marketing. 5+ Jahre Praxis: vom autodidaktischen Start bis zur Beratung direkter Google-Ads-Kunden im Auftrag von Google. In der Laufbahn 500+ Google-Ads-Konten betreut und 22 Mio. € Mediabudget verantwortet.

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