„Das Budget ist weg, aber die Anfragen fehlen." Diesen Satz höre ich häufig, wenn jemand ein Google-Ads-Konto zum ersten Mal von außen prüfen lässt. Meistens gibt es nicht das eine große Leck, sondern mehrere kleine, die sich addieren.
In diesem Artikel gehe ich die sieben Stellen durch, die ich in der Praxis am häufigsten finde, und sage dir jeweils, wo du im Konto nachsiehst. Es sind Prüfschritte, keine Garantien: Welche davon bei dir wirklich Geld kosten, zeigt nur dein Konto.
1. Klicks auf Suchbegriffe, die nicht zu dir passen
Der Klassiker. Deine Keywords sind sinnvoll, aber die tatsächlich eingegebenen Suchbegriffe sind es nicht: Jobsuchen, Selbermachen-Anleitungen, Gratis-Angebote, Produkte, die du nicht führst.
Prüfen: Suchbegriffsbericht öffnen, nach Kosten sortieren, die teuersten Begriffe lesen. Was nicht zu deinem Angebot passt, schließt du aus. Wie du das sauber und mit Listen machst, steht im Beitrag Negative Keywords: Die große Liste 2026 zum Download.
2. Conversion-Tracking, das Falsches zählt (oder nichts)
Ein Konto, das Seitenaufrufe oder Klicks auf eine Telefonnummer als Conversion zählt, sieht gut aus und optimiert in die falsche Richtung. Umgekehrt: Wird gar nichts oder doppelt gemessen, fehlt die Grundlage für jede Entscheidung.
Prüfen: Unter Conversions nachsehen, welche Aktionen gezählt werden und welche davon „primär" sind. Frage dich bei jeder Aktion: Würde ich dafür bezahlen wollen? Mehr zur Qualität der Anfragen findest du im Beitrag Google Ads bringt schlechte Leads? Lead-Qualität messen.
3. Netzwerk- und Ausspielungsoptionen, die nie bewusst gewählt wurden
Beim Anlegen einer Kampagne sind teils Optionen vorausgewählt, die du vielleicht nicht willst, etwa die Ausspielung auf zusätzlichen Netzwerken.
Prüfen: In den Kampagneneinstellungen nachsehen, wo die Anzeigen laufen, und mit den Berichten abgleichen, ob diese Bereiche Anfragen bringen. Entscheide bewusst, statt Voreinstellungen zu behalten.
4. Standort-Einstellungen
Wer „Personen in oder mit Interesse an" einem Standort anspricht, erreicht unter Umständen Menschen, die nie zu dir kommen würden. Ein lokaler Betrieb mit zu großem Einzugsgebiet zahlt für Klicks aus Regionen, die er nicht bedient.
Prüfen: Standortoptionen und Standortberichte ansehen. Stimmen die Orte, aus denen Klicks kommen, mit deinem Einzugsgebiet überein?
5. Anzeigen zu Zeiten, in denen niemand reagiert
Eine Anfrage am Samstagabend, die erst am Dienstag beantwortet wird, ist oft weniger wert als eine am Dienstagmorgen. Das gilt besonders bei Dienstleistungen, bei denen Tempo zählt.
Prüfen: Berichte nach Wochentag und Uhrzeit ansehen. Passen die Zeiten mit den meisten Klicks zu den Zeiten, in denen jemand ans Telefon geht oder Mails beantwortet?
6. Empfehlungen ungeprüft übernommen
Google schlägt im Konto regelmäßig Änderungen vor, zum Beispiel höhere Budgets, breitere Keyword-Optionen oder neue Kampagnenformate. Manches passt, manches nicht. Besonders riskant sind automatisch angewendete Empfehlungen, die niemand mehr bewusst entscheidet.
Prüfen: Prüfe, ob automatisch angewendete Empfehlungen aktiv sind, und lies im Änderungsverlauf, was zuletzt geändert wurde. Wie du Empfehlungen und den Optimierungsfaktor einordnest, beschreibt der Beitrag Optimierungsfaktor: Welche Empfehlungen ich ablehne.
7. Eine Landingpage, die Besucher verliert
Auch ein sauberes Konto verbrennt Geld, wenn die Seite nach dem Klick nicht überzeugt: unklare Botschaft, langsamer Aufbau am Smartphone, ein Formular, das abschreckt.
Prüfen: Öffne deine Anzeige auf dem Smartphone und gehe den Weg bis zur Anfrage selbst. Passt die Seite zum Versprechen der Anzeige? Ist der nächste Schritt sofort erkennbar?
So gehst du vor
- Zuerst Tracking prüfen (Punkt 2), weil alle anderen Entscheidungen darauf aufbauen.
- Danach Suchbegriffe und Standorte, weil dort schnell Klarheit entsteht.
- Änderungen nacheinander vornehmen und notieren, was du wann geändert hast.
- Nach einigen Wochen vergleichen, ob sich Kosten pro Anfrage und Anfragequalität verändert haben.
Ändere nicht alles am selben Tag. Sonst weißt du später nicht, was gewirkt hat. Wie du das Budget zwischen Kampagnen sinnvoll verteilst, nachdem die Lecks gestopft sind, erkläre ich im Beitrag Google Ads Budget richtig verteilen.
Wenn du eine zweite Meinung willst
Als ersten Überblick gibt es den Google-Ads-Konto-Check. Für eine ausführliche Prüfung von Struktur, Tracking, Suchbegriffen und Einstellungen mit konkreten Handlungsempfehlungen gibt es das Google Ads Audit (ab 500 €).
Stand: November 2026




