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Werbung in KI-Assistenten: Alle Formate im Überblick

Welche KI-Assistenten Werbung zeigen: ChatGPT, Google AI Overviews, Copilot, Amazon, Perplexity. Formate, Status, Märkte und was in Deutschland geht.

Mijo Jurisic

Google Ads Consultant

25 Min. Lesezeit
Tuschezeichnung: Eine Reihe Sprechblasen auf einem Tisch, unter einigen hängt ein kleines leeres Etikett, davor liegt eine Lupe

Kurz gesagt

Stand 8. Oktober 2026 zeigen vier große Anbieter Werbung in oder direkt an KI-Antworten: OpenAI in ChatGPT, Google bei AI Overviews und im AI Mode, Microsoft in Copilot und Amazon in seinen Shopping- und Sprachassistenten. In Deutschland laufen davon ChatGPT Ads, Anzeigen in Copilot und Google-Anzeigen über und unter AI Overviews, als eigenen Kanal mit eigenem Budget buchen kannst du aber nur ChatGPT Ads. Perplexity hat sich laut Financial Times aus der Werbung zurückgezogen, Anthropic hält Claude ausdrücklich werbefrei, und in der Gemini-App gibt es laut Google keine Anzeigen.

Stand 8. Oktober 2026 zeigen vier große Anbieter Werbung in oder direkt an KI-Antworten: OpenAI in ChatGPT, Google bei AI Overviews und im AI Mode, Microsoft in Copilot und Amazon in seinen Shopping- und Sprachassistenten. In Deutschland laufen davon drei Flächen: ChatGPT Ads, Anzeigen in Copilot und Google-Anzeigen über und unter AI Overviews. Als eigenen Kanal mit eigenem Budget buchen kannst du hierzulande nur ChatGPT Ads. Jede Angabe unten stammt von der offiziellen Seite des Anbieters oder ist als Medienbericht gekennzeichnet, mit Link und Abrufdatum.

Ich habe diese Übersicht angelegt, weil der Satz „KI-Assistenten zeigen jetzt auch Werbung“ inzwischen in vielen Meldungen steht, aber selten dabei, welches Format gemeint ist, ob es nur ein Test in den USA ist und was ein Werbetreibender in Deutschland tatsächlich buchen kann. Jeder Anbieter bekommt deshalb denselben Steckbrief: Format, Status, Märkte, Buchung, Targeting, Kennzeichnung und Quellen. Wer tiefer in ChatGPT Ads einsteigen will, findet Einrichtung, Kosten und Richtlinien in meinem Leitfaden zu ChatGPT Ads in Deutschland.

Stand: 8. Oktober 2026. Alle Anbieterseiten an diesem Tag abgerufen. Medienberichte nenne ich nur dort, wo ein Anbieter selbst nichts veröffentlicht hat. Ich aktualisiere die Übersicht, wenn ein Anbieter ein Format startet, einstellt oder auf neue Länder ausweitet.

Anbieter mit Werbung in oder an KI-Antworten
4
OpenAI, Google, Microsoft und Amazon
davon mit Ausspielung in Deutschland
3
ChatGPT, Copilot und Google über und unter AI Overviews
Länder im ChatGPT Ads Manager
63
Self-Service, darunter Deutschland, Österreich, Schweiz und Polen
Länder mit Anzeigen innerhalb von AI Overviews
12
nur auf Englisch, Deutschland ist nicht dabei
Mindest-Tagesbudget bei ChatGPT Ads
15 Euro
für Konten mit Abrechnung in Euro

Quelle: Offizielle Anbieterseiten, abgerufen am 08.10.2026

Werbung in KI-Assistenten: der Vergleich

Die Tabelle fasst alle geprüften Anbieter und Flächen zusammen. Die Details mit Quellen stehen in den Steckbriefen darunter.

Anbieter und FlächeFormatStatus (Stand 08.10.2026)DeutschlandBuchungKennzeichnung
ChatGPT (OpenAI)Anzeige unter der Antwort mit Name, Favicon, Titel, Text, Bild und LinkLive als Beta, Test seit 09.02.2026, Europa seit August 2026Ja, ohne PersonalisierungSelf-Service im Ads Manager, ab 15 Euro pro Tag„Sponsored“, optisch getrennt
ChatGPT Sponsored AgentsGespräch mit einem KI-Agenten des Werbetreibenden nach Klick auf eine AnzeigeAlpha-Test seit 16.09.2026Nein, nur USANur ausgewählte WerbetreibendeLaut OpenAI klar gekennzeichnet
Google AI Overviews, über und unterText-, Shopping-, lokale und App-Anzeigen rund um die KI-ZusammenfassungLive in über 200 MärktenJaAutomatisch aus bestehenden KampagnenWie reguläre Suchanzeigen
Google AI Overviews, innerhalbText- und Shopping-Anzeigen in der KI-AntwortLive seit 03.10.2024, heute 12 Länder, nur EnglischNeinAutomatisch, kein gezieltes Placement, kein Opt-out„Sponsored“
Google AI ModeAnzeigen unter und in den Antworten, neue Formate im TestTest seit 21.05.2025, USANein, kein Termin genanntAutomatisch, über Performance Max, Shopping, Broad Match oder AI Max„Sponsored“
Microsoft CopilotAnzeigenblock unter der Antwort mit kurzer Einleitung („Ad Voice“)Live seit 2023, seit 03/2025 in allen deutschsprachigen MärktenJaAutomatisch aus Microsoft-Advertising-Kampagnen, kein Opt-outLaut Microsoft deutlich markiert
Amazon Sponsored PromptsGesponserte Fragen in Suchergebnissen und auf Produktseiten, die den Shopping-Assistenten öffnenAllgemein verfügbar seit 25.03.2026Nein, nur USAAutomatisch in Sponsored-Products- und Sponsored-Brands-Kampagnen, CPCIn der Ankündigung nicht beschrieben
Amazon Alexa+Gesponserte Produkte im Gespräch, Sponsored Tiles und Agentic Ads auf dem Echo ShowTest seit 15.08.2025, weitere Formate seit Oktober 2025Nein, nur USA genanntAutomatisch aus Sponsored-Products-Kampagnen, Amazon DSP, Agentic Ads mit StartpartnernIn den Ankündigungen nicht beschrieben
PerplexityGesponserte Folgefragen und Anzeigen neben der AntwortLaut FT-Bericht seit 2025 auslaufend, keine weiteren WerbepläneNeinLaut Bericht nicht mehr angeboten„Sponsored“
Gemini-App (Google)Keine AnzeigenLaut Google keine Anzeigen und keine aktuellen Pläne (Dezember 2025)NeinNicht buchbarentfällt
Claude (Anthropic)Keine AnzeigenWerbefrei laut Anthropic (04.02.2026)NeinNicht buchbarentfällt
Meta AIKein Werbeformat im Assistenten gefunden, KI-Chats dienen als Signal für Anzeigen auf Metas PlattformenSignal seit 16.12.2025, laut TechCrunch nicht in der EUNeinNicht buchbarentfällt

Tabelle seitlich scrollbar

Zwei Dinge fallen auf. Erstens entscheidet außer bei ChatGPT der Anbieter, ob deine Anzeige auf der KI-Fläche landet. Bei Google und Microsoft laufen die Anzeigen automatisch aus bestehenden Kampagnen, und beide schreiben ausdrücklich, dass es für Anzeigen in AI Overviews beziehungsweise in Copilot kein Opt-out gibt. Zweitens läuft fast alles, was über eine klassische Anzeige unter der Antwort hinausgeht, bisher nur in den USA: Gespräche mit Marken-Agenten, Angebote mitten in der Antwort, Käufe im Gespräch.

Die Anbieter im Detail

Jeder Steckbrief folgt demselben Schema. „Live“ heißt, dass der Anbieter das Format als verfügbar beschreibt, auch wenn er es Beta nennt. „Test“ heißt, dass er selbst von Test, Pilot oder Alpha spricht.

OpenAI: ChatGPT Ads

  • Format: Die Anzeige erscheint unter dem Ende einer Antwort. Sie besteht laut OpenAI aus dem Namen des Werbetreibenden, einem Favicon, Titel, Text, Landingpage und Bild.
  • Status: Live, offiziell als Beta „in the early stages of scaling“. Der Test startete am 9. Februar 2026 in den USA. Nach einem Pilot von Februar bis April erweitert OpenAI den Zugang laut eigener FAQ über den Self-Service im Ads Manager. In den sechs Monaten nach dem Start kamen laut OpenAI acht weitere Märkte dazu. Am 18. August 2026 kündigte OpenAI den Start in 31 europäischen Ländern für die folgende Woche an, darunter Deutschland, Österreich und die Niederlande. Seit dem 31. August 2026 ist der Self-Service in allen 31 Märkten offen.
  • Märkte: Die Hilfeseite zur Verfügbarkeit listet 63 Länder für den Self-Service, darunter Deutschland, Österreich, die Schweiz, Polen, Großbritannien und die USA. Entscheidend ist der Sitz der Firma, die wirbt und die Rechnung bekommt.
  • Deutschland: Ja. Personalisierte Anzeigen gibt es im Europäischen Wirtschaftsraum und in der Schweiz laut OpenAI aber zunächst nicht.
  • Buchung: Self-Service im Ads Manager, größere Werbetreibende über das Sales-Team. Kampagnenziele sind Views (CPM), Clicks (CPC) und Conversions. Conversion-Kampagnen werden per oCPC oder oCPM abgerechnet, also pro Klick oder pro 1.000 Impressionen, nie pro Conversion. Das Mindest-Tagesbudget beträgt 15 Euro, 65 Złoty oder 20 Franken. Neue Konten dürfen anfangs teilweise nur im eigenen Land werben, bis die Identität bestätigt ist und ein bestimmter Werbeumsatz erreicht wurde.
  • Targeting und Signale: Context Hints auf Anzeigengruppenebene, die laut OpenAI ausdrücklich keine Exact-Match-Keywords sind. Dazu Länder und, wo verfügbar, Regionen, Städte und Postleitzahlen sowie Plattformen. Custom Audiences brauchen für die Einbeziehung mindestens 25.000 zugeordnete Nutzer und sollen für EWR und Schweiz nicht genutzt werden. Auf Nutzerseite wertet ChatGPT das aktuelle Gespräch, den ungefähren Standort und die Sprache aus, bei aktivierter Personalisierung auch frühere Chats und Erinnerungen. Den Platz vergibt eine relevanzgewichtete Zweitpreisauktion.
  • Kennzeichnung: Als „Sponsored“ gekennzeichnet und optisch von der Antwort getrennt. Keine Anzeigen für Nutzer unter 18, keine in den Tarifen Plus, Pro, Business, Enterprise und Edu, keine in temporären Chats und während des Tests keine im Browser Atlas.
  • Quellen: Ads in ChatGPT, Ads Manager Availability, Create campaigns, The basics, Expansion nach Europa

Für die Planung zählt vor allem die Branchenfrage. Während der Testphase lässt OpenAI laut seinen Anzeigenrichtlinien (Version 1.6, September 2026) in erster Linie Konsumbranchen zu, etwa Haushalt und Lifestyle, lokale Dienstleistungen, Reisen sowie digitale Produkte und Bildung. Werbung für Finanz- und Gesundheitsleistungen ist außerhalb der USA „generally prohibited“, Rechtsdienstleistungen sind nur in den USA erlaubt. Was ChatGPT Ads als Kanal ausmacht, steht kurz im Glossar unter ChatGPT Ads.

OpenAI nennt selbst zwei Größenordnungen: ChatGPT erreiche 1,2 Milliarden Menschen pro Woche, und Zehntausende Werbetreibende hätten dort bereits Anzeigen geschaltet. Beides sind Angaben des Anbieters. Leistungs-Benchmarks für Werbetreibende gibt es laut OpenAI-FAQ noch nicht. Zwei weitere OpenAI-Formate, Sponsored Agents und Anzeigen bei der Bildgenerierung, sind in Deutschland noch nicht verfügbar und stehen weiter unten bei den angekündigten Formaten.

Google: AI Overviews und AI Mode

Google hat zwei KI-Flächen in der Suche, für die jeweils andere Regeln gelten. Die Gemini-App ist eine dritte, dort gibt es keine Anzeigen (mehr dazu im Abschnitt zu Assistenten ohne Werbung).

  • Format: Über oder unter einer AI Overview können Text-, Shopping-, lokale und App-Anzeigen stehen. Innerhalb der AI Overviews zeigt Google Text- und Shopping-Anzeigen direkt in der KI-Antwort, passend zur Suchanfrage und zum Inhalt der Zusammenfassung. Im AI Mode können Anzeigen laut Google unter den Antworten und in sie integriert erscheinen.
  • Status: Über und unter AI Overviews live. Innerhalb der AI Overviews seit dem 3. Oktober 2024, zuerst in den USA auf Mobilgeräten, seit dem 21. Mai 2025 auch auf dem Desktop. Im AI Mode testet Google Anzeigen seit dem 21. Mai 2025 in den USA, am 20. Mai 2026 kamen neue Testformate dazu.
  • Märkte: Über und unter AI Overviews in allen mehr als 200 Märkten mit AI Overviews. Innerhalb nur auf Englisch und in zwölf Ländern: Australien, Indien, Indonesien, Kanada, Kenia, Malaysia, Neuseeland, Nigeria, Pakistan, Philippinen, Singapur und USA. Für den AI Mode nennt Google die USA.
  • Deutschland: Über und unter AI Overviews ja. Innerhalb der AI Overviews und im AI Mode nein, einen Termin hat Google nicht genannt.
  • Buchung: Kein eigenes Placement. Über und unter AI Overviews laufen Anzeigen aus Such-, Shopping-, Performance-Max- und App-Kampagnen nach dem normalen Auktionssystem. Innerhalb der AI Overviews kommen Text- und Shopping-Anzeigen aus Such-, Shopping- und Performance-Max-Kampagnen in Frage. Gezielt buchen oder abwählen lässt sich das nicht, Google weist diese Anzeigen als „Top Ads“ aus und bietet keinen eigenen Bericht. Für den AI Mode nennt Google Performance Max, Shopping und Suchkampagnen mit Broad Match einschließlich AI Max.
  • Targeting und Signale: Keine eigenen Einstellungen. Google entscheidet mit dem bestehenden Auktionssystem. Innerhalb der AI Overviews zählen zusätzlich der Inhalt der KI-Antwort und eine erkannte kommerzielle Absicht, deshalb setzt Google dort auf Broad Match, AI Max, Performance Max, Shopping oder dynamische Suchanzeigen.
  • Kennzeichnung: Google nennt für Anzeigen in AI Overviews das „Sponsored“-Label, ebenso für die neuen AI-Mode-Formate. Anzeigen in sensiblen Branchen wie Erwachseneninhalte, Alkohol, Glücksspiel, Finanzen, Gesundheit und Politik zeigt Google innerhalb der AI Overviews derzeit nicht.
  • Quellen: Google-Ads-Hilfe zu Anzeigen in AI Overviews, Start im Oktober 2024, Desktop und AI-Mode-Test im Mai 2025, Google Ads Highlights 2025, Google Marketing Live 2026

Was das für Kampagnen in Deutschland konkret bedeutet, welche Keyword-Optionen Zugang haben und was du im Konto prüfen solltest, habe ich in Google Ads im AI Mode ausführlich beschrieben.

Microsoft: Copilot

  • Format: Anzeigen erscheinen in einem Block unter der organischen Antwort. Seit Oktober 2024 leitet Copilot diesen Block mit einem kurzen Satz ein, der erklärt, wie die folgenden Anzeigen mit dem Gespräch zusammenhängen. Microsoft nannte das „Ad Voice“. Zugelassen sind Multimedia-Anzeigen, Produktanzeigen aus Shopping- und Performance-Max-Kampagnen, Suchanzeigen mit Logo sowie zwei Vertical-Formate für Unterkünfte und Touren.
  • Status: Live. Suchanzeigen laufen laut Microsoft seit dem Start von Copilot im Jahr 2023. Am 5. März 2025 meldete Microsoft, die Anzeigen seien in allen englisch-, französisch- und deutschsprachigen Märkten vollständig ausgerollt.
  • Märkte: Englisch-, französisch- und deutschsprachige Märkte, laut der Meldung vom März 2025 sollten Spanisch und Japanisch im selben Monat folgen, weitere Sprachen später.
  • Deutschland: Ja.
  • Buchung: Über Microsoft Advertising. Alle zugelassenen Kampagnen- und Anzeigentypen sind automatisch für Copilot freigeschaltet, ein Opt-out gibt es nicht und eine Garantie auf Ausspielung auch nicht. Suchanzeigen brauchen ein Logo, um in Copilot zu erscheinen. Eigene Kennzahlen für Copilot bietet Microsoft Advertising derzeit nicht.
  • Targeting und Signale: Microsoft wertet das ganze Gespräch aus, nicht nur die letzte Eingabe, und nutzt nach der Beantwortung Nutzerinformationen für die Auswahl. Ausschließende Keywords gelten in Copilot genauso wie in der Websuche.
  • Kennzeichnung: Laut Microsoft werden organische Antworten nie von gesponserten Inhalten beeinflusst, gesponserte Inhalte sind „distinctly marked“. In Gesprächen, die die KI als problematisch markiert, zeigt Copilot keine Anzeigen.
  • Quellen: Microsoft-Hilfe „About ads in Copilot“, Microsoft Advertising, Oktober 2024, Microsoft Advertising, März 2025

Für Branchen mit Einschränkungen ist ein Satz aus der Hilfe wichtig: Was auf Bing laufen darf, darf laut Microsoft auch in Copilot laufen, und Pflichthinweise in der Anzeige werden nicht abgeschnitten.

Amazon: Alexa for Shopping und Alexa+

Amazon hat am 13. Mai 2026 in den USA „Alexa for Shopping“ vorgestellt, das den bisherigen Shopping-Assistenten Rufus und Alexa+ zusammenführt. Die Werbeformate verteilen sich auf diesen Assistenten in der Amazon-App und auf Alexa+ auf dem Echo Show.

  • Format: Sponsored Products Prompts und Sponsored Brands Prompts sind gesponserte Fragen in Suchergebnissen und auf Produktseiten. Ein Klick öffnet ein Gespräch mit dem Assistenten oder liefert die Antwort direkt auf der Seite. Auf Alexa+ gibt es gesponserte Produkte im Einkaufsgespräch, gesponserte Kacheln für Filme und Serien und seit Juni 2026 Agentic Ads, bei denen Kunden direkt im Gespräch kaufen, etwa eine Pizza oder Konzertkarten.
  • Status: Die Prompts starteten im November 2025 als offene Beta und sind seit dem 25. März 2026 in den USA allgemein verfügbar. Gesponserte Produkte in Alexa+ testet Amazon seit dem 15. August 2025, die Unterhaltungs-Anzeigen kamen am 25. Oktober 2025 für Managed-Service-Kunden und am 17. Juni 2026 für den Self-Service. Agentic Ads starteten am 23. Juni 2026 mit Startpartnern wie Papa Johns.
  • Märkte: Für die Prompts, die Produkte in Alexa+ und die Unterhaltungs-Anzeigen nennt Amazon ausschließlich die USA. Für Agentic Ads nennt Amazon keine Länder.
  • Deutschland: Nein. Für keines der Formate nennt Amazon Deutschland.
  • Buchung: Die Prompts laufen automatisch in bestehenden Sponsored-Products- und Sponsored-Brands-Kampagnen mit, abgerechnet per CPC, einzelne Prompts lassen sich pausieren. Gesponserte Produkte in Alexa+ kommen ebenfalls automatisch aus aktiven Sponsored-Products-Kampagnen, die Unterhaltungs-Anzeigen werden über Amazon DSP gebucht.
  • Targeting und Signale: Die Prompts übernehmen das Targeting der Kampagne und nutzen Daten von Produktseite, Brand Store und Kampagne. Bei Agentic Ads kann Alexa laut Amazon auf frühere Gespräche zurückgreifen, etwa auf den Lieblingsbelag einer Pizza.
  • Kennzeichnung: Für Prompts und Alexa+-Formate beschreibt Amazon die Kennzeichnung in den Ankündigungen nicht. Die für Januar 2027 angekündigten Branded Conversations sollen „clearly marked as Sponsored“ sein.
  • Quellen: Sponsored Prompts allgemein verfügbar, Alexa for Shopping, Sponsored Products in Alexa+, Unterhaltungs-Anzeigen, Managed Service, Unterhaltungs-Anzeigen, Self-Service, Alexa+ Agentic Ads

Perplexity: Sponsored Follow-up Questions

  • Format: Gesponserte Folgefragen unter einer Antwort und bezahlte Medien neben der Antwort. Die Antwort auf eine gesponserte Frage schrieb weiterhin Perplexity, nicht die Marke.
  • Status: Perplexity kündigte das Experiment in seinem Blog an, mit Partnern wie Indeed, Whole Foods Market, Universal McCann und PMG. Laut einem Bericht der Financial Times vom 17. Februar 2026 hat Perplexity schon 2025 begonnen, die Werbung auslaufen zu lassen, und plant keine weitere Werbung. Eine eigene Mitteilung von Perplexity zum Ausstieg habe ich nicht gefunden, die Angabe beruht auf dem Bericht.
  • Märkte: Zum Start nur USA.
  • Deutschland: Nein.
  • Buchung: Laut Bericht nicht mehr angeboten. Wie Werbetreibende buchen konnten, beschreibt die Ankündigung nicht.
  • Targeting und Signale: In der Ankündigung nicht beschrieben. Perplexity versprach, keine persönlichen Daten an Werbetreibende weiterzugeben.
  • Kennzeichnung: Als „sponsored“ gekennzeichnet.
  • Quellen: Perplexity-Blog „Why we're experimenting with advertising“, PYMNTS über den FT-Bericht

Assistenten ohne Werbung: Gemini-App, Claude, Meta AI

Für eine vollständige Übersicht gehören auch die großen Assistenten dazu, in denen keine Anzeigen laufen. Hier ist die Quellenlage unterschiedlich fest.

Gemini-App (Google): Dan Taylor, Vice President Global Ads bei Google, sagte laut Search Engine Journal im Dezember 2025: „There are no ads in the Gemini app and there are no current plans to change that.“ Im Earnings Call zum ersten Quartal 2026 sagte Googles Chief Business Officer Philipp Schindler laut Android Headlines, Google sei „open-minded“, was Anzeigen in der Gemini-App angeht. Ein Werbeformat für die App habe ich in Googles eigenen Ankündigungen bis zum 8. Oktober 2026 nicht gefunden.

Claude (Anthropic): Anthropic hat am 4. Februar 2026 in „Claude is a space to think“ erklärt, dass Claude werbefrei bleibt: keine gesponserten Links neben Gesprächen, keine Beeinflussung der Antworten durch Werbetreibende. Falls Anthropic das ändern müsse, will das Unternehmen die Gründe offenlegen.

Meta AI: Ein Werbeformat innerhalb von Meta AI habe ich in Metas eigenen Ankündigungen nicht gefunden. Meta nutzt Gespräche mit seinen KI-Funktionen aber seit dem 16. Dezember 2025 als Signal für Inhalte und Anzeigen auf seinen Plattformen, wie Meta im Newsroom angekündigt hat. Wer mit Meta AI über Wandern spricht, kann danach Anzeigen für Wanderschuhe sehen. Sensible Themen wie Religion, Gesundheit oder politische Ansichten nutzt Meta laut eigener Aussage nicht für Anzeigen. Laut TechCrunch gilt die Änderung nicht in der EU, Großbritannien und Südkorea.

Angekündigt oder im Test, aber nicht allgemein verfügbar

Diese Formate haben die Anbieter offiziell vorgestellt. Sie laufen aber nur als Test, nur für ausgewählte Werbetreibende oder noch gar nicht. Für Deutschland ist keines davon bestätigt.

  • OpenAI, Anzeigen bei der Bildgenerierung: Am 5. Oktober 2026 angekündigt. Ein visuelles Format, das während der Bilderzeugung für Free- und Go-Nutzer erscheint, klar gekennzeichnet und getrennt vom erzeugten Bild. OpenAI hat am 5. Oktober 2026 angekündigt, den Test noch im Oktober in den USA mit einer ersten Gruppe von Werbetreibenden zu starten (Stand 8. Oktober 2026).
  • OpenAI, Sponsored Agents: Seit dem 16. September 2026 im Test mit ausgewählten Werbetreibenden in den USA. Nach einem Klick auf eine Anzeige startet ein gekennzeichnetes Gespräch mit einem KI-Agenten der Marke, getrennt vom ursprünglichen Chat. Laut OpenAI-Hilfe ein „limited alpha test“, Anfragen für einen frühen Zugang nimmt OpenAI derzeit nicht an.
  • Google, neue Formate im AI Mode: Auf der Google Marketing Live am 20. Mai 2026 stellte Google zwei Testformate vor. Conversational Discovery Ads beantworten eine konkrete Frage des Nutzers, Highlighted Answers platzieren eine Anzeige in einer Empfehlungsliste des AI Mode. Beide sollen eine unabhängige KI-Einordnung enthalten und als „Sponsored“ gekennzeichnet sein. Direct Offers, also Angebote in der AI-Mode-Antwort, laufen seit Januar 2026 als Pilot. Länder nennt Google in dem Beitrag nicht.
  • Microsoft, Showroom Ads: Im März 2025 angekündigt, ein Pilot mit ausgewählten Kunden sollte im April 2025 starten. Nutzer mit Kaufabsicht können in eine interaktive Produktumgebung in Copilot wechseln. Einen allgemeinen Start habe ich in Microsofts Quellen nicht gefunden.
  • Microsoft, Offer Highlights: Am 21. April 2026 vorgestellt. Copilot hebt einzelne Merkmale eines Angebots im Gespräch hervor, etwa kostenlosen Versand oder Abholung im Laden. Märkte und Verfügbarkeit nennt Microsoft nicht.
  • Amazon, Branded Conversations: Am 29. September 2026 angekündigt. Marken liefern eigenes Produktwissen, mit dem der Assistent nach einem Klick auf einen Prompt weiterberät. Start im Januar 2027 in den USA, gekennzeichnet als „Sponsored“.

Zeitleiste

Die wichtigsten Starts, Ankündigungen und Wendepunkte, jeweils mit Quelle.

Wann welche KI-Werbung startete

  1. Microsoft: Ad Voice in Copilot

    neue Anzeigendarstellung unter der Antwort, Rollout ab Oktober 2024

    Zur Quelle
  2. Google: Anzeigen in AI Overviews

    zuerst in den USA auf Mobilgeräten

    Zur Quelle
  3. Microsoft: Copilot-Anzeigen voll ausgerollt

    in allen englisch-, französisch- und deutschsprachigen Märkten

    Zur Quelle
  4. Google: Anzeigentest im AI Mode

    dazu Anzeigen in AI Overviews auf dem Desktop in den USA

    Zur Quelle
  5. Amazon: Sponsored Products in Alexa+

    Test in den USA, nur auf dem Echo Show

    Zur Quelle
  6. Meta: KI-Chats als Anzeigensignal

    für Anzeigen auf Metas Plattformen, laut TechCrunch nicht in der EU

    Zur Quelle
  7. OpenAI: Anzeigentest in ChatGPT

    USA, Tarife Free und Go

    Zur Quelle
  8. Perplexity: Rückzug aus der Werbung

    Bericht der Financial Times

    Zur Quelle
  9. Amazon: Sponsored Prompts allgemein verfügbar

    USA, Abrechnung per CPC

    Zur Quelle
  10. Microsoft: Offer Highlights vorgestellt

    Angebotsmerkmale im Copilot-Gespräch

    Zur Quelle
  11. Google: neue Testformate im AI Mode

    Conversational Discovery Ads und Highlighted Answers

    Zur Quelle
  12. Amazon: Alexa+ Agentic Ads

    Kauf direkt im Gespräch auf dem Echo Show

    Zur Quelle
  13. OpenAI: Start in 31 europäischen Ländern angekündigt

    darunter Deutschland, Ausspielung ab der Folgewoche

    Zur Quelle
  14. OpenAI: Self-Service in Europa

    Ads Manager in allen 31 Märkten offen

    Zur Quelle
  15. OpenAI: Sponsored Agents im Test

    ausgewählte Werbetreibende in den USA

    Zur Quelle

Kennzeichnung und Recht in Kürze

Das Label an der Anzeige setzt die Plattform. Für dich als Werbetreibenden bleiben trotzdem zwei Fragen. Die erste betrifft deine Inhalte: Wenn du in Anzeigen KI-Bilder, geklonte Stimmen oder einen KI-Agenten einsetzt, können eigene Kennzeichnungspflichten greifen, etwa nach Art. 50 AI Act. Das kann zum Beispiel Chat-Agenten betreffen, die im Namen einer Marke mit Nutzern sprechen. Die zweite betrifft die Plattformregeln: OpenAI entfernt Anzeigen, die Optik, Funktion oder Stimme von ChatGPT so nachahmen, dass Nutzer sie für einen Teil des Produkts halten könnten.

Was wann gilt und wie du KI-Inhalte in Anzeigen sauber kennzeichnest, habe ich im Leitfaden KI-Werbung kennzeichnen zusammengefasst, das wiederhole ich hier nicht. Das ist keine Rechtsberatung. Bei einem konkreten Fall hilft eine Kanzlei für Wettbewerbs- oder IT-Recht.

Was du in Deutschland heute buchen kannst

Kurz und ehrlich: Für die meisten Unternehmen in Deutschland ist ChatGPT Ads im Moment der einzige KI-Werbekanal, den sie bewusst steuern können. Auf zwei weiteren Flächen landest du automatisch, wenn du ohnehin bei Microsoft oder Google wirbst.

Das geht heute:

  • ChatGPT Ads im Self-Service: eigenes Konto, eigenes Budget ab 15 Euro pro Tag, Abrechnung per CPM, CPC oder optimiert auf Conversions. Voraussetzung ist ein Firmensitz in einem der 63 freigeschalteten Länder.
  • Copilot über Microsoft Advertising: Wer Such-, Shopping- oder Performance-Max-Kampagnen bei Microsoft schaltet, kann in Copilot erscheinen. Suchanzeigen brauchen dafür ein Logo, eigene Zahlen für Copilot gibt es nicht.
  • Google über und unter AI Overviews: Laufende Such-, Shopping-, Performance-Max- und App-Kampagnen können dort automatisch erscheinen. Separat steuern oder auswerten lässt sich das nicht.

Das geht in Deutschland nicht:

  • Anzeigen innerhalb von AI Overviews und im AI Mode
  • Sponsored Agents und Anzeigen bei der Bildgenerierung in ChatGPT
  • Amazons Prompts, die Alexa+-Formate und die angekündigten Branded Conversations
  • Werbung in Perplexity, in der Gemini-App, in Claude und in Meta AI
  • Personalisierte ChatGPT-Anzeigen auf Basis früherer Chats, die im EWR und in der Schweiz zunächst nicht verfügbar sind

Bevor du Budget in ChatGPT Ads steckst, prüfe zuerst die Branche. Finanzen und Gesundheit sind außerhalb der USA weitgehend ausgeschlossen, Rechtsdienstleistungen ganz. Danach zählt das Tracking: Ohne sauber gemessene Conversions lässt sich ein neuer Kanal nicht bewerten, und OpenAI selbst hat noch keine Benchmarks. Für CPC-Kampagnen empfiehlt OpenAI zum Start ein maximales Gebot von 3 bis 5 US-Dollar pro Klick. Ich rate dazu, einen Test wie jeden neuen Kanal mit festem Zeitraum und klarer Erfolgsgröße aufzusetzen, statt Budget aus einer funktionierenden Google-Ads-Kampagne abzuziehen. Ob dein Angebot nach den aktuellen Richtlinien überhaupt passt, klärt der ChatGPT-Ads-Check in wenigen Minuten.

Bezahlte Anzeigen sind übrigens nur ein Weg in KI-Antworten. Welche Quellen KI-Suchen bei deutschen Fragen zu Google Ads tatsächlich nennen, habe ich in meiner Zitierstudie mit 372 Antworten gemessen.

Die vollständige Tabelle als CSV

Alle 18 Flächen aus diesem Artikel mit Format, Status, Datum, Märkten, Buchung, Targeting, Kennzeichnung und Quell-URL gibt es als CSV, zum Filtern in Excel oder zum Zitieren mit Quelle.

Methodik

Quellen
Offizielle Seiten der Anbieter, also Hilfe-Center, Werbe-Blogs, Richtlinien und Newsrooms, einzeln verlinkt in der Quellenliste
Stand
8. Oktober 2026, alle Seiten an diesem Tag abgerufen
Aufnahme
Ein Format steht in der Übersicht, wenn der Anbieter es selbst beschreibt. Medienberichte nur dort, wo der Anbieter nichts veröffentlicht hat, und dann als Bericht gekennzeichnet (Perplexity, Gemini-App, Meta außerhalb der EU)
Status
Live heißt, der Anbieter beschreibt das Format als verfügbar, auch als Beta. Test heißt, der Anbieter nennt es selbst Test, Pilot oder Alpha. Angekündigt heißt, es gibt noch keinen Start
Deutschland
Ja nur, wenn der Anbieter Deutschland, deutschsprachige Märkte oder alle Märkte einer Fläche nennt, die es in Deutschland gibt
Grenzen
Keine eigenen Testbuchungen und keine Leistungsdaten, nur Angaben der Anbieter. Snapchat My AI und Grok auf X habe ich für diesen Stand nicht gegen Primärquellen geprüft und deshalb nicht aufgenommen
Aktualisierung
Bei Starts, Einstellungen und neuen Ländern. Geänderte Angaben ersetze ich und setze ein neues Stand-Datum

Fazit

Werbung in KI-Assistenten ist im Oktober 2026 Alltag, in Deutschland aber noch ein schmales Feld. Vier Anbieter verkaufen Anzeigen in oder an KI-Antworten. Die Formate, über die gerade am meisten geschrieben wird, also Marken-Agenten, Angebote mitten in der Antwort und Käufe im Gespräch, laufen fast alle nur in den USA. Hierzulande gibt es einen eigenen Kanal, ChatGPT Ads, und zwei Flächen, auf die du über bestehende Microsoft- und Google-Kampagnen automatisch mitkommst. Wie groß der deutsche Online-Werbemarkt ist, in den diese neuen Formate hineinwachsen, habe ich im Online-Werbemarkt Deutschland zusammengestellt. Weil sich die Lage gerade schnell ändert, halte ich diese Übersicht aktuell.

Wenn du ChatGPT Ads für dein Unternehmen testen willst, richte ich Konto, Tracking und erste Kampagnen ab 1.500 € ein. Die laufende Betreuung kostet ab 1.000 € pro Monat (3 Monate Startphase, danach monatlich kündbar). Was dazugehört, steht auf der Seite zu ChatGPT Ads.

Quellen

Alle Seiten abgerufen am 8. Oktober 2026.

Alle Produkt- und Markennamen gehören ihren jeweiligen Inhabern. Die Nennung ist redaktionell.

Diesen Artikel zitieren

Grafiken und eigene Auswertungen aus diesem Artikel darfst du frei verwenden, auch kommerziell. Bedingung: eine Quellenangabe mit Link auf diese Seite. Zahlen aus fremden Quellen bitte zusätzlich mit deren Originalquelle angeben.

Quellenangabe

Jurisic, M. (2026): Werbung in KI-Assistenten: Alle Formate im Überblick. MJ Marketing. https://mjmads.com/de/blog/werbung-in-ki-assistenten/ (Stand: 04.11.2026)

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Häufige Fragen

Stand 8. Oktober 2026 zeigen vier große Anbieter Werbung in oder direkt an KI-Antworten: OpenAI in ChatGPT, Google bei AI Overviews und im AI Mode, Microsoft in Copilot und Amazon in seinen Shopping- und Sprachassistenten. Perplexity hat Werbung getestet und verfolgt sie laut einem Bericht der Financial Times nicht weiter. Für die Gemini-App und für Claude sagen Google und Anthropic, dass dort keine Anzeigen laufen. Für Meta AI habe ich in Metas eigenen Ankündigungen kein Werbeformat gefunden.

Mijo Jurisic

Google Ads Consultant & Gründer von MJ Marketing. 5+ Jahre Praxis: vom autodidaktischen Start bis zur Beratung direkter Google-Ads-Kunden im Auftrag von Google. In der Laufbahn 500+ Google-Ads-Konten betreut und 22 Mio. € Mediabudget verantwortet.

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