Performance Max (PMax) ist Googles zielbasierter Kampagnentyp, der mit einer einzigen Kampagne alle Google-Kanäle bespielt. Das macht ihn stark, aber auch komplex und schwerer zu durchschauen als klassische Kampagnen. In diesem Guide erfährst du alles: Was PMax ist, wann es sich lohnt, wie du es optimal einrichtest und die häufigsten Fehler vermeidest.
Was ist Performance Max?
Die Basics
Performance Max ist ein KI-gesteuerter Kampagnentyp, der automatisch über ALLE Google-Kanäle hinweg ausspielt:
Kanäle die PMax nutzt:
- Google Search (Suchnetzwerk)
- Google Shopping
- Display-Netzwerk
- YouTube
- Gmail
- Google Discover
- Google Maps
Konzept: Du gibst Google ein Ziel (z.B. "Maximiere Conversions"), Assets (Bilder, Videos, Headlines) und Budget. Google entscheidet automatisch:
- Wo Anzeigen geschaltet werden
- Welche Assets kombiniert werden
- Wer die Zielgruppe ist
- Was geboten wird
PMax vs. traditionelle Kampagnen
Traditionelle Kampagnen:
- Du wählst Kanal (Search ODER Shopping ODER Display)
- Du kontrollierst Keywords, Gebote, Zielgruppen
- Transparenz: Du siehst genau was läuft
Performance Max:
- Automatisch über ALLE Kanäle
- Google kontrolliert meistes
- Weniger Transparenz (Black Box)
- Aber: Erfahrungsgemäß oft bessere Performance durch KI-Optimierung
Wann wurde PMax eingeführt?
Timeline:
- 2020: Einführung als Beta
- November 2021: Start für alle Werbetreibenden weltweit
- 2022: Smart-Shopping- und lokale Kampagnen werden auf PMax umgestellt (automatische Umstellung bis Ende September 2022)
- 2025: Mehr Kontrolle und Transparenz: Negative Keywords auf Kampagnenebene, Suchbegriffsbericht für alle PMax-Kampagnen und ein Bericht zur Kanalleistung
Stand 2026: Aus meiner Praxis ist PMax in vielen E-Commerce- und Lead-Gen-Konten ein fester Baustein, am besten zusammen mit Search und Shopping.
Solltest du Performance Max nutzen?
PMax ist IDEAL für:
- Produktkataloge mit vielen SKUs
- Wollen Verkäufe maximieren
- Haben Produkt-Feed (Google Merchant Center)
✅ Lead-Generation
- B2B oder B2C Services
- Formulare auf Website
- Qualifizierte Anfragen gewünscht
✅ Omnichannel-Strategie
- Wollen über mehrere Kanäle präsent sein
- Testen was funktioniert ohne einzelne Kampagnen
✅ Accounts mit genug Daten
- Faustregel aus meiner Praxis: mindestens 30-50 Conversions/Monat
- Conversion Tracking sauber implementiert
- Google hat genug Daten zum Lernen
PMax ist NICHT ideal für:
❌ Brandnew Accounts
- Unter 30 Conversions/Monat
- KI hat zu wenig Daten zum Optimieren
❌ Volle Kontrolle gewünscht
- Du willst Keywords selbst wählen
- Transparenz ist wichtiger als Performance
❌ Sehr Nischen-Produkte
- Extrem spezifische B2B-Produkte
- Wo manuelle Targeting besser funktioniert
❌ Brand Protection kritisch
- Du willst nicht, dass Anzeigen auf unpassenden Placements erscheinen
- (Placement-Ausschlüsse laufen bei PMax nur über die Kontoebene, nicht pro Kampagne)
PMax vs. andere Kampagnentypen
| Feature | PMax | Standard Shopping | Search Ads |
|---|---|---|---|
| Kanäle | Alle Google Kanäle | Nur Shopping | Nur Search |
| Kontrolle | Niedrig | Mittel | Hoch |
| Setup-Aufwand | Mittel | Niedrig | Hoch |
| Performance-Potential | Sehr hoch | Hoch | Hoch |
| Transparenz | Niedrig | Hoch | Sehr hoch |
| KI-Optimierung | Maximal | Mittel | Optional |
| Für Anfänger | Schwierig | Einfach | Mittel |
Tabelle seitlich scrollbar
Empfehlung: Kombiniere PMax MIT Search/Shopping, nicht als Ersatz!
Eine weitere Alternative für den oberen Funnel sind Demand Gen Kampagnen. Sie spielen visuell auf YouTube, Discover, Gmail und im Google Displaynetzwerk aus und lassen dir dabei mehr Kontrolle über Formate und Zielgruppen als PMax.
Performance Max Setup: Schritt für Schritt
Phase 1: Voraussetzungen (vor PMax-Start)
1. Conversion Tracking muss perfekt sein
❌ Ohne sauberes Tracking ist PMax wertlos!
Minimum-Setup:
- Google Ads Conversion Tracking aktiv
- Primary Conversion definiert (Kauf/Lead)
- Conversion Values korrekt (für E-Commerce)
- Aus meiner Praxis: mindestens 10-15 Conversions in den letzten 30 Tagen
Test: Testbestellung/Lead durchführen, in Google Ads überprüfen
2. Google Merchant Center (für E-Commerce)
Pflicht für E-Commerce PMax:
- Product Feed hochgeladen
- Keine Policy-Verstöße
- Produkte überwiegend im Status "Genehmigt", keine offenen Fehler in der Diagnose
3. Asset-Vorbereitung
Was du brauchst (Texte, Bilder und Videos jeweils pro Asset-Gruppe):
- 15 Headlines (max. 30 Zeichen, mindestens eine mit max. 15 Zeichen; 15 ist zugleich das Maximum)
- 5 Long Headlines (max. 90 Zeichen; Maximum 5)
- 5 Descriptions (max. 90 Zeichen; Maximum 5)
- 10-20 Bilder in Quer- (1,91:1), Quadrat- (1:1) und Hochformat (4:5), maximal 20
- Videos (optional, aber empfohlen, idealerweise je eins im Quer-, Hoch- und Quadratformat)
- Logo (Pflicht, quadratisch; wird einmal pro Kampagne hinterlegt)
Pixelmaße, Mindestgrößen und Höchstzahlen pro Asset-Gruppe stehen im Specs-Datenblatt für Google Ads.
Tool-Tipp: Canva für schnelle Bild-Erstellung
Phase 2: Kampagnen-Erstellung
Schritt 1: Neue Kampagne
Google Ads → + Neue Kampagne
→ Ziel wählen: "Umsatz" oder "Leads"
→ Kampagnentyp: "Performance Max"
Schritt 2: Conversion-Ziele
→ Primary Conversion auswählen
E-Commerce: "Kauf"
Lead-Gen: "Formular-Übermittlung" oder "Anruf"
Schritt 3: Budget & Gebotsstrategie
Budget-Richtwerte (aus meiner Praxis):
- Minimum: 30€/Tag (900€/Monat)
- Optimal: 50-100€/Tag für E-Commerce
- B2B Lead-Gen: 40-80€/Tag
Gebotsstrategie:
- Start: "Conversions maximieren" (ohne Ziel-CPA)
- Nach 30 Tagen: Wechsel zu "Ziel-CPA" oder "Ziel-ROAS"
Mehr Details zur Wahl der richtigen Gebotsstrategie findest du in meinem separaten Guide.
Wichtig: Plane eine Anlaufphase ein. Erfahrungsgemäß dauert es 2-4 Wochen, bis sich die Zahlen stabilisieren. Google selbst empfiehlt, eine PMax mindestens 6 Wochen laufen zu lassen, bevor du sie bewertest.
Schritt 4: Standorte & Sprachen
→ Standorte: Deutschland (oder deine Zielmärkte)
→ Sprache: Deutsch
Hinweis zur Sprache: Laut Google-Hilfe gilt die Spracheinstellung einer PMax ab September 2026 nicht mehr für Anzeigen im Google-Suchnetzwerk. Dort bevorzugt Google Anzeigen in der Sprache der Suchanfrage, deine Texte und die Zielseite sollten also in der Sprache deiner Kunden sein. Für YouTube, Display, Discover und Gmail wirkt die Einstellung weiterhin. Shopping-Anzeigen in Performance Max sind laut Google ohnehin nicht von Spracheinstellungen betroffen.
Tipp: Für erste Kampagne NUR ein Land (einfachere Optimierung)
Schritt 5: Asset-Gruppen erstellen
Was ist eine Asset-Gruppe? Eine Sammlung von Assets (Headlines, Bilder, Videos) zu einem Thema.
Struktur-Empfehlung:
PMax-Kampagne: "E-Commerce Store"
Asset-Gruppe 1: "Bestseller-Produkte"
Asset-Gruppe 2: "Sale-Produkte"
Asset-Gruppe 3: "Neue Kollektion"
Pro Asset-Gruppe hochladen:
- 15 Headlines (das Maximum, Google empfiehlt, alle Plätze zu nutzen)
- 5 Long Headlines
- 4-5 Descriptions
- 10-15 Bilder (verschiedene Ratios)
- 1-3 Videos (wenn vorhanden, idealerweise quer, hoch und quadratisch)
- Logo und Unternehmensname (inzwischen zentral auf Kampagnenebene hinterlegt, nicht mehr in jeder Asset-Gruppe einzeln)
Best Practices für Headlines (max. 30 Zeichen):
✅ "Laufschuhe für Damen"
✅ "Kostenloser Versand"
✅ "Jetzt 20% Rabatt"
❌ "Schuhe" (zu generisch)
❌ "Kaufen Sie jetzt!!!" (zu verkaufslastig)
Long Headlines (max. 90 Zeichen) dürfen mehr erzählen:
✅ "Nike Air Zoom Pegasus für Damen: jetzt 20% Rabatt und kostenloser Versand"
Schritt 6: Audience Signals (Zielgruppensignale)
Was sind Audience Signals? Hinweise für Google, WER deine Zielgruppe ist (Google ignoriert diese nicht, nutzt sie aber als Startpunkt)
Signale hinzufügen:
- Custom Segments (Keywords deiner Zielgruppe)
- Your Data (Remarketing-Listen, Customer Match)
- Demographics (z. B. Alter, Geschlecht; Haushaltseinkommen gibt es nur in ausgewählten Ländern wie den USA, in Deutschland nicht)
- Interests (Interessen & Gewohnheiten)
Beispiel E-Commerce (Laufschuhe):
Custom Segments:
- "Laufen Marathon Training"
- "Joggen Fitness"
- "Nike Laufschuhe"
Demographics:
- Alter: 25-54
Interests:
- Sport & Fitness Enthusiasten
- Läufer
WICHTIG: Audience Signals sind NUR Hinweise. Google kann außerhalb targeten wenn profitabel!
Schritt 7: URL Expansion
Erweiterung der finalen URL: AN ✅ (Standard)
Was bedeutet das? Google darf deine finale URL durch eine passendere Seite deiner Domain ersetzen, je nach Suchanfrage (nicht nur die Seiten, die du angibst).
Wann ausschalten:
- ❌ Wenn du spezifische Landing Pages hast (z.B. nur Sale-Produkte)
Wann anlassen:
- Wenn du willst, dass Google optimal konvertierende Seiten findet
- Bei großen E-Commerce-Shops (Google wählt beste Produkt-Seiten)
Mittelweg: Hat deine Website auch Nicht-Ziel-Seiten (Blog, Karriere, Über uns), lass die Erweiterung an und schließe diese URLs gezielt aus. Das geht in den Kampagneneinstellungen unter Asset-Optimierung.
Schritt 8: Finale Optionen
Ad Schedule: 24/7 starten (später optimieren basierend auf Daten) Start & End Date: Kein End-Date setzen Kampagnen-Name: Beschreibend, z.B. "PMax_MainProducts_DE_2025"
Phase 3: Launch & Monitoring
Woche 1-2: Lernphase
Was passiert:
- Google sammelt Daten
- Testet verschiedene Assets-Kombinationen
- Findet beste Zielgruppen
- CPAs können hoch sein (normal!)
Deine Aufgabe:
- ✅ Täglich checken: Funktioniert Tracking?
- ✅ Budget nicht ausgegangen?
- ✅ Conversion happening?
- ❌ Noch NICHT optimieren (Google lernt noch!)
Woche 3-4: Erste Performance-Daten
Was prüfen:
- Conversions pro Tag: Mindestens 1-2?
- CPA: Im akzeptablen Bereich?
- Asset-Performance: Welche Headlines/Bilder performen?
Erste Optimierungen:
- Klar schwache Assets entfernen und durch neue Varianten ersetzen
- Neue Assets testen
- Falls CPA zu hoch: Budget leicht senken oder Ziel-CPA setzen
Performance Max Optimierung: Best Practices
Optimierung #1: Asset-Performance analysieren
Kampagnen → Assets → Assets
→ Oben nach deiner PMax-Kampagne filtern
Was du pro Asset siehst: Impressionen, Klicks, Kosten, Conversions und Conversion-Wert.
So liest du die Zahlen richtig:
- Quotienten wie CTR, CPA oder ROAS sind auf Asset-Ebene laut Google nur Richtungswerte, weil Assets immer in Kombination ausgespielt werden
- Bewerte deshalb zuerst Asset-Gruppe und Kampagne, dann einzelne Assets
- Behalte die Anzeigeneffektivität im Blick
Action:
- Klar schwache Assets → ersetzen
- Starke Assets → ähnliche Varianten erstellen
- Neue Assets regelmäßig hinzufügen (Google testet kontinuierlich)
Empfehlung: Alle 2-4 Wochen neue Assets testen
Optimierung #2: Suchbegriffe prüfen, Negative Keywords setzen
Problem: PMax zeigt bei Suchanfragen, die du nicht willst
Beispiel: Dein PMax zeigt bei "Laufschuhe reparieren" (aber du verkaufst neue Schuhe)
Wo du das siehst: Im Suchbegriffsbericht, den es seit 2025 für alle PMax-Kampagnen gibt
Kampagnen → Statistiken und Berichte → Suchbegriffe
→ "Suchbegriffe und Landingpages für Performance Max-Kampagnen"
Was der Bericht 2026 zeigt: Laut Google-Hilfe (Stand September 2026) siehst du pro Suchbegriff Impressionen, Klicks, Conversions und Kosten, aufgeteilt nach Format, also Shopping- oder Textanzeige. Die Daten reichen bis März 2023 zurück. So erkennst du, welche Suchanfragen PMax tatsächlich Geld kosten, und nicht nur, welche vorkommen.
Lösung: Negative Keywords direkt auf Kampagnenebene (seit 2025 möglich, auch als Liste)
Keywords → Auszuschließende Keywords → +
→ PMax-Kampagne auswählen
→ Keywords eintragen oder vorhandene Liste auswählen
Zusätzlich greifen Negative Keywords auf Kontoebene auch für PMax.
Was dabei gilt:
- Laut Googles Rückblick auf 2025 sind bis zu 10.000 ausschließende Keywords pro PMax-Kampagne möglich.
- Bevor du neue Ausschlüsse speicherst, kannst du laut Google-Hilfe eine Vorschau der Auswirkungen abrufen, für bis zu zehn Keywords auf einmal. Das lohnt sich vor allem bei breiten Begriffen, die mehr treffen könnten als gedacht.
- Für YouTube und Display helfen ausschließende Keywords nicht. Dort arbeitest du laut Google mit ausgeschlossenen Inhalts-Keywords unter "Eignung der Inhalte" auf Kontoebene.
Typische Negatives:
-kostenlos, -gratis, -gebraucht
-reparieren, -reparatur
-jobs, -job, -karriere
-diy, -selber, -selbst
ABER: Negative Keywords wirken in PMax nur auf Such- und Shopping-Inventar, nicht auf YouTube, Display oder Gmail.
Optimierung #3: Placement-Ausschlüsse
Problem: PMax zeigt auf unpassenden Websites/Apps
Wie finden:
Kampagnen → Statistiken und Berichte → Berichteditor
→ Vordefinierter Placement-Bericht für Performance Max
Unpassende Placements identifizieren:
- Irrelevante Websites
- Apps, die nicht zu deiner Marke passen
- YouTube-Videos mit unpassendem Umfeld
Wichtig: Der Placement-Bericht zeigt nur Impressionen, keine Conversions. Google selbst sagt, er ist ein Werkzeug für Markensicherheit, nicht zur Performance-Bewertung.
Ausschließen (bei PMax nur auf Kontoebene):
Tools → Eignung der Inhalte → Erweiterte Einstellungen
→ Placements ausschließen
Weitere Einstellungen auf Kontoebene:
- Inventartyp für YouTube, Display und Video-Partner
- Ausgeschlossene sensible Inhaltskategorien
- Placement-Ausschlusslisten
Optimierung #4: Audience Signals verfeinern
Nach 30 Tagen:
Statistiken → Zielgruppeninformationen
Fragen:
- Welche Segmente konvertieren am besten?
- Welche sind unter deinen Conversions kaum vertreten (niedriger Index)?
Action:
- Mehr Signale zu gut performenden Segmenten hinzufügen
- Irrelevante entfernen (obwohl Google diese sowieso ignoriert wenn unprofitabel)
Optimierung #5: Budget-Allokation
Multi-PMax-Strategy: Statt einer großen PMax, mehrere fokussierte:
PMax 1: Top-Seller-Produkte (Budget: 60%)
PMax 2: Sale/Promo (Budget: 25%)
PMax 3: New Arrivals (Budget: 15%)
Vorteil:
- Bessere Budget-Kontrolle
- Mehr Reporting-Insights
- Verschiedene Ziel-CPAs/ROAS möglich
Nachteil:
- Jede Kampagne braucht eigene Daten (min. 30 Conv/Monat)
Empfehlung: Erst ab 100+ Conversions/Monat total splitten
Optimierung #6: Seasonal Adjustments
Problem: Saisonale Schwankungen (z.B. Weihnachten, Sale-Perioden)
Lösung: Budget und Ziele anpassen. Klassische Gebotsanpassungen (Bid Adjustments) unterstützt PMax nicht.
Normale Saisonalität berücksichtigt Smart Bidding ohnehin selbst. Erwartest du für eine kurze Aktion einen deutlichen Sprung der Conversion-Rate, kannst du das Google über eine saisonale Anpassung mitteilen: Laut Google eignet sie sich für Events von 1-7 Tagen und funktioniert über mehr als 14 Tage schlechter.
Beispiel Black Friday:
3 Wochen vor Black Friday:
- Budget +50%
- Ziel-ROAS -20% (aggressiver)
- Neue Asset-Gruppe: "Black Friday Deals"
Nach Saison:
- Budget zurückfahren
- Ziel-ROAS wieder erhöhen
Häufige Performance Max Fehler
Fehler #1: Zu früh starten
Problem: PMax braucht Daten
Falsch: Account hat 5 Conversions/Monat → PMax starten Resultat: Google hat keine Daten, verschwendet Budget
Richtig: Erst Search/Shopping Kampagnen, bis 30-50 Conv/Monat, DANN PMax
Fehler #2: Conversion Tracking nicht sauber
Problem: Google optimiert auf falsche Conversions
Beispiel:
- Primary Conversion: "Newsletter-Anmeldung"
- Actual Goal: Käufe
Resultat: PMax bringt Newsletter-Anmeldungen, keine Käufe!
Lösung: Primary Conversion = dein HAUPTZIEL (Kauf/Lead)
Fehler #3: Zu wenig Assets
Problem: Nur 5 Headlines, 3 Bilder
Resultat: Google hat wenig zum Testen, Performance limitiert
Richtig:
- Minimum aus meiner Praxis: 10 Headlines, 10 Bilder
- Optimal: alle 15 Headlines, 5 Long Headlines, 5 Descriptions, 15-20 Bilder, Videos in allen drei Formaten
Fehler #4: Zu schnell optimieren
Problem: Nach 1 Woche Assets austauschen oder Budget ändern
Resultat: Google's Lernphase wird unterbrochen
Richtig: Erste 2-3 Wochen NUR beobachten, dann optimieren
Fehler #5: Keine Search Ads parallel
Problem: Nur PMax, keine dedizierten Search Ads
Resultat:
- Keine Keyword-Steuerung: PMax arbeitet ohne Keywords, du siehst zwar die Suchbegriffe, kannst aber keine eigenen Gebote pro Suchbegriff festlegen
- Brand-Suchen kannst du in PMax per Markenausschluss herausnehmen, aber nicht mit eigenem Budget und eigenen Texten steuern
- Wettbewerber können deine Brand-Terms kaufen
Richtig: PMax + Dedizierte Search Campaigns für:
- Brand-Keywords
- High-Intent-Keywords
- Competitor-Keywords
Fehler #6: Falsche Erwartungen
Problem: "PMax macht alles automatisch, ich muss nichts tun"
Realität:
- Assets müssen erstellt werden (Aufwand!)
- Regelmäßige Optimierung nötig (2-4 Std/Woche)
- Monitoring essentiell
- PMax ist KEIN "set and forget"
Performance Max Reporting & Insights
Was du siehst (transparent):
✅ Verfügbare Metriken:
- Conversions & Conversion Value
- CPA / ROAS
- Klicks, Impressionen, CTR
- Asset-Performance (inkl. Kosten und Conversions pro Asset)
- Suchbegriffe (Suchbegriffsbericht für alle PMax-Kampagnen)
- Kanalleistung: Bericht zur Kanalleistung mit Search, Display, YouTube, Discover, Maps, Gmail und Suchnetzwerk-Partnern (Daten ab Juni 2025)
✅ Insights:
- Best performing Assets
- Zielgruppeninformationen (Anteil der Conversions und Index je Segment)
- Budget Recommendations
Der Bericht zur Kanalleistung
Der Kanalbericht ist die wichtigste Neuerung für alle, die wissen wollen, wohin das PMax-Budget fließt. Laut Google-Hilfe (Stand September 2026):
Kampagnen → Statistiken und Berichte → Kanalleistung
- Kanäle: Google Search, Displaynetzwerk, YouTube, Discover, Maps, Gmail und Suchnetzwerk-Partner
- Aufbau: eine Leistungsübersicht, ein Diagramm, das zeigt, wie die Kanäle zu deinen Zielen beitragen, und eine Tabelle zur Verteilung
- Zeitraum: frei wählbar, frühestens ab dem 6. Juni 2025
- Verlauf: Laut einer weiteren Hilfeseite lässt sich die Kanalleistung auch im zeitlichen Verlauf ansehen
- Grenze: Ein Budget pro Kanal kannst du damit nicht festlegen, der Bericht ist reine Diagnose
So nutze ich ihn in der Praxis: Fließt ein großer Teil der Kosten in Kanäle, die kaum Conversions beitragen, schaue ich zuerst auf die Ursachen, die ich steuern kann: Conversion-Ziele, Asset-Qualität je Format, Markenausschlüsse und die Abgrenzung zu den Suchkampagnen. Ein Kanal mit wenig Conversions ist nicht automatisch Verschwendung, weil er über andere Kanäle zu Abschlüssen beitragen kann. Deshalb bewerte ich die Verteilung über mehrere Wochen und nicht an einzelnen Tagen.
Was du NICHT siehst (intransparent):
❌ Keyword-Level Data: Gibt's nicht, PMax arbeitet ohne Keywords (Suchthemen kannst du nur als Signal hinterlegen) ❌ Genaue Gebote: Google entscheidet ❌ Placement-Performance: Der Placement-Bericht zeigt nur Impressionen, keine Conversions
Problem: Trotz der neuen Berichte bleibt PMax weniger transparent als Search. Ein Teil bleibt Vertrauenssache
Workaround:
- Parallel Search Ads für Transparenz
- Suchbegriffe regelmäßig prüfen, Negative Keywords auf Kampagnenebene pflegen
- Regelmäßige Placement-Audits
PMax Budget-Empfehlungen
Nach Geschäftsmodell
E-Commerce (Standard-Produkte):
- Start: 30-50€/Tag (900-1.500€/Monat)
- Scale: 100-300€/Tag bei Profitabilität
E-Commerce (High-Ticket):
- Start: 50-100€/Tag
- Scale: 200-500€/Tag
Lead-Generation (B2C):
- Start: 30-60€/Tag
- Scale: 100-200€/Tag
Lead-Generation (B2B):
- Start: 40-80€/Tag
- Scale: 150-400€/Tag
Budget-Skalierung
Monat 1-2: Test-Budget (30-50€/Tag)
- Lernphase
- Daten sammeln
Monat 3: Erste Skalierung (+30%)
- Wenn CPA < Ziel
Monat 4-6: Aggressive Skalierung (+50-100%)
- Wenn ROAS stabil über deinem Break-even-ROAS liegt (1 / Marge, z. B. 400% bei 25% Marge)
WICHTIG: Erfahrungsgemäß läuft es am stabilsten, wenn du um höchstens 20-30% pro Woche erhöhst. Google selbst rät, nach größeren Änderungen an Budget, Geboten oder Assets 7-14 Tage nichts weiter zu verändern.
Kannibalisierung: Wie sich PMax und Search die Suchanfragen teilen
Die häufigste Sorge, die ich in Konten höre: PMax "klaut" den Suchkampagnen die Suchanfragen, vor allem die günstigen Brand-Suchen, und sieht dadurch im Reporting besser aus, als es ist. Ob das passiert, hängt davon ab, wie sauber du die Überschneidung regelst.
Die Vorrangregeln laut Google
Wenn mehrere Kampagnen für dieselbe Suchanfrage infrage kommen, entscheidet Google laut Google-Hilfe zur Priorisierung (Stand September 2026) in dieser Reihenfolge:
- Genau passende Keywords, die mit dem Suchbegriff identisch sind, kommen zuerst.
- Danach Wortgruppen- und weitgehend passende Keywords (auch AI Max) oder PMax-Suchthemen, die mit dem Suchbegriff identisch sind.
- Ist nichts identisch, wählt Google per KI die relevantesten Anzeigen- und Asset-Gruppen aus.
- Bei gleicher Priorität gewinnt die Anzeige mit dem höchsten Anzeigenrang.
Zwei Zusätze aus derselben Hilfeseite sind in der Praxis wichtig: PMax-Kampagnen ohne Suchthemen und dynamische Suchanzeigen werden über den höchsten Anzeigenrang im Konto ausgewählt. Und ein Keyword in einer budgetbegrenzten Kampagne kann nicht immer eine Anzeige auslösen, auch wenn es eigentlich Vorrang hätte. Wenn deine Suchkampagne ständig am Budget hängt, übernimmt PMax also genau die Suchanfragen, die du eigentlich in Search halten wolltest.
Markenausschlüsse in PMax
Für die eigene Marke gibt es ein eigenes Werkzeug. Markenausschlüsse sind laut Google-Hilfe umfassender als ausschließende Keywords: Sie blockieren Suchen nach dem Markennamen, nach gängigen Falschschreibungen und nach zugehörigen Tochtermarken. In PMax gelten sie für Such- und Shopping-Inventar, eine weitere Hilfeseite nennt zusätzlich die Suche auf YouTube. Optional kannst du Shopping-Anzeigen bei Suchen nach ausgeschlossenen Marken trotzdem zulassen.
Google empfiehlt den Ausschluss ausdrücklich, wenn du Brand-Traffic in einer eigenen Kampagne steuerst und nicht doppelt für diese Klicks zahlen willst. Genau so setze ich es in der Praxis auf: Die eigene Marke läuft in einer Brand-Kampagne mit eigenem Budget und eigenen Texten, in PMax ist sie ausgeschlossen.
So hältst du die Überschneidung sauber
- Marke und Kernbegriffe als genau passende Keywords in Search: Nur identische exakte Keywords haben sicher Vorrang.
- Markenausschluss in PMax für die eigene Marke, sobald eine Brand-Kampagne läuft.
- Budget der Suchkampagnen nicht dauerhaft begrenzen, sonst weicht der Traffic in PMax aus.
- PMax-Suchbegriffsbericht monatlich gegen die Search-Keywords halten: Tauchen dort viele Begriffe auf, die du in Search abdecken willst, fehlen dir dort exakte Keywords oder Budget.
- Kanalleistung mitlesen: Ein hoher Search-Anteil bei PMax ist nicht automatisch schlecht, aber ein Anlass, die Überschneidung zu prüfen.
Die ausführliche Gegenüberstellung beider Kampagnentypen findest du im Vergleich Performance Max vs. Search. Mit AI Max für Suchkampagnen gibt es seit 2026 zudem einen keywordlosen Abgleich innerhalb von Search, der nach denselben Regeln mitbietet. Was die Umstellung bedeutet, erkläre ich im Beitrag zur AI-Max-Umstellung in Google Ads.
PMax + Search Ads: Die optimale Kombination
Warum beides?
PMax-Stärken:
- Discovery neuer Zielgruppen
- Omnichannel-Präsenz
- Automatische Optimierung
- Video & Display
Search Ads Stärken:
- Kontrolle über Keywords
- Brand Protection
- Suchbegriffe mit Zuordnung zum auslösenden Keyword
- Höhere Transparenz
Kombination = Beste Performance!
Budget-Split-Empfehlung
Für E-Commerce:
- PMax: 60%
- Shopping Ads: 20%
- Brand Search Ads: 15%
- Generic Search Ads: 5%
Für B2B Lead-Gen:
- PMax: 40%
- Search Ads (High Intent): 40%
- Remarketing: 20%
Performance Max Checkliste
Pre-Launch ✅:
- Min. 30 Conversions/Monat im Account
- Conversion Tracking perfekt
- 15 Headlines vorbereitet (das Maximum pro Asset-Gruppe)
- 15-20 Bilder (verschiedene Ratios)
- Videos (optional)
- Product Feed (E-Commerce)
- Budget: Min. 900€/Monat
Launch ✅:
- Ziel-Conversion korrekt gesetzt
- Audience Signals hinzugefügt
- Asset-Gruppen strukturiert (nicht alles in eine)
- Gebotsstrategie: Start mit "Conversions maximieren"
Woche 1-2 ✅:
- Tägliches Monitoring (Tracking ok?)
- KEINE Optimierungen (Lernphase!)
Ab Woche 3 ✅:
- Asset-Performance checken
- Klar schwache Assets entfernen bzw. ersetzen
- Neue Assets hinzufügen
- Placement-Ausschlüsse prüfen
Monatlich ✅:
- Performance vs. Goals review
- Budget-Anpassungen
- Audience Signals optimieren
- Neue Asset-Gruppen testen
Fazit: PMax in 2026
Performance Max ist ein mächtiges Tool: wenn richtig eingesetzt.
Nutze PMax wenn: ✅ E-Commerce oder Lead-Gen ✅ Min. 30-50 Conversions/Monat ✅ Conversion Tracking sauber ✅ Budget >900€/Monat ✅ Du bist bereit, Kontrolle abzugeben
Kombiniere immer mit: ✅ Dedicated Search Ads (für Kontrolle) ✅ Brand Protection Kampagnen ✅ Remarketing
Performance-Erwartungen:
- Monat 1-2: Lernphase, oft Break-Even
- Monat 3-6: erfahrungsgemäß oft spürbar bessere Performance als Standard-Kampagnen (wenn optimiert)
- Monat 6+: Profitables Scaling möglich
Brauchst du Hilfe bei Performance Max Setup?
Kostenloses 20-Minuten-Erstgespräch buchen
Im Gespräch schaue ich mir mit dir an:
- Ist dein Account grundsätzlich bereit für PMax?
- Wo hakt es aktuell am meisten?
- Passt eine Zusammenarbeit?
Eine vollständige Analyse ist das in 20 Minuten nicht, aber du bekommst einen ersten Blick von außen und eine ehrliche Einschätzung.
Weitere Artikel:
- Performance Max vs. Search im Vergleich
- Google Ads Optimierung: 20 Strategien
- Was kostet Google Ads wirklich?
FAQ zu Performance Max
Was ist Performance Max bei Google Ads?
Performance Max (PMax) ist ein KI-gesteuerter Kampagnentyp, der automatisch über alle Google-Kanäle ausspielt: Search, Shopping, Display, YouTube, Gmail, Discover und Maps. Du gibst Google Ziele, Assets und Budget. Google optimiert automatisch Platzierung, Gebote und Zielgruppen für maximale Conversions.
Sollte ich Performance Max nutzen?
Ja, wenn: 1) Du min. 30-50 Conversions/Monat hast, 2) E-Commerce oder Lead-Generation, 3) Conversion Tracking sauber funktioniert, 4) Budget >900€/Monat. Nein, wenn: Brandnew Account, unter 30 Conv/Monat, oder du volle Kontrolle über Keywords brauchst.
Ist Performance Max besser als Shopping Ads?
Aus meiner Praxis performt Performance Max oft spürbar besser als Standard Shopping, weil es über mehr Kanäle ausspielt und KI-optimiert ist. Aber: Weniger Transparenz und Kontrolle. Empfehlung: Kombiniere beide statt zu ersetzen. PMax 60%, Shopping 40% als Startpunkt, danach nach deinen Daten verschieben.
Wie viel Budget braucht Performance Max?
Aus meiner Praxis: mindestens 30€/Tag (900€/Monat) für aussagekräftige Daten. Optimal: 50-100€/Tag für E-Commerce, 40-80€/Tag für B2B Lead-Gen. Mit zu wenig Budget kann Google's KI nicht optimal lernen und optimieren. Unter 900€/Monat besser bei Standard-Kampagnen bleiben.
Was sind die Nachteile von Performance Max?
Hauptnachteile: 1) Weniger Transparenz als Search (keine Keywords, der Placement-Bericht zeigt nur Impressionen; Suchbegriffe und Kanalleistung gibt es inzwischen), 2) Weniger Kontrolle (Google entscheidet wo/wann/wem), 3) Braucht viele Assets (bis zu 15 Headlines, 5 Long Headlines, 5 Descriptions, bis zu 20 Bilder, dazu Videos), 4) Anlaufzeit: erfahrungsgemäß 2-4 Wochen mit oft schwächerer Performance, Google empfiehlt mindestens 6 Wochen Laufzeit vor der Bewertung, 5) Schwierig für Anfänger ohne Google Ads Erfahrung.
Wie optimiere ich Performance Max Kampagnen?
Hauptoptimierungen: 1) Asset-Performance analysieren, klar schwache Assets durch neue ersetzen (alle 2-4 Wochen), 2) Suchbegriffe prüfen und Negative Keywords auf Kampagnenebene pflegen, 3) Placement-Ausschlüsse auf Kontoebene für unpassende Websites/Apps, 4) Audience Signals verfeinern nach Performance, 5) Budget auf best-performing Kampagnen shiften. Wichtig: Erste 2-3 Wochen NICHT optimieren (Lernphase!).
Ersetzt Performance Max Search Ads?
Nein! Betreibe immer PMax + dedizierte Search Ads parallel. Search Ads für: 1) Brand-Keywords (Kontrolle), 2) High-Intent Keywords, 3) Keyword-Steuerung mit eigenen Geboten (PMax arbeitet ohne Keywords), 4) Transparenz. Mein Startpunkt für den Split: 60% PMax, 40% Search, danach nach deinen Daten anpassen.
Kannibalisiert Performance Max meine Suchkampagnen?
Nicht bei Suchanfragen, die du sauber abdeckst. Laut Google-Hilfe hat ein genau passendes Keyword, das mit der Suchanfrage identisch ist, immer Vorrang, danach folgen identische Wortgruppen- und weitgehend passende Keywords oder PMax-Suchthemen. Erst wenn nichts identisch ist, wählt Google per KI und Anzeigenrang aus, und dort kann PMax Suchanfragen übernehmen. Schütze deshalb Marke und wichtigste Begriffe mit genau passenden Keywords in Search und nutze in PMax einen Markenausschluss für die eigene Marke.
Wie lange ist die Lernphase bei Performance Max?
Das hängt vor allem von Conversion-Volumen und Conversion-Zyklus ab. Aus meiner Praxis: bei 50+ Conversions/Monat eher um die 2 Wochen, bei 10-30 Conversions eher 3-4 Wochen. Google selbst empfiehlt, eine PMax mindestens 6 Wochen laufen zu lassen, bevor du sie bewertest, und nach größeren Änderungen an Budget, Geboten oder Assets 7-14 Tage nichts weiter zu verändern. Performance ist in der Anlaufphase oft schlechter (normal!).




