Eine Mail von Google, dazu ein Hinweis im Konto: Du sollst bis zu einem bestimmten Datum bestätigen, wer du bist. Das ist die Werbetreibenden-Bestätigung. Google prüft damit, wer hinter einem Google-Ads-Konto steht, und zeigt das Ergebnis öffentlich an. Du beantwortest unter Verwaltung > Richtlinie > Konto Fragen zu deiner Organisation und zum Zahler und reichst je nach Kontotyp Dokumente ein, als Unternehmen in Deutschland etwa einen Handelsregisterauszug und einen Ausweis. Jeder Schritt wird laut Google in bis zu 5 Arbeitstagen geprüft. Verpasst du eine gesetzte Frist, wird dein Konto pausiert, verlängern lässt sie sich nicht.
Hier gehe ich den Ablauf Schritt für Schritt durch, mit den Dokumenten, die Google für Deutschland akzeptiert, dem Sonderfall Agentur und den Ablehnungsgründen, die sich vermeiden lassen. Ist dein Konto schon gesperrt, lies zuerst Google Ads Konto gesperrt. Wie du das Konto gegen Übernahmen schützt, steht in Google-Ads-Konto absichern.
Stand: Alle Angaben zu Ablauf, Fristen und Dokumenten stammen aus der Google-Ads-Hilfe, geprüft am 08.10.2026. Google ändert diese Seiten regelmäßig, offiziell ist laut Google die englische Fassung. Die Quellen stehen am Ende des Artikels.
Was die Werbetreibenden-Bestätigung ist
Google hat das Verfahren im April 2020 angekündigt: Werbetreibende sollten nachweisen, wer sie sind und in welchem Land sie tätig sind. Heute schreibt Google in der Hilfe zur Überprüfung des Werbetreibenden, dass nach und nach alle Werbetreibenden es durchlaufen müssen. Die deutsche Hilfe nennt es „Überprüfung des Werbetreibenden“ (englisch „advertiser verification“), spricht aber genauso von „bestätigten“ Werbetreibenden. Bestätigung und Überprüfung meinen hier also dasselbe Verfahren.
Was danach öffentlich zu sehen ist
Nach der Bestätigung zeigt Google laut der Hilfe zur Transparenz bei Anzeigen deinen rechtsgültigen Namen oder Markennamen und deinen Standort an. Das passiert in der Offenlegung der Anzeige selbst (bei Suchanzeigen über das Drei-Punkte-Symbol am Desktop oder das Info-Symbol auf dem Smartphone, im Bereich „Mein Anzeigen-Center“) und im Ads Transparency Center. Dort sieht jeder deine Anzeigen samt Zeiträumen und Orten der Auslieferung, außerdem den Verlauf deiner Namensänderungen und Anzeigen, die aus rechtlichen Gründen oder wegen Richtlinienverstößen entfernt wurden.
Wer nicht bestätigt ist, taucht trotzdem auf: mit Name und Standort aus dem Zahlungsprofil und dem Hinweis „nicht bestätigt“. Wie du das Transparency Center für einen Blick auf die Konkurrenz nutzt, erkläre ich im Beitrag Ads Transparency Center.
Warum Google dich auswählt
Laut Google kann die Aufforderung unterschiedliche Auslöser haben:
- Dein Konto ist Teil der schrittweisen Einführung.
- Werbeverhalten oder Anzeigeninhalte wirken potenziell verdächtig.
- Du wirbst in sensiblen Branchen wie Finanzdienstleistungen oder auf markenbezogene Suchanfragen.
- Du nutzt Funktionen, die häufig missbraucht werden.
- Dein Konto ist gesperrt, und der Einspruch setzt die Bestätigung voraus.
Auch nach größeren Änderungen am Zahlungsprofil, an der Rechnungsadresse oder an den Unternehmensdaten kann Google erneut prüfen. Änderst du den rechtsgültigen Namen im Zahlungsprofil, löst das sofort eine neue Bestätigung aus.
Und der Digital Services Act?
Die Bestätigung ist älter als der Digital Services Act (DSA), und Google begründet sie in der Hilfe nicht mit ihm. Sie liefert aber genau die Angaben, die der DSA von Plattformen verlangt. Nach Art. 26 muss bei jeder Anzeige erkennbar sein, in wessen Namen sie läuft und wer dafür bezahlt hat. Art. 39 fordert von sehr großen Plattformen und Suchmaschinen ein öffentliches Anzeigenarchiv mit diesen Angaben. Die EU-Kommission hat Google Search am 25. April 2023 als sehr große Online-Suchmaschine benannt, und Google hat das Transparency Center im August 2023 ausgebaut, um DSA-Vorgaben zu erfüllen. Die Pflichten aus dem DSA treffen Google als Plattform, nicht dich. Das ist keine Rechtsberatung, bei konkreten Fragen hilft dir eine Anwältin oder ein Anwalt für IT-Recht.
Der Ablauf Schritt für Schritt
1. Aufforderung und Frist
Google benachrichtigt dich per E-Mail oder im Konto und nennt dabei die Frist. Die Schritte findest du unter Verwaltung > Richtlinie > Konto, die Seite hieß früher „Überprüfung des Werbetreibenden“. Ausführen kann sie laut Google nur ein Administrator des Google-Ads-Kontos.
Die Hilfe zum Ablauf nennt keine feste Zahl, sondern verweist auf das Datum im Konto. Konkreter wird die Hilfe zur Pausierung von Konten: Wer die Dokumente nicht innerhalb der 30-tägigen Frist einreicht oder die Bestätigung nicht innerhalb von 30 Tagen abschließt, dessen Konto wird pausiert. Maßgeblich bleibt das Datum in deinem Konto. Die Prüfung eines Schritts dauert laut Google bis zu 5 Arbeitstage, selten bis zu 30 Tage. Wer erst in der letzten Woche anfängt und einmal nachreichen muss, wird knapp. Ich sehe deshalb am Tag der Aufforderung nach, welche Schritte verlangt sind, und suche die Unterlagen sofort zusammen.
| Situation | Was laut Google gilt |
|---|---|
| Bestätigung mit Frist | Ohne Bestätigung bis zur Frist wird das Konto pausiert. Eine Verlängerung gibt es nicht |
| Bestätigung ohne Frist | Freiwillig, deine Anzeigen laufen weiter |
| Konto bereits pausiert | Anzeigen laufen erst nach erfolgreicher Bestätigung wieder |
| Einspruch gegen eine Sperrung | Erst möglich, wenn die Bestätigung durch ist |
Auch ohne Frist kann sich die Bestätigung lohnen. Sie öffnet laut Google zusätzliche Funktionen wie Unternehmensname und Logo in Suchanzeigen, und Einschränkungen im Konto können wegfallen. Solange eine angeforderte Bestätigung offen ist, können einzelne Anzeigen eingeschränkt laufen, laut Google etwa bei länderübergreifendem Targeting, auf Markenbegriffe oder in Branchen wie Reisen, Kunden- und Tech-Support oder Finanzen. Weitere Ursachen für schwache Auslieferung sammle ich in Google Ads Anzeigen laufen nicht.
2. Fragen zur Organisation und zum Zahler
Zuerst beantwortest du Fragen zur Art deiner Organisation und dazu, wer die Anzeigen bezahlt. Bei vier Punkten lohnt es sich, genau hinzusehen.
Die Agenturfrage. Wer Anzeigen für einen Kunden verwaltet, muss „Sind Sie eine Werbeagentur?“ laut Google mit Ja beantworten. Andernfalls kann das Konto pausiert oder gesperrt werden.
Der Kontotyp. Ob du als „Organisation“ oder als „Natürliche Person“ geprüft wirst, entscheidet der Kontotyp im Zahlungsprofil, zu finden unter Abrechnung > Einstellungen > Details zum Zahlungspflichtigen. Laut der Google-Hilfe zum Kontotyp gehören die meisten Freelancer und Berater ohne Registrierung als Unternehmen zur natürlichen Person, Einzelunternehmer mit eingetragenem Handelsnamen dagegen zur Organisation. Passt der Typ nicht, sollst du vor dem Start den Support kontaktieren. Selbst umstellen kannst du ihn nur einmal, und danach steht eine neue Bestätigung an.
Für Freiberufler ohne Gewerbeanmeldung und ohne Registereintrag bleibt eine Lücke: Google ordnet nicht nach deutschem Recht zu und sagt auch nicht, welches deutsche Schreiben als „Bestätigung der Umsatzsteuerregistrierung“ gilt. Hier würde ich vor dem ersten Upload beim Support nachfragen, statt einen der begrenzten Versuche zu verbrauchen.
Politische Werbung in der EU. Google fragt, ob du über das Konto politische Werbung in der EU schalten willst, laut eigener Aussage wegen EU-Verordnungen. Bei Ja kann die Kampagne in der EU nicht laufen. Für ein normales Unternehmen lautet die Antwort Nein.
Wer zahlt. Weicht dein bestätigter Name vom Namen des Zahlungsprofils ab, steht in der Offenlegung „Anzeigen finanziert von“ mit dem Namen des Zahlungsprofils. Diesen Zahlernamen kannst du unter Verwaltung > Richtlinie > Konto ändern, für seine Richtigkeit bist du laut Google selbst verantwortlich. Eine Änderung des rechtsgültigen Namens übernimmt Google auch in deine Rechnungen. Was dort steuerlich stehen muss, erkläre ich in Google Ads Rechnung: Umsatzsteuer & Reverse Charge.
3. Identität bestätigen: Dokumente für Deutschland
Welche Dokumente Google akzeptiert, hängt vom Land und vom Kontotyp ab. Für Deutschland nennt die Liste der erforderlichen Dokumente Folgendes:
| Kontotyp | Dokument | Akzeptiert für Deutschland |
|---|---|---|
| Organisation | Registrierungsunterlage | Handelsregisterauszug, Gewerbeschein, Bestätigung der Umsatzsteuerregistrierung |
| Organisation | Lichtbildausweis eines bevollmächtigten Vertreters | Reisepass, Personalausweis, Führerschein, unbefristeter Aufenthaltstitel, ausgestellt in einem beliebigen Land |
| Natürliche Person | Amtlicher Lichtbildausweis aus dem EWR oder der Schweiz | Reisepass, Personalausweis, Führerschein, Aufenthaltstitel |
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Organisationen müssen laut Google unter Umständen beide Arten einreichen. Bevollmächtigter Vertreter ist ein Administrator des Google-Ads-Kontos und/oder des Zahlungsprofils, über das die Anzeigen bezahlt werden. Bei Personalausweis und Reisepass darfst du alles unkenntlich machen, was für die Identifikation nicht nötig ist, etwa Foto und Unterschrift. Der Gewerbeschein ist im Alltag die Bescheinigung, mit der das Gewerbeamt nach § 15 GewO den Empfang deiner Gewerbeanzeige bestätigt.
Für Fotos und Scans verlangt Google:
- ein gültiges, nicht abgelaufenes Dokument
- ein farbiges, scharfes, gut ausgeleuchtetes Bild ohne Spiegelungen
- das ganze Dokument mit allen vier Ecken, bei Ausweisen Vorder- und Rückseite
- das Original: keine Fotokopie, kein Screenshot, kein digitaler Ausweis
Der wichtigste Punkt steht nicht in dieser Liste: Name und Standort im Zahlungsprofil müssen laut Google exakt mit den Dokumenten übereinstimmen, bei Organisationen einschließlich Rechtsformzusatz und Satzzeichen. Steht im Handelsregister „Müller Haustechnik GmbH & Co. KG“ (fiktives Beispiel), reicht „Müller Haustechnik“ im Zahlungsprofil nicht. Werbliche Zusätze, Domains, durchgehende Großschreibung, Emojis oder Telefonnummern haben im Namen nichts zu suchen, es sei denn, sie gehören zum eingetragenen Namen. Nutzt du einen Handelsnamen, müssen er und der rechtsgültige Name zum Registrierungsdokument passen. Korrigieren kannst du den Namen während des Schritts über das Stiftsymbol im Zahlungsprofil.
Statt Dokumenten fragt Google manchmal anderes ab. Organisationen können optional ihre D-U-N-S-Nummer angeben, nach 3 erfolglosen Versuchen sind doch Dokumente fällig. Natürliche Personen bestätigen unter Umständen nur ihre Telefonnummer per 6-stelligem Code, die Vorwahl muss zum Land des Zahlungsprofils passen. Nach 5 Fehlversuchen verlangt Google einen Lichtbildausweis. Bei Organisationen kann zusätzlich die Zugehörigkeit zur Organisation abgefragt werden, per Code an die Telefonnummer oder die E-Mail-Adresse der Organisation, die im Konto hinterlegt ist. Hast du eine Frist, ist dieser Schritt Pflicht.
4. Selfie-Video
Bei natürlichen Personen kann Google ein Selfie-Video verlangen: Du lädst deinen Lichtbildausweis hoch, nimmst ein kurzes Video von dir auf, und Google gleicht beides ab. Das kann nur ein Administrator des Zahlungsprofils erledigen. Passen Ausweis und Video nach 5 Versuchen nicht zusammen, musst du dich an den Support wenden. Eine Videoidentifikation im Live-Gespräch beschreibt Google in der Hilfe nicht.
5. Zahlungsmethode bestätigen oder Zahlung leisten
Je nach Abrechnung fragt Google nach deiner Zahlungshistorie oder lässt dich die Zahlungsmethode bestätigen. Dafür bucht Google einen kleinen Betrag ab, der von deiner Währung abhängt, laut Hilfe aber höchstens 1,95 US-Dollar beträgt. Die letzten 6 Ziffern der Buchung sind dein Bestätigungscode, das Geld kommt innerhalb von 14 Tagen zurück. Bis die Buchung in deinen Umsätzen auftaucht, können bis zu 7 Tage vergehen.
Manchmal verlangt Google eine Zahlung, etwa den offenen Saldo. Kartenzahlungen gehen laut Google fast sofort ein. Banküberweisungen dauern länger, und so lange kann das Konto pausiert bleiben.
6. Bestätigung der Geschäftstätigkeiten
Die meisten Werbetreibenden sehen diesen Schritt laut Google nie. Wer ihn bekommt (englisch Business Operations Verification), beantwortet Fragen zur Organisation, zu Produkten und Dienstleistungen, zu den Anzeigen und zu Beziehungen mit anderen Organisationen. Ist das Geschäftsmodell unklar und vermutet Google, dass Nutzer zu Schaden kommen könnten, kann das Konto bis zur Klärung pausiert werden.
Woran der Schritt laut der Google-Hilfe zu den Geschäftstätigkeiten scheitert:
- Nicht offengelegte Beziehungen. Google will alle Beteiligten kennen: Agenturen mit Kontozugriff, den eigentlichen Dienstleister, den Domaininhaber und alle, die sich sonst ins Konto einloggen. Als Nachweis nennt Google Verträge, ein Schreiben auf Firmenbriefpapier, Rechnungen oder E-Mails. Erwähnt deine Website einen Dritten ohne formale Geschäftsbeziehung, belegst du den Zusammenhang oder entfernst die Erwähnung.
- Unklar, wer liefert. Wiederverkäufer und Affiliates müssen das Unternehmen nennen, das die Leistung tatsächlich erbringt.
- Fehlende Lizenzen in regulierten Branchen wie Gesundheit, Finanzen oder Handwerk und Dienstleistungen rund ums Haus.
- Widersprüche zwischen Name, Adresse oder Website im Formular und den Dokumenten.
Nachweise reichst du laut Google als PDF, JPG, JPEG oder PNG ein, als Foto oder Scan des physischen Dokuments, ohne ZIP-Dateien oder Ordnerlinks. Vertrauliche Angaben darfst du schwärzen. Unabhängig davon verlangt Google für einige Branchen eigene Schritte, etwa eine Zertifizierung für Glücksspiel, Finanzprodukte oder Schlüsseldienste. Warum die Glücksspiel-Zertifizierung ein eigenes Verfahren neben der Bestätigung ist und was für Krypto gilt, erkläre ich im Beitrag zu Glücksspiel, Cannabis und Krypto in Google Ads.
7. Prüfung und Status
Den Stand siehst du auf der Seite Konto, laut Google kann die Aktualisierung bis zu 5 Arbeitstage dauern. Fehlt etwas oder gibt es ein Problem mit einem Schritt, wirst du benachrichtigt, zum Beispiel per E-Mail. Sind alle Schritte erledigt, kommt eine Bestätigungs-E-Mail.
Frist verpasst, abgelehnt, gesperrt: was dann?
| Situation | Folge laut Google | Was du tust |
|---|---|---|
| Frist verpasst | Konto pausiert, keine Anzeigen, Berichte bleiben zugänglich | Bestätigung über den Link in der E-Mail neu starten und abschließen, erst dann endet die Pausierung |
| Problem mit einem Schritt | Google konnte deine Angaben nicht bestätigen | Grund lesen, Ursache beheben, Dokument im Konto erneut einreichen |
| Zu viele Fehlversuche | Konto pausiert | Über den Support Einspruch einlegen, mit möglichst vielen Details |
| Falsche Angaben eingereicht | Verstoß wegen Umgehung der Systeme, Kontosperrung | Einspruch nur, wenn wirklich ein Fehler vorliegt |
| Falsche Organisation bestätigt | Falscher Name in der Offenlegung | Unter Verwaltung > Richtlinie > Konto „Überprüfung zurücksetzen“, danach gilt eine neue Frist |
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Eine Pausierung kann laut Google mehr als ein Konto treffen: Konten mit derselben Zahlungsmethode, verknüpfte Merchant-Center-Konten und neu erstellte Konten können ebenfalls pausiert werden. Ein Zweitkonto ist also kein Ausweg.
Für den Einspruch nach mehreren Fehlversuchen wendest du dich an den Support. Laut Google werden die meisten Einsprüche innerhalb von 5 bis 7 Arbeitstagen bearbeitet, komplexe Fälle dauern länger. Ist das Konto nach einem Problem mit einem Schritt gesperrt, führt der Link „Problem beheben“ in der Benachrichtigung oben im Konto zum Einspruch. Google bittet ausdrücklich darum, nur dann Einspruch einzulegen, wenn du wirklich von einem Fehler ausgehst. Wie ein sauberer Einspruch aufgebaut ist, beschreibe ich in Google Ads Konto gesperrt.
Ändert sich die Firma selbst, gilt laut der Hilfe zu Namens- und Inhaberwechseln: Für einen neuen rechtsgültigen Namen brauchst du ein Dokument, das die Umbenennung bei gleichem Rechtssubjekt belegt. Eine neue Umsatzsteuer-Identifikationsnummer wertet Google als neues Rechtssubjekt, dann brauchst du wahrscheinlich ein neues Zahlungsprofil, meist mit Hilfe des Supports. Startguthaben aus Aktionen verfällt dabei, Restguthaben erstattet Google auf die ursprüngliche Zahlungsmethode.
Agentur oder Kunde: Wer bestätigt?
Die Grundregel steht in der Hilfe zur Bestätigung mehrerer Konten: Die Identität eines Google-Ads-Kontos ist die des Unternehmens, für das geworben wird, und sie kommt in der Regel aus dem Zahlungsprofil. Bestätigt wird also der Kunde, auch wenn die Agentur bezahlt.
| Konstellation | Wer bestätigt | Was in der Offenlegung steht |
|---|---|---|
| Kunde zahlt über eigenes Zahlungsprofil, Agentur betreut | Zahlungsprofil des Kunden. Die Agentur schickt ihm einen Link oder erledigt den Schritt für ihn | Name und Standort des Kunden |
| Agentur zahlt über ihr eigenes Zahlungsprofil | Die Agentur beantwortet die Agenturfrage mit Ja und bindet den Kunden ein. Er wählt oder erstellt ein eigenes Zahlungsprofil und bestätigt es | Name und Standort des Kunden, als Zahler laut Google ebenfalls das Zahlungsprofil des Kunden |
| Agentur wirbt für sich selbst | Die Agentur mit eigenen Unterlagen | Name und Standort der Agentur |
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Das Zahlungsprofil, das der Kunde dafür anlegt oder auswählt, ändert laut Google nichts an der Abrechnung und gibt niemandem neue Zugriffsrechte. Die Agentur sieht nur Zahlungsprofile, bei denen sie Administrator ist, sonst schickt sie den Link an dessen Administrator. Ist das gewählte Profil schon bestätigt, entfallen die Dokumente. Sobald das Profil bestätigt ist, informiert Google die Agentur per E-Mail. Agenturen und große Werbetreibende mit monatlicher Rechnungsstellung können viele Konten auf einmal im Verwaltungskonto bestätigen, unter Verwaltung > Richtlinie > Konten. Im zahlenden Verwaltungskonto lässt sich zusätzlich einstellen, dass künftige Konten mit demselben Zahlungsprofil automatisch mitbestätigt werden.
Was im Transparency Center steht und wie du es steuerst
- Name: Standard ist der rechtsgültige Name aus dem Verfahren. Willst du stattdessen deine Marke zeigen, beantragst du laut Google nach der Bestätigung die Verwendung des Markennamens.
- Zahler: Den Namen hinter „Anzeigen finanziert von“ änderst du unter Verwaltung > Richtlinie > Konto.
- Falsche Organisation: Überprüfung zurücksetzen und neu durchlaufen. Das darf nur ein Administrator.
Meine Empfehlung, gerade mit Blick auf einen späteren Agenturwechsel: Das Zahlungsprofil läuft auf den Kunden, und die Bestätigung erledigt jemand aus dem Unternehmen selbst über den Link der Agentur. Dann hängen Identität und Offenlegung am Unternehmen und nicht daran, wer das Konto gerade betreut.
Häufige Ablehnungsgründe und ihre Lösung
Die Gründe stammen aus Googles Tabelle zu Dokumentproblemen und der Hilfe zu den Geschäftstätigkeiten. Die Lösungen formuliere ich so, wie ich sie umsetzen würde:
| Ablehnungsgrund | Typische Ursache | Lösung |
|---|---|---|
| Name im Zahlungsprofil passt nicht zum Dokument | Rechtsformzusatz fehlt, Abkürzung, Marke statt eingetragenem Namen | Namen Zeichen für Zeichen wie im Register oder Ausweis schreiben, dann neu einreichen |
| Privater Name statt Firmenname | Kontotyp „Natürliche Person“, obwohl eine Firma wirbt, oder umgekehrt | Kontotyp vor dem Start prüfen, einmalig umstellen oder den Support fragen |
| Dokument abgelaufen | Ausweis nicht mehr gültig | Gültiges Dokument aus der Länderliste einreichen |
| Dokument verschwommen oder zu dunkel | Handyfoto bei schlechtem Licht, Spiegelung | Bei Tageslicht fotografieren, ohne Blitzreflex, alle vier Ecken im Bild |
| Rückseite fehlt | Nur die Vorderseite hochgeladen | Vorder- und Rückseite einreichen |
| Kein Original | Fotokopie, Screenshot, digitaler Ausweis | Foto oder Scan des physischen Dokuments |
| Adresse stimmt nicht | Umzug, alte Adresse im Zahlungsprofil | Adresse im Zahlungsprofil vorher aktualisieren |
| Land passt nicht | Land im Zahlungsprofil weicht vom Dokument ab | Bei Zahlungsprofilen im EWR akzeptiert Google jeden Ausweis aus dem EWR. Passen die Registrierungsunterlagen nicht zum Land, neues Zahlungsprofil über den Support |
| Dokumenttyp nicht unterstützt | Dokument steht nicht auf der Liste für Deutschland | Nur Dokumente aus der Länderliste verwenden |
| Geschäftsbeziehungen unklar | Agentur, Dienstleister oder Domaininhaber nicht angegeben | Alle Beteiligten nennen, Verträge oder Rechnungen beilegen |
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Die Zahl der Versuche ist begrenzt. Ich würde deshalb nie auf gut Glück ein zweites Dokument hochladen, sondern erst den genannten Grund beheben. Wer andere Fotos oder Dokumente hochlädt als verlangt, riskiert laut Google sogar eine Sperrung.
Checkliste: Dokumente vorbereiten
- Kontotyp im Zahlungsprofil geprüft: „Organisation“ oder „Natürliche Person“
- Name im Zahlungsprofil Zeichen für Zeichen wie im Handelsregister oder Ausweis, inklusive Rechtsformzusatz
- Adresse und Land im Zahlungsprofil identisch mit dem Dokument
- Registrierungsunterlage aus Googles Liste für Deutschland: Handelsregisterauszug, Gewerbeschein oder Bestätigung der Umsatzsteuerregistrierung
- Gültiger Lichtbildausweis eines Administrators von Konto oder Zahlungsprofil, Vorder- und Rückseite, farbig, alle vier Ecken
- Fotos oder Scans der Originale, keine Fotokopien, keine Screenshots, keine digitalen Ausweise
- Handy mit Vorwahl des Zahlungsprofil-Landes für Bestätigungscodes griffbereit
- Bei Agenturbetreuung: Agenturfrage geklärt, Ansprechpartner beim Kunden für den Link benannt
- Verträge oder Rechnungen zu Agentur, Dienstleistern und Domaininhaber bereit, falls die Bestätigung der Geschäftstätigkeiten kommt
- Branchenlizenzen bereit, wenn du in einer regulierten Branche wirbst
- Frist von der Seite Konto im Kalender, Start direkt nach der Aufforderung
Fazit: Das Zahlungsprofil entscheidet
Die Werbetreibenden-Bestätigung wirkt bürokratischer, als sie in den meisten Fällen ist. Viele der Ablehnungsgründe, die Google auflistet, gehen auf Abweichungen zwischen Zahlungsprofil und Dokument zurück: ein fehlender Rechtsformzusatz, eine alte Adresse, der falsche Kontotyp. Wer das vor dem ersten Upload prüft und direkt nach der Aufforderung startet, hat die Frist im Griff.
Dokumente und Selfie-Video kommen von dir als Kontoinhaber, das kann dir niemand abnehmen. Ist dein Konto schon pausiert oder gesperrt, unterstütze ich mit Google Ads Recovery (ab 700 €) beim Einordnen und beim Einspruch. Eine Garantie gibt es nicht, die Entscheidung liegt bei Google. Wer ein neues Konto aufsetzt, bekommt im Google Ads Setup (ab 1.500 €) ein Zahlungsprofil, das von Anfang an zu den Unterlagen passt.
Quellen
- Google Ads-Werberichtlinien-Hilfe, Überprüfung des Werbetreibenden: support.google.com/adspolicy/answer/9703665
- Google Ads-Werberichtlinien-Hilfe, Überprüfung des Werbetreibenden: Zeitraum: support.google.com/adspolicy/answer/15588490
- Google Ads-Werberichtlinien-Hilfe, Erforderliche Schritte für die Überprüfung: support.google.com/adspolicy/answer/15577076
- Google Ads-Werberichtlinien-Hilfe, Erforderliche Dokumente (Ansicht Deutschland): support.google.com/adspolicy/answer/9872280
- Google Ads-Werberichtlinien-Hilfe, Probleme mit Ihrem Dokument beheben: support.google.com/adspolicy/table/15333054
- Google Ads-Werberichtlinien-Hilfe, Fragen zu Ihren Geschäftstätigkeiten: support.google.com/adspolicy/answer/11938893
- Google Ads-Werberichtlinien-Hilfe, Name oder Inhaberschaft ändern: support.google.com/adspolicy/answer/15577171
- Google Ads-Werberichtlinien-Hilfe, Pausierung von Google Ads-Konten: support.google.com/adspolicy/answer/9872152
- Google Ads-Werberichtlinien-Hilfe, Transparenz bei Anzeigen: support.google.com/adspolicy/answer/13733850
- Google Ads-Werberichtlinien-Hilfe, D-U-N-S-Registrierung: support.google.com/adspolicy/answer/13650402
- Google Ads-Hilfe, Überprüfung für mehrere Konten: support.google.com/google-ads/answer/9945851
- Google Ads-Hilfe, Kontotyp verwalten: support.google.com/google-ads/answer/14130831
- Google Ads-Hilfe, Unternehmensname und Logo in Anzeigen: support.google.com/google-ads/answer/12834372
- Google Blog, Advertiser identity verification for transparency (23.04.2020): blog.google
- Google Blog, Complying with the Digital Services Act (24.08.2023): blog.google
- Europäische Kommission, Benennung sehr großer Online-Plattformen und Suchmaschinen (25.04.2023): ec.europa.eu
- Verordnung (EU) 2022/2065 (Digital Services Act), Art. 26 und 39: eur-lex.europa.eu
- Gewerbeordnung, § 15: gesetze-im-internet.de
Stand: 08.10.2026




