Keyword-Recherche für Google Ads ist Sortierarbeit, keine Sammelarbeit. Eine Liste mit 300 Begriffen ist schnell zusammengeklickt. Die Frage ist, welche davon du bezahlen willst, denn jedes Keyword im Konto ist ein Kaufangebot: Du bietest darauf, dass jemand mit dieser Suchanfrage bei dir landet und danach etwas tut.
Kurz beantwortet: Keyword-Recherche für Google Ads heißt, die Suchbegriffe zu finden, zu bewerten und in Anzeigengruppen zu ordnen, bei denen deine Anzeigen erscheinen sollen, und von Anfang an die Begriffe auszuschließen, für die du nicht zahlen willst. 2026 gehört eine weitere Entscheidung dazu: wie viel Spielraum du Googles KI über weitgehend passende Keywords und AI Max gibst. Menüpfade und Funktionen in diesem Leitfaden entsprechen der Google-Ads-Hilfe, Stand September 2026.
Dieser Leitfaden geht den Weg in sechs Schritten durch, von der Seed-Liste bis zur Struktur in Anzeigengruppen, und ordnet danach ein, was kostenlose Keyword-Tools auf Deutsch tatsächlich liefern. Alle Beispiele sind konstruiert und zeigen den Aufbau einer Liste, nicht die Zahlen eines echten Kontos. Konkrete Suchvolumina nenne ich bewusst nicht: Sie hängen von Markt, Standort und Zeitraum ab, und eine Zahl in einem Blogartikel ist ein paar Monate später falsch.
Was Keyword-Recherche bei Google Ads bedeutet
Der wichtigste Unterschied zur Recherche für organische Inhalte: In Google Ads kostet jede Auslieferung Geld, sobald jemand klickt. Reichweite ist also kein Wert an sich. Ein Begriff mit viel Suchvolumen und diffuser Absicht ist im Konto ein Kostenpunkt, ein seltener Begriff mit klarer Absicht kann der profitabelste Eintrag der Liste sein.
Deshalb stellst du an jedes Keyword drei Fragen:
- Was will der Mensch in diesem Moment? Kaufen, vergleichen, verstehen oder nur nachschlagen?
- Kann ich genau das liefern? Passt mein Angebot zur Formulierung, oder biete ich etwas Ähnliches an?
- Gibt es danach eine messbare Handlung? Anruf, Formular, Terminbuchung, Bestellung.
Erst wenn alle drei Antworten stimmen, gehört ein Begriff ins Konto. Ein konstruiertes Beispiel aus dem Handwerk zeigt, wie weit die Absichten bei ähnlichen Wörtern auseinanderliegen:
| Suchanfrage (konstruiert) | Wahrscheinliche Absicht | Bedeutung für Google Ads |
|---|---|---|
| heizung wird nicht warm | Problem verstehen, selbst prüfen | eher Inhalt für die Website als Anzeige |
| heizungsnotdienst in der nähe | sofort jemanden beauftragen | hohe Priorität, klare Handlung |
| wärmepumpe kosten | Vergleich, Entscheidung offen | sinnvoll mit passender Beratungsseite |
| heizungsmonteur ausbildung | Job oder Ausbildung | ausschließen |
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Vier Begriffe aus derselben Branche, vier unterschiedliche Rollen. Das ist der Kern: Suchintention schlägt Suchvolumen.
Schritt 1: Seed-Liste aus Angebot und Kundenfragen
Die Seed-Liste ist der Ausgangspunkt, aus dem jedes Tool seine Vorschläge ableitet. Ihre Qualität entscheidet über die Qualität aller weiteren Schritte. Gute Quellen sind:
- Deine Leistungsseiten. Jede Leistung, die du wirklich verkaufen willst, ist ein Seed. Was du nicht liefern kannst, gehört nicht auf die Liste.
- Angebote und Rechnungen der letzten Monate. Sie zeigen, womit du tatsächlich Geld verdienst, nicht nur, was auf der Website steht.
- Telefonnotizen und E-Mail-Anfragen. Hier findest du die Wörter deiner Kunden. Menschen schreiben selten "Trinkwasserinstallation", sie schreiben "Wasserleitung verlegen lassen".
- Die Autovervollständigung der Google-Suche. Tippe deinen Hauptbegriff ein und lies mit, was Google ergänzt. Das sind reale Formulierungen, keine Schätzungen.
- Die Blöcke "Ähnliche Fragen" und "Ähnliche Suchanfragen" auf der Suchergebnisseite. Besonders ergiebig für Fragen, die vor dem Kauf gestellt werden.
15 bis 30 Seeds reichen völlig. Mehr bringt wenig, weil der Keyword-Planer aus jedem Seed ohnehin Dutzende Varianten ableitet. Wichtig ist die Breite: Nimm Fachbegriff und Laienwort auf, Singular und Plural, mit und ohne Ortsbezug.
Ein konstruiertes Beispiel für einen Sanitärbetrieb: badsanierung, bad renovieren, badumbau, altersgerechtes bad, dusche barrierefrei, sanitärbetrieb, klempner, rohrbruch, heizungsnotdienst, wasserleitung verlegen.
Schritt 2: Keyword-Planer Schritt für Schritt
Der Keyword-Planer ist Googles eigenes Recherche-Werkzeug und kostet nichts. Du brauchst ein Google-Ads-Konto, aber keine laufende Kampagne. So kommst du hin:
- Konto anlegen oder einloggen. Bei der Einrichtung in den Expertenmodus wechseln und die Kampagnen-Erstellung überspringen, sonst zwingt dich der Assistent in eine Kampagne, die du noch gar nicht willst.
- Werkzeug öffnen. Oben in der Navigation auf "Tools" klicken, dann im Bereich "Planung" den Punkt "Keyword-Planer" wählen.
- Modus wählen. Es gibt zwei Kacheln: "Neue Keywords entdecken" liefert Ideen, "Suchvolumen und Prognosen abrufen" bewertet eine Liste, die du bereits hast. Für die erste Recherche nimmst du die erste Kachel.
- Einstieg wählen. In "Neue Keywords entdecken" gibt es die Reiter "Mit Keywords beginnen" und "Mit einer Website beginnen". Der Website-Einstieg ist besonders nützlich mit der Seite eines Wettbewerbers.
- Sprache und Standort setzen. Beides steht direkt über der Ergebnistabelle und ist häufig falsch vorbelegt. Für lokale Anbieter lohnt der Blick auf Stadt- statt Landesebene, weil sich die Rangfolge der Begriffe regional unterscheidet.
- Spalten lesen. Relevant sind "Ø Suchanfragen pro Monat", "Dreimonatsänderung", "Änderung im Jahresvergleich", "Wettbewerb" sowie die beiden Gebotsspalten für das untere und obere Spektrum. Die Spalte "Wettbewerb" beschreibt den Wettbewerb unter Werbetreibenden, nicht die Schwierigkeit in den organischen Ergebnissen.
- Filtern statt scrollen. Über "Filter hinzufügen" schließt du Begriffe aus, die dich nicht betreffen, etwa "job", "ausbildung", "gehalt" oder Markennamen von Wettbewerbern. Die Option, Markenbegriffe auszublenden, spart weitere Durchläufe.
- Auswahl übernehmen. Relevante Zeilen markieren und in den Plan aufnehmen oder als CSV herunterladen. Die CSV ist die Arbeitsgrundlage für Schritt 3.
Was die Spalte "Ø Suchanfragen pro Monat" genau misst, beschreibt die Google-Hilfe zu den Keyword-Planer-Statistiken (Stand September 2026): Es ist standardmäßig der Durchschnitt der letzten zwölf Monate, gezählt für das Keyword und seine nahen Varianten und nur für genau passende Suchanfragen. Gebot und Budget fließen in diese Zahl nicht ein, in die Prognosen dagegen schon. Wird die Ideenliste zu lang, hilft die Option "Nach Kategorie verfeinern": Dort gruppiert der Planer die Vorschläge nach Themen und Marken, und du wählst ganze Blöcke ab statt einzelner Zeilen.
Zwei Dinge musst du beim Lesen der Zahlen wissen. Erstens sind die Gebotsspalten Schätzungen aus vergangenen Auktionen und keine Preiszusage: Was du am Ende zahlst, hängt von der Qualität deiner Anzeige und Landingpage, von Standort, Gerät und den Mitbietern im Moment der Auktion ab. Zweitens ist die Prognosefunktion eine Modellrechnung, die weder deine Anzeigentexte noch deine Landingpage kennt. Halte die Gebotsspanne deshalb gegen deine eigene Rechnung: Der Google Ads Budget-Rechner verbindet Klickpreis, Conversion-Rate und Zielwerte zu einer Größenordnung, die du der Prognose gegenüberstellen kannst.
Schritt 3: Suchintention sortieren
Jetzt wird aus der Ideensammlung eine Entscheidungsliste. Sortiere jeden Begriff in eine von vier Gruppen:
| Gruppe | Erkennbar an (konstruierte Beispiele) | Umgang im Konto |
|---|---|---|
| Handlung | "badsanierung angebot", "klempner in der nähe", "notdienst heute" | eigene Kampagne, höchste Priorität |
| Vergleich | "badsanierung kosten", "wanne oder dusche", "anbieter vergleich" | eigene Anzeigengruppe mit Beratungsseite |
| Information | "dusche abdichten anleitung", "wie lange dauert badsanierung" | in der Regel Website-Inhalt, keine Anzeige |
| Marke | eigener Firmenname, Name eines Wettbewerbers | getrennte Kampagne, eigene Logik |
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Die Grenze verläuft nicht zwischen "gut" und "schlecht", sondern zwischen unterschiedlichen Aufgaben. Handlungsbegriffe bringen Anfragen, kosten aber am meisten pro Klick. Vergleichsbegriffe brauchen eine Seite, die wirklich vergleicht, sonst springt der Besucher sofort ab. Informationsbegriffe sind selten ihr Geld wert, solange das Budget begrenzt ist. Und der eigene Markenname ist eine eigene strategische Frage, nicht Teil der Leistungsrecherche.
Ortsbezug ist ein eigener Hebel. "in der nähe", "in meiner nähe" und Stadtnamen zeigen an, dass jemand lokal beauftragen will. Solche Varianten trennst du besser von den allgemeinen Begriffen, weil sie andere Anzeigentexte verdienen.
Schritt 4: Match Types festlegen
Die Keyword-Option entscheidet, wie weit Google von deinem Keyword abweichen darf. Es gibt drei, und ihre Schreibweise ist die Einstellung:
| Option | Schreibweise | Löst aus bei (laut Google-Hilfe) | Kontrolle |
|---|---|---|---|
| genau passend | [badsanierung münchen] | Suchanfragen mit derselben Bedeutung oder derselben Absicht | hoch |
| passende Wortgruppe | "badsanierung münchen" | Suchanfragen, die die Bedeutung deines Keywords enthalten | mittel |
| weitgehend passend | badsanierung münchen | Suchanfragen, die mit deinem Keyword in Beziehung stehen, zusätzlich gestützt auf weitere Signale | gering |
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"Genau passend" heißt nicht wortwörtlich: Auch bei eckigen Klammern liefert Google Umstellungen, Schreibvarianten und bedeutungsgleiche Formulierungen aus. Den früheren Modifizierer für weitgehend passende Keywords gibt es nicht mehr, seine Rolle hat die Wortgruppen-Option übernommen. Die Definitionen in der Tabelle folgen der Google-Hilfe zu den Keyword-Optionen (Stand September 2026), mehr zu den Feinheiten steht im Glossar unter Keyword-Optionen und im Vergleich Broad Match vs. Exact Match.
Aus meiner Praxis hat sich diese Reihenfolge bewährt: Starte mit "genau passend" und "passende Wortgruppe" für die Kernbegriffe. So lernst du in den ersten Wochen, welche Formulierungen überhaupt Anfragen bringen, ohne das Budget an Streuung zu verlieren. "Weitgehend passend" ist ein Werkzeug für später, wenn Conversion-Tracking sauber läuft, eine Gebotsstrategie auf Conversions optimiert und eine gepflegte Ausschlussliste existiert. Ohne diese drei Voraussetzungen kauft die Option vor allem Reichweite. Google selbst empfiehlt weitgehend passende Keywords ausdrücklich in Kombination mit Smart Bidding.
Weitgehend passend und AI Max: der Stand 2026
Die Match-Type-Frage hat 2026 eine zweite Ebene bekommen. AI Max für Suchkampagnen ist laut Google-Hilfe eine Option auf Kampagnenebene, die drei Dinge bündelt: einen Suchbegriffsabgleich aus weitgehend passenden Keywords und keywordloser Technologie, die automatische Anpassung deiner Anzeigentexte und die Erweiterung der finalen URL auf andere Seiten deiner Website.
Für die Recherche sind zwei Termine wichtig. Laut dem Google Ads & Commerce Blog (April 2026, aktualisiert im Juni 2026) stellt Google ab September 2026 Suchkampagnen automatisch auf AI Max um, die automatisch erstellte Assets und/oder die Einstellung "weitgehend passend" auf Kampagnenebene nutzen. Dynamische Suchanzeigen folgen ab Februar 2027. Betroffen sind also einzelne Kampagnen mit diesen Einstellungen, nicht jedes Konto.
Deine Keyword-Liste wird dadurch nicht überflüssig. Laut Google-Hilfe zur Keyword-Priorisierung bevorzugt Google ein genau passendes Keyword, das mit der Suchanfrage identisch ist. Deine wichtigsten Begriffe als "genau passend" im Konto zu haben, bleibt also die sauberste Steuerung. Für alles, was AI Max darüber hinaus findet, hast du laut Google diese Hebel: Marken-Ein- und -Ausschlüsse, Standorte von Interesse, URL-Ein- und -Ausschlüsse sowie ausschließende Keywords. Was die Umstellung konkret für dein Konto bedeutet und wie du sie prüfst, erkläre ich im Beitrag zur AI-Max-Umstellung in Google Ads.
Schritt 5: Negative Keywords von Tag eins
Ausschließende Keywords sind kein Aufräumschritt für später, sondern Teil des Setups. Jede Kampagne startet mit einer Grundliste, sonst bezahlst du in der ersten Woche für Suchanfragen, die nie zu einem Auftrag führen können. Typische Kategorien:
- Job und Ausbildung: job, jobs, stelle, ausbildung, gehalt, praktikum, lehrstelle
- Selbermachen: anleitung, selber, diy, tutorial, youtube, video
- Kostenlos und gebraucht: kostenlos, gratis, umsonst, gebraucht, second hand
- Falsche Zielgruppe: privat oder gewerblich, je nachdem, wen du ausschließen willst
- Wissen statt Kauf: was ist, bedeutung, definition, wikipedia, erfahrungen forum
- Falscher Ort: Städte und Regionen, die du nicht bedienst, auch wenn die Standortausrichtung sie ausschließt
Wo du die Liste anlegst, macht einen Unterschied. Begriffe, die für dein gesamtes Konto gelten, gehören in eine geteilte Liste: "Tools", dann "Gemeinsam genutzte Bibliothek", dann "Ausschließende Keyword-Listen". Die Liste verknüpfst du danach mit allen Kampagnen. Spezifische Ausschlüsse, etwa um zwei Anzeigengruppen sauber voneinander zu trennen, setzt du direkt auf Kampagnen- oder Anzeigengruppenebene.
Für Begriffe, die nirgends im Konto laufen sollen, gibt es zusätzlich ausschließende Keywords auf Kontoebene: "Verwaltung", dann "Kontoeinstellungen", dann "Ausschließende Keywords". Laut Google-Hilfe (Stand September 2026) gelten sie für das Such- und Shopping-Inventar von Such-, Performance-Max-, Shopping-, App-, Smart- und lokalen Kampagnen, erlaubt sind bis zu 1.000 Begriffe. Kandidaten dafür sind die Klassiker "job", "ausbildung" oder "kostenlos". Die übrigen Grenzen nennt Google in der Hilfe zu ausschließenden Keywords: bis zu 10.000 ausschließende Keywords pro Kampagne, bis zu 20 geteilte Listen pro Konto und bis zu 5.000 Begriffe pro Liste.
Ausschließende Keywords verhalten sich außerdem strenger als normale: Verlass dich nicht darauf, dass jede Schreibvariante automatisch mit abgedeckt ist. Prüfe stattdessen im Suchanfragenbericht, ob ein ausgeschlossener Begriff in anderer Schreibweise wieder auftaucht, und ergänze ihn dann. Die Systematik dahinter steht im Glossar unter negative Keywords.
Schritt 6: Struktur in Anzeigengruppen
Die beste Liste nützt wenig, wenn alles in einer Anzeigengruppe landet. Eine Anzeigengruppe kann nur eine Botschaft transportieren, also gehört in jede Gruppe genau ein Thema mit passender Landingpage.
Ein konstruiertes Beispiel für den Sanitärbetrieb:
- Anzeigengruppe "Badsanierung": [badsanierung münchen], [bad renovieren münchen], "badsanierung kosten münchen". Landingpage: Leistungsseite Badsanierung.
- Anzeigengruppe "Barrierefreies Bad": [barrierefreies bad], [altersgerechtes bad], "dusche barrierefrei umbauen". Landingpage: Unterseite barrierefrei.
- Anzeigengruppe "Notdienst": [rohrbruch notdienst], [klempner notdienst münchen], "sanitär notdienst heute". Landingpage: Notdienstseite mit Telefonnummer oben.
Fünf bis fünfzehn eng verwandte Keywords pro Gruppe sind ein guter Rahmen. Die Regel dahinter ist einfach: Wenn du für die Gruppe keine Überschrift schreiben kannst, die auf alle Keywords passt, ist die Gruppe zu breit. Einzelne Keywords in eigene Gruppen zu isolieren, wie es das SKAG-Modell vorsah, lohnt sich heute meist nicht mehr, weil die Varianten-Logik der Keyword-Optionen ohnehin zusammenführt, was du künstlich trennst.
Keyword-Tool deutsch: was kostenlos geht und was nicht
Die Frage nach einem kostenlosen deutschsprachigen Keyword-Tool hat eine ehrliche Antwort: Für den Start reichen kostenlose Werkzeuge, aber keines davon liefert gesicherte Zahlen.
| Werkzeug | Was es liefert | Grenze |
|---|---|---|
| Keyword-Planer | Ideen, Größenordnungen, Gebotsspannen | ohne aktive Kampagne nur grobe Spannen, ähnliche Begriffe zusammengefasst |
| Autovervollständigung | echte Formulierungen aus der Suche | keine Mengenangaben, personalisiert und regional beeinflusst |
| "Ähnliche Fragen" | Fragen vor der Kaufentscheidung | keine Mengenangaben |
| Search Console | echte Suchanfragen deiner Website mit Impressionen und Klicks | nur organische Daten, nur für Seiten, die bereits ranken |
| Google Trends | relative Verläufe, Saisonalität, Regionen | keine absoluten Zahlen |
| Suchanfragenbericht | echte Suchanfragen aus deinem Konto | setzt laufende Kampagnen voraus |
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Der wichtigste Punkt betrifft den Keyword-Planer selbst: Ohne aktive Kampagne mit nennenswerten Ausgaben zeigt Google das Suchvolumen nur in Spannen an, etwa 1.000 bis 10.000 Suchanfragen pro Monat. Genauere Werte erscheinen erst, wenn im Konto dauerhaft Kampagnen laufen. Dazu fasst der Planer ähnliche Begriffe und Schreibweisen zu einem Wert zusammen, deine tatsächlichen Suchanfragen sind also feiner verteilt, als die Tabelle vermuten lässt.
Kostenpflichtige Tools ändern daran weniger, als ihre Startseiten versprechen: Sie modellieren Suchvolumen und Klickpreise aus eigenen Datenquellen und bleiben damit ebenfalls bei Schätzungen. Ihr Mehrwert liegt im Blick auf Wettbewerber und in der Bequemlichkeit großer Listen. Für die Frage, welches Keyword bei dir Anfragen bringt, gibt es nur eine verlässliche Quelle, und die ist dein eigenes Konto.
Keyword-Analyse laufender Kampagnen
Sobald Anzeigen ausgeliefert werden, verschiebt sich die Arbeit von der Schätzung zur Messung. Zwei Ansichten tragen diesen Teil.
Der Suchanfragenbericht zeigt die tatsächlichen Suchanfragen, die deine Anzeigen ausgelöst haben. Du findest ihn im linken Menü unter "Kampagnen" im Bereich "Statistiken und Berichte" beim Punkt "Suchbegriffe", in älteren Ansichten liegt er direkt neben der Keyword-Tabelle. Die Routine dazu ist unspektakulär und wirkt trotzdem: einmal pro Woche nach Kosten absteigend sortieren, die oberen Zeilen durchgehen, passende Suchanfragen als eigenes Keyword aufnehmen, unpassende ausschließen. Nach wenigen Wochen erkennst du an diesem Bericht besser als in jedem Tool, welche Sprache deine Kunden benutzen.
Zwei Details aus der Google-Hilfe zum Suchbegriffsbericht (Stand September 2026) solltest du kennen. Erstens ist der Bericht nie vollständig: Suchbegriffe mit zu wenigen Suchanfragen blendet Google aus Datenschutzgründen aus. Zweitens zeigt die Spalte "Keyword-Option", über welchen Match Type ein Suchbegriff ausgelöst wurde. Läuft eine Kampagne mit AI Max, steht dort bei den entsprechenden Treffern laut Google-Hilfe "AI Max", und eine eigene Ansicht zeigt die Suchbegriffe zusammen mit den ausgelieferten Anzeigenkombinationen, in der englischen Oberfläche heißt sie "Search terms and ad combinations". Unpassende Treffer kannst du direkt aus dem Bericht als ausschließendes Keyword oder, bei AI Max, als ausgeschlossene URL hinterlegen. Was die Begriffe im Bericht bedeuten, steht im Glossar unter Suchbegriffsbericht.
Die Statusspalte der Keyword-Tabelle sagt dir, ob ein Keyword überhaupt ausgeliefert wird. "Aktiviert" heißt teilnahmeberechtigt, dazu gibt es Statusgründe wie "Wenige Suchanfragen", die eine Auslieferung faktisch verhindern. Solche Keywords sind nicht automatisch falsch, sie sind nur zu selten: Manchmal hilft ein breiter gefasster Begriff in derselben Gruppe. Die möglichen Zustände und ihre Bedeutung stehen im Glossar unter Keyword-Status.
Für die Bewertung einzelner Keywords brauchst du Geduld und einen Zeitraum, der genug Daten enthält. Ein Keyword nach zehn Klicks abzuschalten ist keine Optimierung, sondern eine Reaktion auf Zufall. Sinnvoller ist der Blick auf Kosten ohne Conversion über mehrere Wochen. Welche Stellschrauben danach greifen, habe ich in den 20 Strategien zur Google-Ads-Optimierung zusammengestellt.
Die häufigsten Fehler bei der Keyword-Recherche
- Nach Suchvolumen sortieren. Die Spalte ist die auffälligste in der Tabelle und die unwichtigste für die Auswahl. Sortiere nach Absicht, dann nach Volumen.
- In Fachsprache denken. Was in deinem Angebot steht, tippt selten jemand in die Suche. Die Wörter deiner Kunden stehen in ihren E-Mails.
- Alles in eine Anzeigengruppe werfen. Breite Gruppen erzwingen allgemeine Anzeigen, allgemeine Anzeigen bekommen schwächere Relevanzbewertungen.
- Ausschlüsse erst nach der ersten Rechnung. Die Grundliste gehört vor den Start, nicht in die Nachbesserung.
- Recherche als einmalige Aufgabe. Angebote ändern sich, Formulierungen auch. Ein fester Termin pro Woche für den Suchanfragenbericht ersetzt jede große Neuauflage.
- Weitgehend passend ohne Messung. Ohne funktionierendes Conversion-Tracking gibt es keine Grundlage für die Frage, ob die zusätzliche Reichweite etwas gebracht hat.
- Wettbewerbermarken ohne Plan. Auf fremde Markennamen zu bieten ist erlaubt, aber teuer und heikel: eine strategische Entscheidung, kein Nebenprodukt der Recherche.
- Die AI-Max-Umstellung ungeprüft lassen. Wer weitgehend passend auf Kampagnenebene oder automatisch erstellte Assets nutzt, sollte nach der Umstellung im Suchbegriffsbericht gezielt die Zeilen mit der Keyword-Option "AI Max" durchgehen, bevor die ersten Wochen Budget darüber laufen.
Fazit
Eine gute Keyword-Liste ist kurz, geordnet und begründet. Sie entsteht aus dem, was du wirklich verkaufst, wird im Keyword-Planer um Formulierungen ergänzt, die du selbst nicht getroffen hättest, und danach nach Absicht sortiert. Match Types regeln, wie viel Abweichung du zulässt, ausschließende Keywords regeln, was auf keinen Fall passieren soll, und die Anzeigengruppen sorgen dafür, dass die Anzeige zur Suche passt.
Der Rest ist Beobachtung. Kein Tool weiß vorher, welches Keyword bei dir zu Anfragen führt. Das zeigt erst der Suchanfragenbericht, und zwar dauerhaft.
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