Google Ads für Makler: Verkäufer gewinnen, Käufer richtig einordnen
Ehrliches Fachwissen zu Google Ads in deiner Branche: ohne Werbeversprechen, dafür mit dem, was in der Praxis typischerweise funktioniert.
Im Immobilienmarkt laufen zwei Suchwelten nebeneinander her. Käufer und Mieter starten fast immer bei den großen Portalen. Wer dort mit Anzeigen auf „Wohnung kaufen [Stadt]" mitbietet, zahlt gegen Portale, Bauträger und Franchise-Ketten an und bekommt Klicks, die ein Objekt wollen und keinen Makler. Die zweite Welt ist die wertvolle: Eigentümer, die verkaufen wollen und nach „Haus verkaufen [Stadt]", „Immobilie bewerten lassen" oder „Makler in der Nähe" suchen. Dort entscheidet sich, wer den Auftrag bekommt.
1Der in der Praxis bewährte Einstieg ist die Immobilienbewertung. Eigentümer wollen zuerst eine Zahl, oft Monate bevor sie jemanden beauftragen. Die Conversion ist deshalb selten der Anruf, sondern das Bewertungsformular: Objektart, Lage, Wohnfläche, Kontakt. Je kürzer das Formular, desto mehr Anfragen kommen, und desto mehr davon stammen von Nachbarn, Neugierigen und Mietern. Zwei qualifizierende Felder, Eigentumsverhältnis und geplanter Verkaufszeitraum, kosten Ausfüllrate und sparen dir Stunden im Nachfass. Was besser passt, entscheidet dein Vertrieb, nicht das Tool.
2Immobiliennachfrage ist kleinräumig. Wer in drei Stadtteilen stark ist, sollte auch dort werben und nicht im 40-Kilometer-Radius. Das heißt: eigene Anzeigengruppen je Ort, Ortsname in Anzeige und Zielseite, und auf der Landingpage genau das, was Eigentümer wirklich prüfen. Verkaufte Objekte aus ihrer Lage, Google-Bewertungen mit Namen, ein Gesicht statt Stockfoto. Gegen Portale und große Ketten gewinnst du nicht über Budget, sondern über Nähe, die im Text nachweisbar ist.
3Eine Sorge kann ich dir nehmen: In Deutschland gelten für Immobilienanzeigen bei Google keine besonderen Zielgruppen-Einschränkungen. Die Sperren für Alter, Geschlecht, Eltern- und Familienstand sowie Postleitzahl, von denen man oft liest, stammen aus Googles Regeln für die USA und Kanada. Hier stellst du Zielgruppen und Orte ganz normal ein. Die echten Budgetfresser liegen woanders: Jobsuchen rund um den Maklerberuf, Mietinteressenten in der Verkaufskampagne und Suchen nach den Markennamen der Portale.
4Saisonal gibt es zwei Wellen. Das Frühjahr, wenn Gärten und Fotos gut aussehen und Familien vor den Sommerferien umziehen wollen, und ein kürzeres, aber ernsthaftes Fenster im Herbst vor dem Jahresende. Zwischen Weihnachten und Mitte Januar passiert wenig, danach zieht es schnell an. Zur Kostenseite ehrlich eingeordnet: Eigentümer-Keywords gehören zu den teureren lokalen Suchbegriffen, weil Portale, Lead-Händler und Ketten mitbieten. Das trägt sich nur, wenn du an gewonnenen Aufträgen misst und nicht an der Zahl der Leads.